Bachelorarbeit, 2021
49 Seiten, Note: 2,3
1. Einleitung
2. Ebbe un Hehn
2.1 Inhalt und Aufbau
2.2 Einordnung in die Kinder- und Jugendliteratur
2.2.1 Begriffsdefinition
2.2.2 Ebbe un Hehn als Werk der Kinder- und Jugendliteratur
2.2.3 Neuniederdeutsche Kinder- und Jugendliteratur
3. Theoretische Vorüberlegungen
3.1 Die Figurenanalyse
3.1.1 Ansätze der Figurenanalyse in der Literaturwissenschaft
3.1.2 Relevante Aspekte für die Analysen
3.2 Geschlechterbilder
3.2.1 Begriffsdefinition und stereotypische Eigenschaften
3.2.2 Geschlechterbilder in der KJL- Historische Entwicklung und aktueller Forschungsstand
4. Die Analysen
4.1 Figurenanalysen
4.1.1 Thadde
4.1.2 Emme
4.2 Analyse der Geschlechterbilder
4.2.1 Thadde- die maskuline Figur?
4.2.2 Emme – die feminine Figur?
5. Fazit
6. Literatur- und Quellenverzeichnis
Die Arbeit untersucht, wie Geschlechterbilder in Birgit Lemmermanns niederdeutschem Jugendbuch "Ebbe un Hehn" dargestellt werden, und analysiert dabei die beiden Hauptfiguren Thadde und Emme anhand theoretischer Ansätze der Figurenanalyse und Gender-Theorien.
Die Darstellung von Geschlechterbildern in der modernen niederdeutschen Kinder- und Jugendliteratur – Eine Analyse anhand der jugendlichen Protagonisten in Birgit Lemmermanns “Ebbe un Hehn”
Die Debatte zu Geschlechterbildern und der klassischen Rolle von Mann und Frau wird schon jahrelang kontrovers diskutiert. Mit den heutigen Diskursen über die Themen Feminismus und Gendern sind diese Diskussionen weiterhin aktuell. Einige soziokulturelle Disziplinen befassen sich mit der Untersuchung dieser.
Mit Fokus auf die Literaturwissenschaft ist festzustellen, dass es seit den 1945er Jahren Forschungen zu Geschlechterbildern gibt. Die Kinder- und Jugendliteratur (KJL) ist von diesen Untersuchungen nicht ausgenommen. Durch ihren hohen Einfluss auf junge Lesende und ihre sozialisierende Wirkung wird sie ebenfalls in den Fokus der geschlechtsbezogenen Debatten gelegt.
Die KJL ist bereits als Subsystem der Literatur zu verstehen und wird umfassend analysiert, doch wie spezifisch sind diese Untersuchungen, wenn die Literatur nicht in der Standardsprache verfasst wird? Wird die allgemeine Forschung zu moderner niederdeutscher KJL beobachtet, so ist der Stand dieser gering. Dennoch ist sie, auch wenn ihre Zielgruppe klein ist, nicht außer Acht zu lassen. Niederdeutsch wird als Minderheitensprache betrachtet und auch als solche geschützt. Mit der Sprachencharta 1999 gab es in mehreren Bundesländern Veränderung, die die niederdeutsche Sprache der Bevölkerung und auch der Schullandschaft erneut näherbringen sollen.
1. Einleitung: Einführung in die Thematik der Geschlechterbilder in der Kinder- und Jugendliteratur mit spezifischem Fokus auf das niederdeutsche Werk von Birgit Lemmermann.
2. Ebbe un Hehn: Detaillierte inhaltliche Darstellung des Werks sowie dessen Einordnung in den Kontext der Kinder- und Jugendliteratur und des neuniederdeutschen literarischen Systems.
3. Theoretische Vorüberlegungen: Erläuterung der Methoden zur Figurenanalyse sowie begriffliche Klärung von Geschlechterbildern und Stereotypen auf Basis aktueller Forschung.
4. Die Analysen: Praktische Untersuchung der beiden Hauptfiguren Thadde und Emme hinsichtlich ihrer Charakterisierung und der Darstellung geschlechtsspezifischer Rollenbilder.
5. Fazit: Zusammenfassende Beantwortung der Forschungsfrage über die Darstellung der Geschlechterbilder im untersuchten Werk und ein Ausblick auf weitere Forschungsmöglichkeiten.
6. Literatur- und Quellenverzeichnis: Auflistung der verwendeten Sekundärliteratur und Internetquellen zum Beleg der wissenschaftlichen Arbeit.
Geschlechterbilder, Kinder- und Jugendliteratur, KJL, Niederdeutsch, Figurenanalyse, Thadde, Emme, Gender Studies, Stereotypen, Rollenverhalten, Identitätsfindung, Birgit Lemmermann, Adoleszenz, Literaturanalyse, Soziale Sozialisation
Die Forschungsarbeit untersucht die Darstellung von Geschlechterrollen und Stereotypen in dem niederdeutschen Jugendbuch "Ebbe un Hehn" von Birgit Lemmermann.
Die zentralen Themen umfassen die Figurenanalyse, die Grundlagen der Kinder- und Jugendliteraturforschung sowie Gender-Aspekte, insbesondere die Entwicklung von Geschlechteridentitäten.
Das Ziel ist es, herauszufinden, ob und wie klassische oder moderne Geschlechterbilder bei den jugendlichen Protagonisten Thadde und Emme innerhalb der niederdeutschen Literatur abgebildet werden.
Es werden Ansätze der Figurenanalyse nach Lahn und Meister sowie Aspekte der Informationsverteilung nach Fotis Jannidis angewandt, um Charakterisierungen theoretisch fundiert zu erfassen.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung über Figurenanalyse und Gender-Theorien sowie eine praktische Analyse der Figuren Thadde und Emme, um deren Rollenverhalten zu bestimmen.
Wichtige Begriffe sind unter anderem Geschlechterstereotype, Identitätsfindung, autodiegetisches Erzählen, Minderheitensprache Niederdeutsch und die Einordnung als spezifische Kinder- und Jugendliteratur.
Emme wird als unabhängig, mutig und rational dargestellt; sie negiert typische Zuschreibungen wie emotionale Schwäche oder Ekel vor der Natur, was sie als moderne Mädchenfigur kennzeichnet.
Da Thadde als autodiegetischer Erzähler fungiert, ist die Wahrnehmung seiner Rolle stark an seine subjektiven Gedanken und seine eigene, teils voreingenommene Sichtweise gekoppelt, was die Analyse seiner Charakterisierung komplex macht.
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