Bachelorarbeit, 2023
91 Seiten, Note: 1,3
1 Einleitung
1.1 Forschungsfrage, Zielsetzung und Vorgehen
2 Theoretischer Hintergrund
2.1 Wohlbefinden
2.1.1 Self-Determination Theory (SDT)
2.1.2 Mental Health Theory (MHT)
2.1.3 Well-Being Theory (WBT)
2.2 Systematische Integration der dargestellten Theorien
2.3 Bindungsverhalten
2.3.1 Die Bindungstheorie
2.3.2 Bindungsverhalten bei Erwachsenen
2.4 Entwicklung eines integrativen Modells des Zusammenhangs zwischen dem Bindungsverhalten und Wohlbefinden
2.4.1 Hinweise in der Literatur
2.4.2 Kriteriumsvariablen des Wohlbefindens
2.4.3 Prädiktorvariablen des Bindungsverhaltens
2.4.4 Integratives Modell und Ableitung von Hypothesen
3 Methodisches Vorgehen
3.1 Übernommene Messinstrumente
3.1.1 Bochumer Bindungsfragebogen (BoBi)
3.1.2 Deutsche Version der Positive and Negative Affect Schedule (PANAS)
3.1.3 Habituelle subjektive Wohlbefindensskala (HSWBS)
3.1.4 Flourishing Scale-Deutsch (FS-D)
3.2 Aufbau des Fragebogens
3.3 Stichprobe
3.4 Datenauswertungsstrategie
4 Ergebnisse
4.1 Deskriptive Statistiken
4.2 Ergebnisse der Hypothesentestung
5 Diskussion
5.1 Zusammenfassung und Evaluation der Ergebnisse
5.2 Limitationen dieser Untersuchung
5.3 Ausblick auf zukünftige weitergehende Forschung
6 Fazit
6.1 Ableitung von Handlungsempfehlungen
Die vorliegende Bachelorthesis untersucht den empirischen Zusammenhang zwischen dem Bindungsverhalten von Erwachsenen und ihrem Wohlbefinden, um ein integratives Modell zu entwickeln und daraus praxisrelevante Handlungsempfehlungen ableiten zu können.
2.3.1 Die Bindungstheorie
Die Bindungstheorie ist eine multidisziplinäre, eklektizistische Theorie, die aus Teilbereichen der Psychoanalyse, kognitiven Entwicklungspsychologie, Kontrollsystemtheorie und Primatenethologie besteht und zum Ziel hat, die Entstehung, Entwicklung und den Verlauf menschlicher Beziehungsmuster und -verhaltensweisen zu erklären (Bowlby, 1988). Die Qualität der Bindung zwischen dem Kind und der primären Bezugsperson spielt dabei eine zentrale Rolle. Diese Beziehung wird determiniert durch den kindlichen Ausdruck von Bedürfnissen und den entsprechenden adäquaten bzw. inadäquaten Reaktionen der primären Bezugspersonen. Adäquate Reaktionen führen dabei zu einem gesunden Bindungsverhalten und Fehlentwicklungen desselben werden auf Verhaltensmängel seitens der Eltern bzw. jeweiligen primären Bezugspersonen zurückgeführt (Grossmann & Grossmann, 2014).
Die ersten Erfahrungen, die ein Kind in den frühen Lebensmonaten oder -jahren mit den Bezugspersonen macht, werden von dem Kind unbewusst zu einem sogenannten inneren Arbeitsmodell (engl.: inner working model) integriert. Dieses Modell bestimmt auch das zukünftige Verhalten des Kindes gegenüber Bezugspersonen, sowie seine Erwartungen an das Verhalten von Bezugspersonen und das Verhalten anderer Menschen. Bowlby (1988) bezeichnete dies als einen evolutionären Mechanismus, der dem Überleben dienlich ist, indem er dem Kleinkind ermöglicht, sich der Umgebung anzupassen, um seine Bedürfnisse zu erfüllen. Diese inneren Arbeitsmodelle gewinnen im Laufe der Entwicklung des Kindes zum Erwachsenen immer mehr an Komplexität und Flexibilität und werden auch zunehmend durch rein mentale Repräsentationen von Bindungsbeziehungen definiert (Bretherton, 2009).
1 Einleitung: Einführung in die Thematik von Wohlbefinden und Bindungsverhalten sowie Definition der zentralen Forschungsfrage und Zielsetzung der Arbeit.
2 Theoretischer Hintergrund: Detaillierte Betrachtung bestehender Theorien zum Wohlbefinden und Bindungsverhalten, die in ein integratives Modell und entsprechende Hypothesen münden.
3 Methodisches Vorgehen: Beschreibung der Messinstrumente, des Fragebogenaufbaus, der Stichprobe und der statistischen Auswertungsstrategie.
4 Ergebnisse: Darstellung der deskriptiven Statistiken und der Ergebnisse der quantitativen Hypothesentestung mittels Korrelationen und Varianzanalysen.
5 Diskussion: Zusammenfassung und kritische Evaluation der erzielten Daten, Diskussion der Limitationen und Ausblick auf zukünftige Forschungsmöglichkeiten.
6 Fazit: Synthese der Ergebnisse zur Forschungsfrage sowie Ableitung konkreter Handlungsempfehlungen für die Praxis.
integratives Modell, Bindungsangst, Vermeidungsverhalten, subjektives Wohlbefinden, eudaimonisches Wohlbefinden, Zusammenhänge, Handlungsempfehlungen, Bindungstheorie, Selbstbestimmungstheorie, positive Psychologie, quantitative Analyse, Fragebogenerhebung, psychische Gesundheit, Lebenszufriedenheit, affektives Erleben.
Die Arbeit untersucht die Wechselwirkungen zwischen dem Bindungsverhalten von Erwachsenen und ihrem Wohlbefinden, um deren Zusammenhang empirisch zu modellieren.
Die Arbeit verknüpft bindungstheoretische Konzepte (interner Arbeitsmodelle) mit verschiedenen psychologischen Theorien zum Wohlbefinden, wie der Self-Determination Theory und der Mental Health Theory.
Das Ziel ist die Beantwortung der Frage, welcher Zusammenhang zwischen Bindungsverhalten und Wohlbefinden besteht, und die daraus resultierende Ableitung von Handlungsempfehlungen.
Es wurde eine quantitative empirische Untersuchung durchgeführt, bei der N=83 Probanden mittels eines Online-Fragebogens befragt wurden.
Der Hauptteil umfasst die theoretische Herleitung der Variablen, die Entwicklung eines integrativen Modells, die Beschreibung der eingesetzten Messinstrumente sowie die statistische Auswertung und Diskussion der Daten.
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Bindungsangst, Vermeidungsverhalten, eudaimonisches Wohlbefinden, integratives Modell und Lebenszufriedenheit charakterisiert.
Die Bindungsangst zeigte sich in der Untersuchung als der einflussreichste Prädiktor, insbesondere im Hinblick auf das Erleben negativer Affekte, weit stärker als die Variable Vermeidungsverhalten.
Unerwartet war, dass Bindungsangst entgegen der ursprünglichen Hypothesen einen signifikanten positiven Zusammenhang mit positiven Indikatoren wie Lebenszufriedenheit aufwies, was in der Diskussion kritisch beleuchtet wird.
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