Bachelorarbeit, 2009
62 Seiten, Note: 1.0
1. Einleitung
2. Die Jugendphase
2.1. Kurzer Überblick: Definitionen zu Jugend und Sozialisation
2.2. Jugend heute
2.2.1. Entwicklungsaufgaben
2.2.2. Sozialisationsinstanzen
3. Identitätskonstruktion Jugendlicher
3.1. Zum Verständnis: Was bedeutet „Identität“?
3.2. Keupp: Patchwork- Identität
3.3. Palfrey: Mehrfachidentitäten der „Digital Natives“
4. Jugend im Medienzeitalter
4.1. Jugend zwischen alten und neuen Medien
4.2. Die vernetzte Jugend
4.2.1. Communitys
4.2.2. Chat/ Messengerprogramme
4.2.3. Newsgroups/ Foren
4.2.4. Online- Rollenspiele
4.3. Internet- Fluch oder Segen?
4.3.1. Chancen des Internets
4.3.2. Gefahren des Internets
5. Fazit
6. Literaturangaben
Die Arbeit untersucht die Auswirkungen der Medialisierung und der Internetnutzung auf den Prozess der Identitätskonstruktion bei Jugendlichen in der modernen Gesellschaft. Im Fokus steht dabei die Frage, wie Jugendliche ihre Persönlichkeit in einer durch Technik geprägten Welt entwickeln, welche Rolle virtuelle Räume als Rückzugsorte oder Sozialisationsinstanzen spielen und ob die damit verbundenen Chancen (wie Selbstverwirklichung und Vernetzung) die Risiken (wie Suchtgefahr und Kontrollverlust) überwiegen.
3.2. Keupp: Patchwork- Identität
Einen aktuellen Diskurs zum Thema „Identität heute“ führt Heiner Keupp. Er ist der Meinung, man könne veraltete Definitionen von Identität mittlerweile nicht mehr zur Hilfe ziehen, wenn es darum geht zu klären, wie sich eine Identität heute ausbildet. Keupp ist der Ansicht, dass Eriksons Modell der Identitätsbildung mittlerweile ausgedient hat. Jedoch ist es ihm nach unumgänglich, sich in aktuellen Identitätsdiskursen an Eriksons, aus heutiger Sicht veraltetem Modell zu orientieren, es „abzuarbeiten“ (Keupp in Keupp/ Ahbe/ Gmür/ Höfer/ Mitzscherlich/ Straus 2006, S.26).
Inzwischen, in Zeiten der Enttraditionalisierung ist es nicht mehr so leicht, einen Arbeitsplatz bzw. eine Nische in der Gesellschaft zu finden, die für einen gemacht ist. Gerade den Heranwachsenden fällt es inmitten ihrer Identitätskrise schwer, sich einen Platz in der Gesellschaft zu schaffen. Erikson nennt diese Phase des Suchens „Moratorium“, in dieser Zeit haben die Jugendlichen eine Vielfalt von verschiedenen Aufgaben zu bewältigen. „Diese jungen Menschen befinden sich in der Mitte der Identitätskrise. Sie suchen aktiv nach Antworten, haben aber den Konflikt zwischen den Plänen, die ihre Eltern für sie haben, und ihren eigenen Interessen nicht gelöst […] Im besten Fall scheinen sie empfindsam, moralisch und offen zu sein; im schlechtesten Fall sind sie ängstlich, selbstgerecht und unentschlossen. (Scarr, Weinberg& Levine, 1986, zit. nach Smith/ Nolden- Hoeksema/ Fredrickson/ Loftus 2007, S.131).
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die zunehmende Bedeutung von Medien im Alltag von Heranwachsenden und wirft die Forschungsfrage auf, inwieweit mediale Einflüsse die Identitätskonstruktion und das Sozialverhalten der heutigen Jugend prägen.
2. Die Jugendphase: Dieses Kapitel definiert Jugend als eine Lebensphase des Umbruchs, die durch gestiegene Anforderungen an Selbstorganisation und Individualisierung gekennzeichnet ist.
3. Identitätskonstruktion Jugendlicher: Hier werden theoretische Ansätze zur Identitätsbildung, insbesondere die Konzepte der Patchwork-Identität nach Keupp und der Mehrfachidentitäten nach Palfrey, kritisch diskutiert.
4. Jugend im Medienzeitalter: Das Hauptkapitel analysiert die Funktionen verschiedener Medien (Fernsehen, Internet, Spiele) als Sozialisationsinstanzen und deren Einfluss auf die vernetzte Identität Jugendlicher.
5. Fazit: Das Fazit fasst die Ambivalenz des Internets als Werkzeug für soziale Teilhabe und als Risikofaktor für Sucht und Realitätsverlust zusammen und betont die Notwendigkeit von Medienkompetenz.
Jugend, Sozialisation, Identitätskonstruktion, Internet, Mediennutzung, Patchwork-Identität, Digital Natives, Communitys, Online-Rollenspiele, Suchtgefahr, Medienkompetenz, Selbstsozialisation, Soziale Netzwerke, Identitätskrise, Virtuelle Welt.
Die Arbeit analysiert, wie moderne Medien und das Internet den Prozess der Identitätskonstruktion bei Jugendlichen beeinflussen und welche Chancen und Gefahren damit für die heranwachsende Generation verbunden sind.
Die zentralen Felder umfassen die Definition der modernen Jugendphase, die Bedeutung von Sozialisationsinstanzen wie Familie und Peergroup sowie die Rolle des Internets bei der Gestaltung von Lebenswelten.
Das Ziel ist es zu klären, ob die heutigen Jugendlichen tatsächlich durch den hohen Medienkonsum in ihrer Entwicklung gefährdet sind oder ob das Internet vielmehr notwendige Räume zur persönlichen Entfaltung und Identitätsfindung bietet.
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse aktueller sozialwissenschaftlicher Theorien, insbesondere unter Einbeziehung der Identitätsmodelle von Erikson, Keupp und Palfrey, um die heutigen Wandlungsprozesse zu verstehen.
Der Hauptteil befasst sich detailliert mit der „vernetzten Jugend“ und untersucht spezifische digitale Räume wie Communitys, Instant Messenger, Foren und Online-Rollenspiele hinsichtlich ihrer Funktion für die Identitätsarbeit.
Die wichtigsten Begriffe sind Identitätskonstruktion, Medienkompetenz, Digital Natives, Patchwork-Identität und Online-Sucht.
Die Patchwork-Identität ist laut Keupp flexibler und aus verschiedenen fragmentierten sozialen Rollen zusammengesetzt, während der klassische Begriff von Erikson ein eher stabiles, in sich geschlossenes Ich-Bewusstsein voraussetzt.
Die größte Gefahr liegt im enormen Zeitaufwand und dem „Sog“ der virtuellen Parallelwelt, der dazu führen kann, dass Jugendliche sich aus der realen sozialen Welt zurückziehen und ihre Erfolge nur noch innerhalb des Spiels definieren.
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