Bachelorarbeit, 2021
48 Seiten, Note: 2,3
1 Einleitung
2 Themenspezifische Einordnung des Begriffs CSR
3 Darstellung der CSR im Wandel
3.1 Managerherrschaft und implizite CSR
3.1.1 Der Zusammenhang zwischen impliziter CSR und dem Stakeholder Value Ansatz
3.1.2 Die Industrialisierung als Grundstein der impliziten CSR
3.1.3 Die Blütezeit impliziter CSR nach 1945
3.2 Die Herrschaft des Rentiers und explizite CSR
3.2.1 Der Shareholder Value Ansatz führt zur expliziten CSR
3.2.2 Konzepte und Implikationen für explizite CSR
3.2.3 Der Business Case als Denkmuster expliziter CSR
4 Gründe für den Wandel der CSR
4.1 Der Neoliberalismus seit den 1980er Jahren
4.2 Von der Finanzialisierung bis zur Corporate Social Irresponsibility
5 Kritische Würdigung
5.1 Einordnung der bisherigen Entwicklungen der CSR
5.2 Quo Vadis CSR
5.2.1 Weiter so
5.2.2 Alternative Wege für einer CSR Zukunft und ihre Determinanten
6 Schlussbetrachtung und Ausblick
Die Arbeit untersucht den historischen Wandel von Corporate Social Responsibility (CSR) in Unternehmen, insbesondere im deutschen Kontext nach 1945. Ziel ist es, die Gründe für den Paradigmenwechsel von einer impliziten, in die Unternehmenskultur integrierten Verantwortung hin zu einer expliziten, strategischen CSR zu identifizieren und kritisch unter wirtschaftsethischen Gesichtspunkten zu würdigen.
3.1 Managerherrschaft und implizite CSR
In der Regel blieben seit dem Zeitalter der Industrialisierung die Gründer von Unternehmen nicht nur (überwiegende) Anteilsinhaber, sondern übernahmen auch ihr strategisches Management (vgl. Beyer 1998, S. 28; Mizruchi/Marshall II 2016, S. 145f.). Mit dem Einstieg weiterer Investoren ver-änderte sich dieses Bild sukzessive. Spätestens zwischen den beiden Welt-kriegen nahm die Anzahl der Investoren und Aktionäre so stark zu, dass der enorme Streubesitz zu einem abnehmenden Einfluss des einzelnen Aktionärs und damit zu einem erneuten Machtzuwachs des Managers führte (vgl. Beyer 1998, S. 31ff). In dieser Gemengelage konnten Aktiengesell-schaften über die Steuerung der Hauptversammlung die Agenda des Unter-nehmens weitestgehend selbst in die Hand nehmen, ohne großen (einheitlichen) Widerstand seitens der Aktieninhaber fürchten zu müssen (vgl. ebd.).
Bemerkenswert ist jedoch, dass Manager dennoch den Anspruch hatten, die verschiedenen Interessen der Stakeholder bestmöglich in Übereinkunft zu bringen (Emunds 2010, S. 108). Begünstigt wurde dieses Verhalten durch eine hohe Autonomie (vgl. Davis 2009, S. 67; Mizruchi/Marshall 2016, S. 148). Die Entscheidung für ein langfristig ausgerichtetes Unternehmens-management fiel vor diesem Hintergrund leicht und war logische Folge für die Unternehmensführung, schließlich gingen Manager von einer langen Verweildauer in ihrer Position aus und mussten daher einen strategischen Ansatz wählen, der die Ertragslage des Unternehmens langfristig sichert und gleichzeitig Reputation aufbaut, die dem Unternehmen auf lange Sicht hilft (vgl. Armstrong/Green 2013, S. 3; Mizruchi/Marshall 2016, S. 146).
In diesem Zuge wurden soziale und gesellschaftliche Problemfelder angegangen, die sich dem Unternehmensführer bei der Entwicklung eines langfristig stabilen und möglichst an keiner Stelle angreifbaren Unternehmensethos als hilfreich erweisen sollten (vgl. Christiansen 2015 S. 80ff.). Diese Art des „Managerialismus“ war für die Gesellschaft als Ganzes fruchtbar (Davis 2009, S. 10). Durch massive Investitionen in Forschung und Entwicklung wurden Innovationen begünstigt, die für die Unternehmen langfristige Erträge und für die Arbeitnehmer ein hohes Maß an Arbeitsplatz-sicherheit zur Folge hatten (vgl. Campbell 2007, S. 961; Reich 2008, S. 82f.; Thielemann 2020 a, S. 60).
1 Einleitung: Die Arbeit führt in das Thema CSR ein, hinterfragt, ob es sich um eine moderne Innovation handelt, und legt den Fokus auf die historische Entwicklung der gesellschaftlichen Verantwortung deutscher Unternehmen seit 1945.
2 Themenspezifische Einordnung des Begriffs CSR: Das Kapitel erläutert die terminologische Vielfalt von CSR und bereitet die Grundlage für die Analyse der unterschiedlichen CSR-Verständnisse.
3 Darstellung der CSR im Wandel: Es wird die Transformation von einer impliziten, in traditionelle Werte eingebetteten CSR hin zu einer expliziten, strategisch gesteuerten CSR detailliert nachgezeichnet.
4 Gründe für den Wandel der CSR: Dieses Kapitel beleuchtet externe treibende Kräfte, insbesondere den Neoliberalismus und die Finanzialisierung, die den Paradigmenwechsel des unternehmerischen Handelns erzwangen.
5 Kritische Würdigung: Eine ethische Auseinandersetzung mit der aktuellen CSR-Praxis und Diskussion möglicher zukünftiger Richtungen, weg von der reinen kurzfristigen Gewinnorientierung.
6 Schlussbetrachtung und Ausblick: Die Arbeit fasst die Ergebnisse zusammen und fordert eine Revitalisierung gesellschaftlicher Verantwortung durch eine stärkere politische Regulierung und ein aktiveres Bewusstsein der Zivilgesellschaft.
Corporate Social Responsibility, CSR, Implizite CSR, Explizite CSR, Finanzialisierung, Neoliberalismus, Shareholder Value, Stakeholder Ansatz, Unternehmensethik, Corporate Social Irresponsibility, CSI, Wirtschaftsgeschichte, Soziale Marktwirtschaft, Gewinnmaximierung, Nachhaltigkeit.
Die Arbeit analysiert den historischen Wandel von CSR-Verständnissen und untersucht, warum gesellschaftliche Verantwortung von Unternehmen heute anders begründet und praktiziert wird als in der Nachkriegszeit.
Die zentralen Schwerpunkte sind die Evolution der Managerherrschaft, der Einfluss des Shareholder-Value-Prinzips, die Rolle des Staates im Neoliberalismus sowie die Auswirkungen der Finanzialisierung auf die Unternehmensführung.
Das Ziel ist es, die Ursachen für den Wandel der CSR zu identifizieren, die Verschiebung von einer informellen, impliziten Verantwortung hin zu einer expliziten, vermarktbaren CSR aufzuzeigen und kritisch zu bewerten.
Die Arbeit nutzt einen historisch-strukturierten Ansatz, um die Entwicklung der CSR nachzuzeichnen, kombiniert mit einer wirtschaftsethischen Reflexion sowie einer Analyse existierender betriebswirtschaftlicher Theorien.
Im Hauptteil liegt der Fokus auf der Zeit nach 1945, wobei die Industrialisierung als Ursprung der impliziten CSR dient. Zudem wird der Prozess erläutert, durch den Finanzmärkte und deren Renditefokus die CSR transformiert haben.
Zu den prägenden Begriffen gehören insbesondere Corporate Social Responsibility, Finanzialisierung, Neoliberalismus, Stakeholder Value, Shareholder Value sowie die kritische Abgrenzung zur Corporate Social Irresponsibility.
Implizite CSR beschreibt ein historisch gewachsenes, selbstverständliches Handeln zum Wohle der Gesellschaft ohne explizite Kommunikation. Explizite CSR bezeichnet hingegen ein geplantes, strategisch kommuniziertes Engagement zur gezielten Verbesserung der Unternehmensreputation und Finanzperformance.
Die Finanzialisierung wird als wesentlicher Treiber für den Wandel identifiziert. Sie hat den Fokus der Unternehmen auf kurzfristigen Gewinn (Shareholder Value) verengt, wodurch langfristige soziale Investitionen und die „Manager-als-Staatsmann“-Rolle zunehmend unter Druck geraten sind.
Der Autor fordert u.a., CSR-Ansätze stärker vom rein finanziellen Instrumentarium zu lösen, regulatorische Rahmenbedingungen gegen den Renditehunger der Investoren zu stärken und die ethische Ausbildung von Führungskräften zu fördern.
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