Magisterarbeit, 2008
86 Seiten, Note: sehr gut
Didaktik für das Fach Deutsch - Deutsch als Fremdsprache, DaF
1. EINLEITUNG
2. DAS MENTALE LEXIKON
2.1 Mentales Lexikon als Gedächtniskomponente
2.2 Struktur des mentalen Lexikon.s
2.3 Formale und inhaltliche Organisation des mentalen Lexikons
2.3.1 Lautliche Information und ihre Beschaffenheit
2.3.2 Morphologische Information und ihre Beschaffenheit
2.3.3 Syntaktische Information und ihre Beschaffenheit
2.3.4 Semantische Information und ihre Beschaffenheit
2.4 Konzeptuelle Ebene
2.5 Mentales Lexikon als Netzwerk
3. DAS MENTALE LEXIKON IN DER L1-SPRACHPRODUKTION
3.1 Das hierarchisch-serielle Speaking-Model von LEVELT (1989)
3.2 Kaskadenmodelle
3.2.1 Das Independent Network Model von CARAMAZZA (1997)
3.2.2 Das Interactive Activation Model von DEL (1986)
4. DAS BILINGUALE MENTALE LEXIKON
4.1 Organisationsformen des bilingualen mentalen Lexikons
4.2 Entwicklung des bilingualen mentalen Lexikons
4.3 Organisation des semantisch-konzeptuellen Systems
4.4 Subset-Organisation des mentalen Lexikons
5. VON DER MESSAGE ZUR SPRACHSPEZIFISCHEN ÄUßERUNG: DAS BILINGUALE MENTALE LEXIKON IN DER L2-SPRACHPRODUKTION
6. DER PROZESS DES LEXIKALISCHENLEXIKALISCHER ZUGRIFF BEI KOMPETENTEN BILINGUALEN
6.1 Empirische Untersuchungen zum Lexikonzugriff bei Bilingualen
6.1.1 Stroop-Effekt und Interferenz
6.1.2 Bild-Wort-Interferenz-Verfahren
6.1.2.1 Zwischensprachlicher semantischer Interferenzeffekt
6.1.2.2 Zwischensprachlicher Identitätseffekt
6.1.2.3 Phonologische und orthographische Erleichterung
6.1.2.4 Kognaten
6.1.3 Nachbarschaftseffekt
6.1.4 Lexikalische Entscheidungsaufgabe
6.1.5 Wiederholungseffekt
7. SCHLUSSDISKUSSION
Die vorliegende Arbeit untersucht die Organisation des mentalen Lexikons bei zweisprachigen Sprechern sowie den Prozess des lexikalischen Abrufs. Ein zentrales Ziel ist es, die kontroverse Frage zu klären, ob der Zugriff auf Wörter sprachspezifisch erfolgt oder ob eine nicht-sprachspezifische, parallele Aktivierung beider Sprachen stattfindet.
2.3 Formale und inhaltliche Organisation des mentalen Lexikons
Wie im vorangehenden Abschnitt angeführt wird das mentale Lexikon nach formalen und inhaltlichen Kriterien organisiert. Jedes Wort, das im mentalen Lexikon gespeichert ist, wird im mentalen Lexikon sowohl durch formale: phonologische, morphologische syntaktische Informationen als auch durch inhaltliche, semantische Informationen repräsentiert. Der Begriff »Repräsentation« bezieht sich dabei auf die Speicherung der Einheit Wort im mentalen Lexikon (vgl. Rothweiler 2001: 32).
Die Gliederung des lexikalischen Eintrags nach phonologisch-morphologischen und semantisch-syntaktische Information spiegelt sich in Levelts Ansatz (1989) wider, in dem er davon ausgeht, dass jeder Lexikoneintrag aus »Lemma-« (Bedeutungsseite eines Wortes) und »Lexem-Informationen« (Formseite eines Wortes) besteht. Die Lemma- und Lexemebene sind nach Aitchison (1997) mit einer Münze vergleichbar: auch eine Münze hat zwei getrennte Seiten, die jedoch nur gemeinsam ein Ganzes ergeben. Genauso ist es mit der Form- und Bedeutungsseite des Wortes: die Informationen zu beiden Seiten werden getrennt gespeichert und abgerufen, aber nur gemeinsam ergeben sie ein Ganzes – ein Wort. Dabei erleichtern die Lemma-Aufteilung die Sprachproduktion, während die Lexem-Aufteilung den Verstehprozess erleichtert.
Die Aufteilung in Bedeutungs- und Ausdrucksform kann unter anderem an dem sog. TOT-Phänomen (Tip-of-the-Tongue-Phänomen) beobachtet werden. Das TOT-Phänomen beschreibt die Situation des „Auf-der-Zunge-Liegens“ (Schwarz & Chur 2004: 76). In solchen Situationen liegt der Person das gesuchte Wort sozusagen auf der Zunge, es will ihr aber nicht einfallen. Die Person ist in der Lage einige, mehr oder weniger verwandte, Wörter abzurufen. Das gesuchte allerdings nicht. Der Grund für das Zustandekommen des TOT-Phänomens ist, dass die Person auf die Bedeutungs- und Syntaxinformationen zugreifen (sie kann das Objekt, Person, etc. beschreiben), nicht aber auf die lautlichen Informationen (vgl. Dietrich 2002: 25).
1. EINLEITUNG: Einleitung in die Thematik des mentalen Lexikons und Skizzierung der Forschungsfrage zur Organisation des bilingualen Wissens.
2. DAS MENTALE LEXIKON: Theoretische Grundlagen zur Struktur, Kapazität und Organisation des mentalen Speichers bei einsprachigen Individuen.
3. DAS MENTALE LEXIKON IN DER L1-SPRACHPRODUKTION: Beschreibung von Sprachproduktionsmodellen, insbesondere der seriellen und kaskadierenden Ansätze.
4. DAS BILINGUALE MENTALE LEXIKON: Diskussion der Organisationsformen und der Entwicklung des bilingualen Lexikons bei späten Lernern.
5. VON DER MESSAGE ZUR SPRACHSPEZIFISCHEN ÄUßERUNG: DAS BILINGUALE MENTALE LEXIKON IN DER L2-SPRACHPRODUKTION: Erörterung der sprachspezifischen Festlegung bei der Planung von Äußerungen.
6. DER PROZESS DES LEXIKALISCHENLEXIKALISCHER ZUGRIFF BEI KOMPETENTEN BILINGUALEN: Empirische Analyse des Lexikonzugriffs und der Hypothesen zur (nicht-)sprachspezifischen Aktivierung.
7. SCHLUSSDISKUSSION: Zusammenfassende Bewertung der Ergebnisse bezüglich der parallelen Aktivierung im bilingualen Lexikon.
mentales Lexikon, bilingualer Lexikonzugriff, Sprachproduktion, Lemma, Lexem, Konzept, Kognaten, Priming-Effekt, Sprachdominanz, Sprachspezifität, Mehrsprachigkeit, Interferenz, Subset-Hypothese, Lexikalische Selektion
Die Arbeit untersucht, wie das Wissen über zwei Sprachen im Gedächtnis eines bilingualen Sprechers organisiert ist und wie der Zugriff auf dieses Wissen während der Sprachproduktion erfolgt.
Die Arbeit beleuchtet die Struktur des mentalen Lexikons, verschiedene Sprachproduktionsmodelle (z.B. nach Levelt), die Entwicklung der L2-Kompetenz und empirische Studien zum Lexikonzugriff.
Das Hauptziel ist die Untersuchung der Frage, ob der Zugriff auf Wörter bei Bilingualen sprachspezifisch erfolgt oder ob beide Sprachen parallel aktiviert werden.
Es handelt sich um eine theoretische Arbeit, die psycholinguistische Literatur auswertet und verschiedene empirische Untersuchungsmethoden wie Priming-Aufgaben, den Stroop-Test und Bild-Wort-Interferenz-Verfahren vergleicht.
Im Hauptteil werden zunächst die Strukturen bei einsprachigen Sprechern erläutert, um dann die Besonderheiten und Organisationsmodelle (z.B. Wortassoziationsmodell, Subset-Hypothese) des bilingualen Lexikons und die Prozesse bei kompetenten Bilingualen detailliert darzustellen.
Die zentralen Schlagworte sind mentales Lexikon, bilingualer Lexikonzugriff, Sprachproduktion, Kognaten, Priming-Effekt, Sprachspezifität und parallele Aktivierung.
Während beim Wortassoziationsmodell (Anfangsstadium) das L2-Wort über das L1-Wort mit dem Konzept verbunden ist, erfolgt beim Konzeptvermittlungsmodell (Fortgeschrittene) ein direkter Zugriff vom L2-Wort auf das geteilte Konzept.
Die Subset-Hypothese besagt, dass lexikalische Einträge einer Sprache eine Untermenge bilden, die je nach Bedarf unabhängig oder in Verbindung mit anderen Sprachen aktiviert werden kann.
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