Diplomarbeit, 2022
86 Seiten, Note: 1,0
1 Einleitung
2 Darstellung der Finanzialisierung der Wirtschaft
2.1 Bestimmung und Einordnung des Begriffs Finanzialisierung
2.2 Finanzialisierung auf nationaler und supranationaler Ebene
2.2.1 Neoliberalismus als politischer Impuls der Finanzialisierung
2.2.2 Strukturverschiebungen in der Wirtschaft
2.3 Finanzialisierung von Individuen
2.4 Finanzialisierung von Unternehmen
2.4.1 Steuervermeidung von Unternehmen und die Auswirkungen
2.4.2 Neuordnung der Rollen von Banken und Kapitalmarkt für Unternehmen
2.4.3 Steigender Renditedruck in der Unternehmensführung
3 Darstellung des Shareholder Value Management
3.1 Bestimmung des Begriffs Shareholder Value Management
3.2 Radikale Unternehmensführung durch Maximising Shareholder Value
3.2.1 Personalbild und Pay for Performance
3.2.2 Zielbild und Management by Objektives
3.2.3 Unternehmensstrukturierung und De-Diversifikation
3.3 Pofit at any Cost
4 Darstellung der Corporate Social Irresponsibility
4.1 Bestimmung des Begriffs CSIR
4.2 Konzeptuelle Darstellung der CSIR
4.2.1 CSIR - Eine Frage des Betrachters?
4.2.2 CSIR - Eine Frage der Intention?
4.2.3 CSIR - Eine Frage der Abgrenzung zur CSR?
4.3 CSIR als Realphänomen - pathologische Auswirkungen auf die verschiedenen Stakeholder
5 Kritische Würdigung und maßgebliche Implikationen zum Konnex
5.1 Die CSR Debatte: eine passende Lösung für die problematische CSIR?
5.2 Vom Shareholder Value zum Stakeholder Value?
5.2.1 Problemfelder des SHVM und mögliche Lösungen
5.2.2 Deuten Initiativen von Wirtschaft und Politik auf eine Rückkehr zum Stakeholder Value hin?
5.3 Definanzialisierung: Ein zielführender Ansatz zur Begrenzung der Finanzialisierung?
5.4 Asset Manager Kapitalismus: Eine Hauptdeterminante für die künftige Entwicklung des Konnex?
6 Fazit
Die Arbeit untersucht den Konnex zwischen Finanzialisierung, Shareholder Value Management (SHVM) und Corporate Social Irresponsibility (CSIR). Ziel ist es, die systemischen Zusammenhänge dieser Phänomene aufzuzeigen, ihre wirtschaftsethische Problematik zu analysieren und Wege für eine nachhaltigere Unternehmensführung unter Einbeziehung von Stakeholder-Interessen zu formulieren.
3.2.1 Personalbild und Pay for Performance
In der Bewertung von Unternehmen durch den Kapitalmarkt und seine Analysten spielt das Thema Personal nur eine untergeordnete Rolle (vgl. Faust et al. 2007, S.19). Das erstaunliche Desinteresse an Personalpolitik lässt sich damit erklären, dass Personal in der Berechnung des SHV als reiner Kostenfaktor erfasst wird. Dies ist erstaunlich, weil Mitarbeiter regelmäßig treibender Faktor für organisationales Lernen, Wachstum und Innovation sind (vgl. ebd. S.24). Das SHVM unterscheidet hinsichtlich der Cashflow-Methode klar zwischen Kostentreibern und Werttreibern (vgl. dazu ausführlich Mars 1998). Im Rahmen dieser Methode taucht Personal nur einmalig als Zahl auf und wird daher nicht den Werttreibern zugeordnet. Der Einfluss des Personals auf erfolgstreibende Kennzahlen bleibt damit verdeckt. Aus diesem Grund hat sich die Personalpolitik vieler Unternehmen verändert. Für Manager sind im SHVM direkte Kostensenkungen interessant. Daher wird ein Personalabbau bei Bekanntgabe regelmäßig mit steigenden Börsenkursen honoriert (vgl. Kädtler 2009, S.19). Vor diesem Hintergrund kommt es zu einer Prekarisierung von Beschäftigung: Unternehmen sorgen für die Ausweitung unsicherer Beschäftigungsverhältnisse durch Personaleinsparungen, Leiharbeit und befristete Arbeitsverträge (vgl. Fligstein/Shin 2003). In diesem Kontext bildete sich auch das sogenannte fissuring von Arbeitsplätzen. Diese Organisationsform sieht die Rückbildung vom festen Anstellungsverhältnis zu Gunsten peripherer Supportfunktionen vor. Das beginnt beim Hausmeisterservice und reicht bis hin zu Back-End-Funktionen wie dem telefonischen Kundenservice. Solche Aufgaben werden vom Unternehmen an externe Dienstleister ausgelagert (vgl. Rahman/Thelen 2019, S.182).
1 Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Rolle von Finanzkrisen als Auslöser für die Debatte um Finanzialisierung, SHVM und CSIR und formuliert die zentrale Fragestellung der Arbeit.
2 Darstellung der Finanzialisierung der Wirtschaft: Dieses Kapitel analysiert das theoretische Konzept der Finanzialisierung auf verschiedenen Ebenen und dessen Einfluss auf die reale Wirtschaft sowie Individuen.
3 Darstellung des Shareholder Value Management: Hier werden die Mechanismen der wertorientierten Unternehmensführung und deren radikale Umsetzung durch Profitmaximierung untersucht.
4 Darstellung der Corporate Social Irresponsibility: Das Kapitel definiert CSIR konzeptuell und analysiert die negativen Auswirkungen dieses Handelns auf unterschiedliche Stakeholder.
5 Kritische Würdigung und maßgebliche Implikationen zum Konnex: Es erfolgt eine kritische Reflexion des gesamten Konnex mit dem Ziel, Lösungsansätze für eine ethisch verantwortungsvolle Unternehmensführung zu entwickeln.
6 Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und betont die Notwendigkeit eines gesellschaftlichen und regulatorischen Wandels zur Mäßigung der ökonomischen Prozesse.
Finanzialisierung, Shareholder Value Management, Corporate Social Irresponsibility, CSIR, Kapitalmarkt, Unternehmensführung, Stakeholder, Profitmaximierung, Nachhaltigkeit, Wirtschaftsethik, Renditedruck, Asset Manager Kapitalismus, CSR, Unternehmenssteuerung, Lobbyismus.
Die Arbeit analysiert die Zusammenhänge zwischen drei zentralen ökonomischen Phänomenen: der Finanzialisierung, dem Shareholder Value Management und der Corporate Social Irresponsibility (CSIR).
Zu den Schwerpunkten zählen der Einfluss der Finanzbranche auf die Unternehmenspolitik, der Druck zur kurzfristigen Renditemaximierung sowie die moralischen Konsequenzen unternehmerischen Handelns.
Das Hauptziel liegt in der wissenschaftlichen Aufarbeitung des wirtschaftsethisch problematischen Konnexes zwischen den genannten Phänomenen und der Suche nach Lösungsansätzen für eine verantwortungsbewusstere Unternehmensführung.
Die Arbeit stützt sich auf eine theoretische Fundierung durch Literaturanalyse, die durch Fallbeispiele und regulatorische Entwicklungen der letzten Jahrzehnte untermauert wird.
Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der Finanzialisierung, des Shareholder Value Managements sowie der CSIR, gefolgt von einer kritischen Würdigung und Implikationen für die Zukunft.
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Finanzialisierung, Shareholder Value, CSIR, Nachhaltigkeit, Profitmaximierung und Wirtschaftsethik definiert.
Als größte Investorengruppe verfügen Asset Manager durch ihre Machtkonzentration über ein erhebliches Potenzial, unternehmerische Strategien zu beeinflussen, agieren jedoch oft in widersprüchlichen Interessenlagen.
Fallbeispiele wie der VW-Skandal, der Fall Chevron im Amazonas oder die DWS-Greenwashing-Debatte veranschaulichen die praktischen Auswirkungen von CSR und CSIR im Unternehmensalltag.
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