Bachelorarbeit, 2023
122 Seiten, Note: 2,3
1. Einleitung
2. Forschungsstand
2.1 Genus und Sexus
2.2 Exkurs: Das generische Maskulinum
3. Genusverteilung bei personenbezeichnenden Substantiven
3.1 Althochdeutsche Wörterbücher
3.2 Mittelhochdeutsche Wörterbücher
3.3 Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm
3.4 PONS
3.5 Duden
4. Feminine Personenbezeichnungen
4.1 Bildungsmöglichkeiten im Althochdeutschen
4.2 Mittel-, Früh und Neuhochdeutsch
4.3 Fehlende Kasusmarkierungen
4.4 Die weibliche Form auf -in: Entstehung
4.4.1 Entwicklung
4.4.2 Durchsetzung und Produktivität
5. Fazit und Ausblick
Die vorliegende Arbeit untersucht historisch und linguistisch die Repräsentation der Geschlechter in der deutschen Lexik, wobei der Fokus insbesondere auf der Genusverteilung von Personenbezeichnungen sowie der Entwicklung der femininen Suffixbildung auf -in liegt. Dabei wird kritisch hinterfragt, wie Sprachstrukturen soziale Geschlechterverhältnisse spiegeln und welche Auswirkungen das generische Maskulinum auf die Inklusion weiblicher Personen hat.
Die Gesetzmäßigkeiten im Bereich des Referierens
Die Gesetzmäßigkeiten im Bereich des Referierens mit Personenbezeichnungen vom Typ Arzt/Ärztin lassen sich mit einem einzigen Satz erfassen:
1. Eine Gruppe von Personen ist eine „männliche Gruppe“, d.h. es wird auf sie mit dem Maskulinum referiert, wenn sie mindestens einen Mann enthält. Aus diesem einen Satz lassen sich alle weiteren Besonderheiten ableiten:
2. Eine Gruppe von Personen ist eine „nichtmännliche Gruppe“, dh. es wird auf sie mit einer vom Maskulinum abgeleiteten Form (sog. „Femininum“) referiert, wenn sie keinen Mann enthält.
3. Auf ein Mitglied einer männlichen Gruppe wird mit dem Maskulinum referiert.
4. Auf ein potentielles Mitglied einer männlichen Gruppe wird mit dem Maskulinum referiert (Beispiel: Der Gewinner steht noch nicht fest.)
5. Auf ein Mitglied einer nichtmännlichen Gruppe wird mit dem sogenannten „Femininum“ referiert.
6. Ein Mann ist immer Mitglied einer männlichen Gruppe, da er durch seine Mitgliedschaft jede nichtmännliche Gruppe zu einer männlichen macht. (Von einem Arzt wird nie gesagt: „Er ist Ärztin.“)
7. Eine Frau kann sowohl Mitglied einer männlichen als auch einer nichtmännlichen Gruppe sein. (Von einer Frau kann man sagen: „Sie ist Arzt/Ärztin“ - je nach Gruppenzuschreibung.)
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Komplexität der Begriffe Sprache und Geschlecht ein, skizziert die wissenschaftliche Fragestellung zur geschlechtergerechten Sprache und benennt die Zielsetzung der Arbeit, die verschiedenen Darstellungsformen linguistisch und historisch zu betrachten.
2. Forschungsstand: Das Kapitel bietet einen Überblick zur wissenschaftlichen Diskussion über Genus und Sexus, thematisiert kontroverse Debatten unter anderem bei Grimm und Brugmann und führt in die Genus-Sexus-Korrelation ein.
3. Genusverteilung bei personenbezeichnenden Substantiven: Hier wird anhand intensiver Wörterbuchrecherchen für verschiedene Epochen des Deutschen empirisch aufgezeigt, wie sich die Verteilung von Genera bei Personenbezeichnungen über die Zeit verändert hat.
4. Feminine Personenbezeichnungen: Dieses Kapitel widmet sich detailliert der morphologischen Entwicklung weiblicher Personenbezeichnungen, beleuchtet die Bildungsmethoden in verschiedenen Sprachstufen und fokussiert die Entstehung und Produktivität des Suffixes -in.
5. Fazit und Ausblick: Das Fazit fasst die gewonnenen Einsichten zur Asymmetrie in der deutschen Sprache zusammen und reflektiert über die Möglichkeiten einer sprachlichen Umgestaltung im Hinblick auf eine geschlechtergerechte Gesellschaft.
Genus, Sexus, Personenbezeichnungen, Sprachwandel, Generisches Maskulinum, Wortbildung, Femininum, Suffix -in, Gender-Linguistik, Sprachsystem, Sprachgebrauch, Asymmetrie, Grammatik, Lexik, Geschlechtergerechte Sprache
Die Arbeit untersucht die Repräsentation der Geschlechter in der Lexik der deutschen Sprache, wobei sie sich besonders auf die Beziehung zwischen grammatischem Genus und biologischem Sexus konzentriert.
Zentrale Themen sind die historische Entwicklung von Personenbezeichnungen, die Systematik der Genuszuweisung, die Rolle des Suffixes -in für feminine Bezeichnungen und die Debatte um das generische Maskulinum.
Das Ziel ist es, Aspekte der Geschlechterdarstellungsformen im Deutschen linguistisch einzuordnen und historisch zu betrachten, um Auffälligkeiten und Asymmetrien in der Sprache explizit zu arbeiten.
Die Untersuchung basiert auf einer umfangreichen, korpusgestützten Wörterbuchanalyse, bei der Daten zu Personenbezeichnungen aus verschiedenen Sprachepochen vergleichend ausgewertet wurden.
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Diskussion zur Genus-Sexus-Relation, die statistische Wörterbuchauswertung und eine detaillierte linguistische Analyse der Bildungsmöglichkeiten femininer Formen.
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Genus, Sexus, Personensubstantive, Suffixbildung, asymmetrische Sprachstrukturen und geschlechtergerechte Sprache zusammenfassen.
Das Suffix -in entwickelte sich aus germanischen Ursprüngen und setzte sich mit dem Übergang vom Althochdeutschen zum Mittelhochdeutschen als das produktivste Mittel für feminine Personenbezeichnungen durch.
Die Analyse zeigt, dass das generische Maskulinum in den Wörterbüchern historisch stark verankert ist und oft eine asymmetrische Behandlung der Geschlechter widerspiegelt, da es häufig als Grundlage für weitere Ableitungen fungiert.
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