Masterarbeit, 2022
78 Seiten, Note: 1,7
1 Einleitung
2 Begriffsdefinierung
2.1 (Kinder-) Literatur und ihre Funktionen
2.2. Kategorisierung, Differenz und Intersektionalität
3 Die Differenzkategorie Beeinträchtigung und der gesellschaftliche Umgang mit dieser
3.1 Politischer und rechtlicher Umgang mit Beeinträchtigungen seit 1945
3.2 Soziale Reaktionen auf Menschen mit Behinderung
4 Darstellung von Beeinträchtigung in der Kinder- und Jugendliteratur
4.1 Thematisierung von Beeinträchtigung in der Kinder- und Jugendliteratur
4.2 Darstellungsmerkmale der Figuren mit Beeinträchtigung
5 Analyse von sechs zeitversetzten Werken
5.1 Peter Härtling: Das war der Hirbel. Wie der Hirbel ins Heim kam, warum er anders ist als andere und ob ihm zu helfen ist (1973)
5.1.1 Inhalt
5.1.2 Darstellung des Protagonisten/der Figur mit Behinderung
5.1.3 Darstellung der direkten Bezugspersonen und des familiären Umfeldes
5.1.4 Darstellung der gesellschaftlichen Haltung
5.2 Max von der Grün: Vorstadtkrokodile. Eine Geschichte vom Aufpassen (1978)
5.2.1 Inhalt
5.2.2 Darstellung des Protagonisten/der Figur mit Behinderung
5.2.3 Darstellung der direkten Bezugspersonen und des familiären Umfeldes
5.2.4 Darstellung der gesellschaftlichen Haltung
5.3 Renate Welsh: Drachenflügel (1992)
5.3.1 Inhalt
5.3.2 Darstellung des Protagonisten/der Figur mit Behinderung
5.3.3 Darstellung der direkten Bezugspersonen und des familiären Umfeldes
5.3.4 Darstellung der gesellschaftlichen Haltung
5.4 Kirsten Boie: Eine wunderbare Liebe (1996)
5.4.1 Inhalt
5.4.2 Darstellung des Protagonisten/der Figur mit Behinderung
5.4.3 Darstellung der direkten Bezugspersonen und des familiären Umfeldes
5.4.4 Darstellung der gesellschaftlichen Haltung
5.5. Andreas Steinhöfel: Rico, Oskar und die Tieferschatten (2008)
5.5.1 Inhalt
5.5.2 Darstellung des Protagonisten/der Figur mit Behinderung
5.5.3 Darstellung der direkten Bezugspersonen und des familiären Umfeldes
5.5.4 Darstellung der gesellschaftlichen Haltung
5.6 Schlägerherz: Jutta Nymphius (2019)
5.6.1 Inhalt
5.6.2 Darstellung des Protagonisten/der Figur mit Behinderung
5.6.3 Darstellung der direkten Bezugspersonen und des familiären Umfeldes
5.6.4 Darstellung der gesellschaftlichen Haltung
6 Vergleich
6.1 Vergleich der Darstellung von Behinderung
6.2 Vergleich der Darstellung der direkten Bezugspersonen und des familiären Umfeldes
6.3 Vergleich der Darstellung der gesellschaftliche Haltung gegenüber Behinderung
7 Fazit
8 Literaturverzeichnis
Die vorliegende Masterarbeit analysiert die diachrone Entwicklung der Darstellung der Differenzkategorie „Beeinträchtigung“ im deutschsprachigen Kinderroman seit den 1970er Jahren. Ziel ist es, aufzuzeigen, wie sich literarische Repräsentationen im Kontext rechtlicher, gesellschaftlicher und pädagogischer Veränderungen gewandelt haben, um den Beitrag der Kinderliteratur zur Enttabuisierung und Inklusion zu bewerten.
4.2 Darstellungsmerkmale der Figuren mit Beeinträchtigung
In der kinder- und jugendliterarischen Darstellung von Menschen mit Behinderung des letzten Jahrhunderts lassen sich bestimmte Muster erkennen, die immer wieder in verschiedenen Zusammensetzungen auftauchen (vgl. Roth, 2020, S. 13). Es gibt unterschiedliche Grundformen, „die im Leben behinderter Menschen vielleicht selten, in der Kinderliteratur umso häufiger vorkommen“ (Backofen, 1987, S. 18). Diese typischen Darstellungsmuster können einzeln oder auch miteinander kombiniert auftreten und werden von Backofen (1987) „Strickmuster“ genannt (vgl. ebd.). Durch diese allgemeinen Darstellungsmerkmale wird für die Autor*innen das Beschreiben von Beeinträchtigungen und für die Rezipient*innen das Nachvollziehen vereinfacht.
Backofen konstatiert, dass das Einsetzen dieser „Strickmuster“ nichts über die Qualität eines Buches aussagt (vgl. ebd., S. 23). Dennoch sollte diese stereotype Ausrichtung bestimmter Darstellungsformen auch kritisch betrachtet werden, da durch die zu starke Vereinfachung oder Überziehung dieser „Strickmuster“ die Gefahr entsteht, „dass bei der rezipierenden Person ein stark vereinfachtes, verzerrtes und stereotypisches Bild von Menschen mit Behinderung verfestigt wird“ (Nickel, 1999a). Im Folgenden sollen die verschiedenen „Strickmuster“ näher beleuchtet werden.
1 Einleitung: Die Einleitung führt in die gesetzliche und politische Relevanz der Inklusion ein und formuliert das Ziel der Arbeit, die literarische Darstellung von Beeinträchtigung seit den 1970er Jahren zu untersuchen.
2 Begriffsdefinierung: Dieses Kapitel klärt grundlegende Begriffe wie Kinder- und Jugendliteratur und erörtert die Konzepte der Kategorisierung, Differenz und Intersektionalität als theoretisches Fundament.
3 Die Differenzkategorie Beeinträchtigung und der gesellschaftliche Umgang mit dieser: Hier wird der historische Wandel des politischen Umgangs mit Behinderung seit 1945 sowie der soziologische und psychologische Forschungsstand zu Einstellungen gegenüber Menschen mit Behinderungen dargestellt.
4 Darstellung von Beeinträchtigung in der Kinder- und Jugendliteratur: Dieses Kapitel befasst sich mit der allgemeinen Thematisierung von Beeinträchtigung in der Kinderliteratur und analysiert typische „Strickmuster“ in der Zeichnung von Figuren mit Behinderung.
5 Analyse von sechs zeitversetzten Werken: In diesem Hauptteil werden sechs repräsentative Kinderromane chronologisch hinsichtlich der Figurendarstellung, des familiären Umfelds und der gesellschaftlichen Haltung tiefgehend analysiert.
6 Vergleich: Das Kapitel vergleicht die Ergebnisse der Analysen, um Fortschritte und Kontinuitäten in der Darstellung von Beeinträchtigung sowie im Umgang mit den betroffenen Figuren in der Literatur aufzuzeigen.
7 Fazit: Das Fazit fasst die wesentlichen Erkenntnisse zusammen und resümiert die Entwicklung der literarischen Darstellung von Behinderung als Spiegel gesellschaftlicher Fortschritte.
8 Literaturverzeichnis: Hier werden sämtliche für die Arbeit verwendeten Primär- und Sekundärquellen chronologisch und systematisch aufgeführt.
Kinder- und Jugendliteratur, Beeinträchtigung, Behinderung, Inklusion, Differenzkategorie, Intersektionalität, Stereotype, Strickmuster, problemorientierter Kinderroman, gesellschaftlicher Wandel, Einstellungsforschung, pädagogische Darstellung.
Die Arbeit untersucht, wie sich die Darstellung von Menschen mit Beeinträchtigung in deutschsprachigen Kinderromanen von 1973 bis heute verändert hat und welche Rolle Literatur dabei spielt, gesellschaftliche Vorurteile abzubauen.
Zu den zentralen Themen gehören Inklusion, der Wandel gesellschaftlicher Einstellungen gegenüber Behinderung, die Analyse literarischer „Strickmuster“ bei der Figurengestaltung sowie das Verhältnis von politisch-rechtlichen Rahmenbedingungen zur gelebten Realität.
Die Forschungsfrage konzentriert sich darauf, inwiefern sich die literarische Repräsentation der Differenzkategorie „Beeinträchtigung“ im Kontext gesellschaftlicher Veränderungen seit den 1970er Jahren entwickelt hat und wie diese Darstellung das Bewusstsein der Leser steuern kann.
Die Autorin nutzt eine literaturwissenschaftliche Analyse von sechs ausgewählten, zeitversetzten Werken des problemorientierten Kinderromans, ergänzt durch soziologische Studien und zeitgeschichtliche Quellen zur Einstellungsforschung.
Der Hauptteil gliedert sich in eine fundierte Analyse von sechs spezifischen Romanen, wobei Aspekte wie Figurendarstellung, familiäre Bezugspersonen und gesellschaftliche Reaktionen in den Werken detailliert verglichen werden.
Wichtige Begriffe umfassen Inklusion, Intersektionalität, Stereotypisierung, Sonderschulwesen, das „Musterkrüppel-Strickmuster“ und die Literatur von Autoren wie Peter Härtling oder Kirsten Boie.
Während Werke der 1970er Jahre behinderte Figuren oft stigmatisieren oder auf ein „Schicksal“ reduzieren und starke Distanz zeigen, zeichnen moderne Romane ein differenzierteres Bild, in dem die Figuren als handlungsfähige Individuen mit Stärken und Schwächen integriert sind.
Die „Strickmuster“ (nach Backofen) sind wiederkehrende narrative Stereotype, wie beispielsweise der „heldenhafte Krüppel“ oder der „flüchtende Mensch“, die von der Autorin genutzt werden, um zu zeigen, wie Autoren Behinderung erzählerisch vereinfacht dargestellt haben.
Die Analyse verdeutlicht, dass in vielen Fällen die Überforderung des Familiensystems auf die Behinderung zurückgeführt wird, was oft zu einer Abschottung nach außen führt, während modernere Werke vermehrt auf die Akzeptanz und Normalisierung im sozialen Umfeld setzen.
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