Examensarbeit, 2022
60 Seiten, Note: 1,0
EINLEITUNG
I THEORETISCHER TEIL
1. SPRACHLICHE GRUNDLAGEN
1.1 BEGRIFFLICHE GRUNDLAGEN
1.2 GRAMMATISCHES GESCHLECHT
1.3 SEMANTISCHES GESCHLECHT
1.4 GENERISCHES MASKULINUM
2. GESCHLECHTERGERECHTE SPRACHE
2.1 HISTORISCHER ABRISS
2.2 RECHTLICHE GRUNDLAGEN
2.3 WARUM GESCHLECHTERGERECHT FORMULIEREN
3. GESCHLECHTERGERECHTES FORMULIEREN IN DER PRAXIS
3.1 PAARFORMEL UND DOPPELNENNUNG
3.2 SPARSCHREIBUNGEN UND KURZFORMEN
3.2.1 Klammerlösung
3.2.2 Schrägstrichlösung
3.2.3 Binnenmajuskel
3.2.4 Gendergap und Gendersternchen
3.3 ERSATZFORMEN
3.3.1 Substantivierte Partizipien oder Adjektive
3.3.2 Passivierung
3.3.3 Sachbezeichnung
3.3.4 Generische Substantive ohne Movierung
3.3.5 Umformulierung mithilfe des Adjektivs
3.3.6 Direkte Anrede
3.3.7 Erklärender Klammerzusatz
3.3.8 Adverbiale Bestimmung
3.4 WEITERE KREATIVE LÖSUNGEN
3.4.1 Generisches Femininum
3.4.2 X-Endung
3.4.3 Punkt, Doppelpunkt und Mediopunkt
3.4.4 Sternchen statt Punkt über dem i
3.5 EMPFEHLUNGEN DES RATS FÜR DEUTSCHE RECHTSCHREIBUNG
4. GESCHLECHTERGERECHTES FORMULIEREN IN (GESCHRIEBENEN) MEDIENMITTEILUNGEN
4.1 INSTAGRAM ALS PLATTFORM FÜR ZEITUNGEN
4.1.1 Funktionsweise und Aufbau von Instagram
4.1.2 Journalistische Inhalte auf Instagram
4.2 GENDERN UND SPRACHGEBRAUCH IN JOURNALISTISCHEN ONLINE-INHALTEN
II EMPIRISCHER TEIL
5. ZIELSETZUNG UND FRAGESTELLUNG DER VORLIEGENDEN ARBEIT
6. METHODISCHES VORGEHEN
6.1 AUSWAHL DER VERGLEICHSKRITERIEN
6.2 STICHPROBE
6.3 DURCHFÜHRUNG
6.4 VORGEHENSWEISE BEI DER AUSWERTUNG
7. ERGEBNISSE
7.1 DARSTELLUNG DER ERGEBNISSE
7.1.1 Ergebnisse der Analyse von Instagram-Beiträgen
7.1.2 Ergebnisse der Analyse von Online-Zeitungsartikeln
7.1.3 Zusammenfassung der Ergebnisse
7.2 INTERPRETATION DER ERGEBNISSE
8. FAZIT
Die Arbeit untersucht den tatsächlichen Gebrauch gendergerechter Sprache in Online-Zeitungsartikeln und dazugehörigen Instagram-Beiträgen, um Unterschiede in der sprachlichen Gestaltung zu identifizieren und mögliche Einflussfaktoren zu analysieren. Dabei wird der Fokus auf die gezielte Ansprache unterschiedlicher Zielgruppen durch die sozialen Medien gelegt.
1.2 Grammatisches Geschlecht
Das grammatische Geschlecht ist nicht in jeder Sprache vertreten. „Es handelt sich hier um eine rein sprachliche, grammatische Kategorie des Deutschen und vieler anderer Sprachen“ (Diewald & Steinhauer 2019:11). Das grammatische Geschlecht wird auch als Genus bezeichnet. Im Deutschen gibt es drei Kategorienmitglieder des Genus: Maskulinum, Femininum und Neutrum (ebd.: 11). Die nominalen Wortarten (Substantive, Pronomen, Artikel und Adjektive) sind vom grammatischen Genus betroffen (ebd.: 11). Die Substantive haben festgelegte Genera. Das Substantiv Fuß ist immer maskulin und das Substantiv Hand ist immer feminin. Die Wahl des Genus bei anderen Wortarten hängt von ihrer sprachlichen und nicht sprachlichen Umgebung ab, da diese ihr Genus anpassen können (ebd.: 11).
„Das Genus richtet sich innerhalb einer zusammengehörigen Wortgruppe immer nach dem Genus des Bezugswortes, d.h. des die ganze Gruppe dominierenden Substantivs […]“ (Diewald & Steinhauer 2019: 11). So heißt es ein gebrochener Fuß und eine gebrochene Hand. Diese Abhängigkeit vom Genus des Artikels bzw. des attributiven Adjektivs vom Genus des Substantives wird als grammatische oder syntaktische Kongruenz bezeichnet (ebd.: 11).
„Bei substantivierten Adjektiven und Partizipien (Partizip I und Partizip II) richtet sich das grammatische Geschlecht nach dem biologischen Geschlecht der gemeinten Person“ (ebd.: 11). So heißt es: der/die Studierende; der/die Lehrende oder der/die Teilnehmende. Wird im Singular diese Unterscheidung des Genus getroffen, so gibt es im Plural lediglich eine Form für alle: die Studierenden, die Lehrenden, die Teilnehmenden, die Füße und die Hände. Das grammatische Genus lässt sich jedoch nicht grundsätzlich vom biologischen oder sozialen Geschlecht einer Person oder eines Gegenstandes ableiten. Denn „die Zuordnung eines Substantivs zu einem grammatischen Geschlecht ist grundsätzlich willkürlich […]“ (ebd.: 12). Ein Fuß ist nicht zwingend männlich und eine Hand nicht zwingend weiblich. Es gibt daher einen eindeutigen Unterschied zwischen dem grammatischen und dem semantischen Geschlecht.
SPRACHLICHE GRUNDLAGEN: Dieses Kapitel erläutert die sprachwissenschaftlichen Definitionen und Konzepte wie Genus, Sexus und das generische Maskulinum als Basis für die Untersuchung.
GESCHLECHTERGERECHTE SPRACHE: Hier werden die historische Entwicklung der Debatte und die rechtlichen Rahmenbedingungen für geschlechtergerechte Sprache in Deutschland aufgearbeitet.
GESCHLECHTERGERECHTES FORMULIEREN IN DER PRAXIS: Dieses Kapitel bietet eine Systematisierung gängiger Methoden zum Gendern, von Paarformen bis hin zu kreativen Ansätzen, und beleuchtet Empfehlungen des Rats für deutsche Rechtschreibung.
GESCHLECHTERGERECHTES FORMULIEREN IN (GESCHRIEBENEN) MEDIENMITTEILUNGEN: Der Fokus liegt hier auf der Rolle von Instagram als Plattform für Journalismus und der Analyse des Sprachgebrauchs in Online-Inhalten.
ZIELSETZUNG UND FRAGESTELLUNG DER VORLIEGENDEN ARBEIT: Das Kapitel definiert das Forschungsinteresse an den Unterschieden der Sprachverwendung zwischen Instagram-Posts und Online-Artikeln.
METHODISCHES VORGEHEN: Hier werden die Auswahl der Stichprobengröße (sechs Zeitungen) und die Datenerhebungsmethodik mittels Excel-Auswertung dargelegt.
ERGEBNISSE: Dieses Kapitel stellt die erhobenen Daten grafisch dar und zeigt eine signifikant höhere Verwendung gegenderter Sprache auf der Plattform Instagram im Vergleich zu klassischen Web-Artikeln.
FAZIT: Das Fazit fasst die Erkenntnisse zusammen und bestätigt die Vermutung eines absichtsvollen Einsatzes geschlechtergerechter Sprache zur Zielgruppenansprache.
Gendern, geschlechtergerechte Sprache, Medienmitteilungen, Instagram, Online-Journalismus, generisches Maskulinum, Sprachgebrauch, Zielgruppenorientierung, Passivierung, gesellschaftlicher Wandel, Sprachentwicklung, Sprachwissenschaft, Nachrichten, Social Media, Online-Zeitungsartikel.
Die Abschlussarbeit widmet sich dem Vergleich zwischen der Verwendung gendergerechter Sprache in sozialen Medien und in klassischen Online-Zeitungsartikeln ausgewählter deutscher Nachrichtenmedien.
Die Untersuchung umfasst die linguistischen Grundlagen geschlechtergerechter Sprache, ihre rechtliche und historische Fundierung sowie die Analyse journalistischer Praxis auf Instagram.
Die Forschungsfrage lautet, inwieweit ausgewählte Wochen- und Tageszeitungen aus Deutschland gendergerechte Sprache in Instagram-Beiträgen und den dazugehörigen Online-Zeitungsartikeln verwenden.
Es handelt sich um eine empirische Analyse, bei der eine Stichprobe von sechs ausgewählten Zeitungen und deren Online-Präsenzen über einen festgelegten Zeitraum von sieben Tagen anhand von 16 definierten Vergleichskriterien untersucht wurde.
Der Hauptteil gliedert sich in einen theoretischen Bereich zur Sprache und einen empirischen Bereich, in dem die Ergebnisse der Instagram- und Website-Analyse gegenübergestellt werden.
Kernbegriffe sind Gendern, Instagram-Journalismus, Sprachwandel, Zielgruppenansprache und der Vergleich zwischen Web- und Social-Media-Kommunikation.
Die Autorin vermutet eine gezielte Anpassung an die junge Zielgruppe, die auf Instagram überdurchschnittlich stark vertreten ist, um so die LeserInnenschaft in diesem Segment zu gewinnen.
Die Passivierung erweist sich in der Praxis als die am häufigsten genutzte Form des Genderns, da sie Redaktionen erlaubt, Personenbezeichnungen gänzlich zu umgehen, ohne explizite Sonderzeichen zu verwenden.
Die befragten Medien bestritten meist, gezielt gegenderte Sprache einzusetzen, obwohl die Datenanalyse in der Praxis bei allen untersuchten Medien signifikante gegenderte Schreibweisen nachweisen konnte.
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