Bachelorarbeit, 2009
41 Seiten, Note: 1,0
1 Einleitung
2 CAPM als Modell zur Ermittlung von Eigenkapitalkosten
2.1 Kurzdarstellung des Modells und seiner Annahmen
2.2 Kritische Würdigung des CAPM
2.3 Anwendbarkeit des CAPM in Schwellenländern
3 Modelle zur Erfassung von Länderrisiken
3.1 Cashflow-Adjustierung
3.2 CAPM-basierte Methoden
3.2.1 Global CAPM
3.2.2 Local CAPM
3.2.3 Godfrey-Espinosa Modell
3.3 Alternativmethoden
3.3.1 Downside Risk Modell
3.3.2 Country Credit Rating Modell
4 Analyse und Auswahl der Modelle zur Bewertung der Eigenkapitalkosten
4.1 Vor- und Nachteile der Modelle
4.1.1 Cashflow-Adjustierung
4.1.2 CAPM-basierte Methoden
4.1.3 Alternativmethoden
4.2 Handlungsempfehlungen zur Wahl der passenden Bewertungsmethode
5 Fazit
Das primäre Ziel dieser Arbeit ist die Darlegung und kritische Analyse verschiedener methodischer Ansätze zur Erfassung von Länderrisiken bei der Ermittlung von Eigenkapitalkosten multinationaler Konzerne in Schwellenländern, um eine Entscheidungshilfe für die Auswahl der jeweils passenden Bewertungsmethode zu bieten.
2.3 Anwendbarkeit des CAPM in Schwellenländern
Einer Beurteilung über die Anwendbarkeit des CAPM in Schwellenländern muss die Definition dieses Begriffs vorausgehen: Die Bezeichnung Schwellenland wurde in den 80er Jahren von der Weltbanktochter International Finance Corporation (IFC) eingeführt und bezeichnet Märkte, die sich an der Schwelle zu einer etablierten Industrienation befinden: Ein Schwellenland ist demnach ein Staat, der im Globalisierungsprozess war oder ist und der seine Grenzen für internationalen Handel und Investitionen öffnet. Da zwischen den Schwellenländern große politische und wirtschaftliche Unterschiede herrschen, ist eine präzise Definition der sogenannten Emerging Markets schier unmöglich. Oftmals werden sie durch Abgrenzungen von Entwicklungsländern definiert und somit z. B. durch ein überdurchschnittlich wachsendes und exportorientiertes Bruttoninlandsprodukt und Pro-Kopf-Einkommen, eine Zunahme des Industrialisierungsgrades und eine gezielte Industrialisierungspolitik seitens der Regierung charakterisiert.
Die Hauptvoraussetzung für die Anwendbarkeit des CAPM ist ein effizienter Kapitalmarkt. Die Kapitalmärkte von Industriestaaten sind vergleichsweise effizient, da zwischen zahlreichen Käufern und Verkäufern ein freier Informationsfluss besteht und sich durch häufige Transaktionen Gleichgewichtspreise bilden können. Diese Bedingungen sind jedoch bei eigenständig gehaltenen Assets in Schwellenländern meist nicht erfüllt, sodass die Kapitalmärkte solcher Staaten als ineffizient und risikobehaftet einzustufen sind.
1 Einleitung: Hinführung zum Problem der Eigenkapitalkostenbestimmung bei multinationalen Konzernen in Schwellenländern und Darstellung des Zieles der Arbeit.
2 CAPM als Modell zur Ermittlung von Eigenkapitalkosten: Erläuterung der theoretischen Grundlagen des CAPM, seiner Annahmen und einer kritischen Auseinandersetzung mit dessen Anwendbarkeit in Schwellenländern.
3 Modelle zur Erfassung von Länderrisiken: Vorstellung von sechs verschiedenen methodischen Ansätzen zur Einbeziehung von Länderrisiken in die Unternehmensbewertung.
4 Analyse und Auswahl der Modelle zur Bewertung der Eigenkapitalkosten: Detaillierte Untersuchung der Stärken und Schwächen der vorgestellten Modelle sowie Ableitung von Entscheidungskriterien für die Praxis.
5 Fazit: Zusammenfassende Ergebnisse der Arbeit und Schlussfolgerungen zur Eignung der verschiedenen Methoden in Abhängigkeit vom Diversifikationsgrad der Investoren.
Eigenkapitalkosten, Länderrisiko, Schwellenländer, Unternehmensbewertung, CAPM, Global CAPM, Local CAPM, Godfrey-Espinosa Modell, Downside Risk Modell, Country Credit Rating Modell, Kapitalmarkt, Diversifikation, Marktrisikoprämie, Betafaktor, Kapitalkosten.
Die Arbeit beschäftigt sich mit der Herausforderung, Länderrisiken bei der Ermittlung von Eigenkapitalkosten für Tochtergesellschaften multinationaler Konzerne in Schwellenländern adäquat zu berücksichtigen.
Im Zentrum stehen das klassische Capital Asset Pricing Modell (CAPM), dessen Modifikationen, alternative risikobasierte Bewertungsansätze sowie die Entscheidungskriterien für deren Anwendung unter Berücksichtigung der Kapitalmarkteffizienz.
Ziel ist es, die verschiedenen Methoden zur Länderrisikoerfassung darzulegen und fundierte Handlungsempfehlungen für die Auswahl der geeignetsten Methode in der Unternehmensbewertung zu geben.
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse sowie einer analytischen Untersuchung der verschiedenen Bewertungsmodelle und leitet daraus einen strukturierten Entscheidungsprozess (Entscheidungsbaum) ab.
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Einführung des CAPM, die Vorstellung von CAPM-basierten und alternativen Modellen (wie dem Downside Risk und Country Credit Rating Modell) sowie deren detaillierte Analyse hinsichtlich Vor- und Nachteilen.
Die zentralen Begriffe sind Eigenkapitalkosten, Länderrisiko, Schwellenländer, Unternehmensbewertung, CAPM, Diversifikation und Kapitalmarkteffizienz.
Das Modell setzt effiziente Kapitalmärkte voraus, welche in Schwellenländern häufig fehlen. Zudem führt die Ignoranz gegenüber Länderrisiken oder deren implizite Falscherfassung oft zu einer Fehlbewertung der Eigenkapitalkosten.
Es ergänzt die Faktoren des klassischen CAPM durch eine explizite Länderrisikoprämie und berücksichtigt dabei durch eine Gewichtung des Betafaktors das Problem der doppelten Risikoerfassung.
Der Diversifikationsgrad des marginalen Investors ist entscheidend für die Frage, ob ein Risiko als systematisch oder unsystematisch eingestuft wird. Ein global diversifizierter Investor bewertet Länderrisiken anders als ein lokal gebundener Anleger.
Die Semivarianz fokussiert sich ausschließlich auf negative Renditeabweichungen, da Investoren in Schwellenländern asymmetrisch auf Verlustgefahren reagieren, anstatt die gesamte Volatilität als Risiko zu werten.
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