Bachelorarbeit, 2020
38 Seiten, Note: 1,5
1 Einleitung
2 Worüber wir reden: Begriffsdefinitionen
2.1 Der Begriff der Religion
2.2 Religionswissenschaft, Theologie und Religionsphilosophie
2.3 Monotheistisches Glaubensverständnis und Gott
2.4 Glaube, Überzeugung und Wissen
2.5 Gottesbeweise in der Philosophie
3 Das Argument der Feinabstimmung
3.1 Einführung in die Argumentation von Matthias Schleiff
3.2 Die logische Form von Schleiffs Feinabstimmungsargument
3.3 Erläuterung der Prämissen von Schleiffs Schöpfungshypothese
3.4 Der physikalische Unterbau der Feinabstimmung
4 Kritische Überprüfung des Feinabstimmungsarguments
4.1 Zufall, Kausalität der Naturgesetze und die theory of everything
4.1.1 Einwände Schleiffs und Erwiderungen
4.2 Das Argument der Wissenslücke
4.3 Die Keine-Welt-Anschauung
5 Fazit: Wie plausibel ist das Feinabstimmungsargument wirklich?
Die vorliegende Bachelorarbeit befasst sich mit der kritischen Analyse des teleologischen Arguments der Feinabstimmung kosmischer Parameter. Ziel der Arbeit ist es, die Schöpfungshypothese, wie sie insbesondere von dem Theologen Matthias Schleiff vertreten wird, unter Einbeziehung naturwissenschaftlicher und philosophischer Einwände auf ihre Plausibilität und logische Konsistenz zu prüfen.
Die logische Form von Schleiffs Feinabstimmungsargument
Matthias Schleiff (2019, 100-102) baut sein abschließendes Argument auf dem Schluss auf die beste Erklärung auf. Hierbei bezieht er sich zunächst auf Charles Sanders Peirces (1931-1958, Band V, 189) Formulierung der Abduktion:
The surprising fact, C, is observed; But if A were true, C would be a matter of course, Hence, there is reason to suspect that A is true.
Nun zeigt sich, weshalb die Erklärungsbedürftigkeit des Argumentes einen hohen Stellenwert in der Argumentation Schleiffs hat. Der logische Schluss der Abduktion beruht nämlich auf einem surprising fact, welcher als solcher erklärt werden muss, damit die zu beweisende Hypothese verifiziert werden kann. Eine überraschende Tatsache bietet aber zumeist viel Raum für Spekulation und unterschiedlichste Erklärungshypothesen. Es könnte sich also als recht willkürlich erweisen, eine Erklärung für die überraschende Tatsache zu finden.
Einen Ausweg aus diesem Dilemma bietet Gilbert H. Harman, welcher die heute gängige Formulierung des Schlusses auf die beste Erklärung geprägt hat. Harman (1965, 89) beschreibt die Problematik der Abduktion und seine Lösung für dieses Schlussverfahren wie folgt:
In making this inference one infers, from the fact that a certain hypothesis would explain the evidence, to the truth of that hypothesis. In general, there will be several hypotheses which might explain the evidence, so one must be able to reject all such alternative hypotheses before one is warranted in making the inference. Thus one infers, from the premise that a given hypothesis would provide a ‘better’ explanation for the evidence than would any other hypothesis, to the conclusion that the given hypothesis is true.
1 Einleitung: Einführung in die Thematik des Gottesbeweises anhand der Bedeutung der Feinabstimmung und Darstellung der wissenschaftlichen Ausgangslage.
2 Worüber wir reden: Begriffsdefinitionen: Klärung der notwendigen Fachtermini wie Religion, Gott, Glaube und des philosophischen Verständnisses von Gottesbeweisen.
3 Das Argument der Feinabstimmung: Detaillierte Darstellung des Feinabstimmungsarguments von Matthias Schleiff, seiner Prämissen und des physikalischen Unterbaus.
4 Kritische Überprüfung des Feinabstimmungsarguments: Analyse und Gegenargumentation unter Einbeziehung von Theorien wie der "theory of everything", dem Multiversum und der Sinnfeldontologie.
5 Fazit: Wie plausibel ist das Feinabstimmungsargument wirklich?: Zusammenfassende Bewertung der Plausibilität und logischen Stichhaltigkeit des untersuchten Gottesbeweises.
Feinabstimmung, Gott, Schöpfungshypothese, Teleologie, Abduktion, Schleiff, Multiversum, Religiöse Philosophie, Naturkonstanten, Wissenslücke, Keine-Welt-Anschauung, Neuer Realismus, Stephen Hawking, Existenz, Gottesbeweis
Die Arbeit untersucht kritisch das teleologische "Argument der Feinabstimmung", welches versucht, aus den präzisen Werten der physikalischen Naturkonstanten auf die Existenz eines intelligenten Schöpfers zu schließen.
Die Arbeit verknüpft religionsphilosophische Fragestellungen mit modernen physikalischen Theorien, wie dem Multiversum, der Kosmologie und aktuellen wissenschaftstheoretischen Debatten über die Existenz der Welt.
Das Ziel ist die kritische Evaluation der Dissertation von Matthias Schleiff, insbesondere der Frage, ob eine "Schöpfungshypothese" rational als "beste Erklärung" für die Feinabstimmung des Universums akzeptiert werden kann.
Die Autor verwendet die Methode der analytischen Philosophie, insbesondere den "Schluss auf die beste Erklärung", sowie die kritische Gegenüberstellung primärliterarischer Positionen aus Kosmologie und Ontologie.
Der Hauptteil definiert zunächst Begriffe wie Religion und Glauben, expliziert Schleiffs logische Argumentationsstruktur und setzt diese in Bezug zu physikalischen Erklärungsmodellen sowie kritischen Positionen.
Die wesentlichen Begriffe sind Feinabstimmung, Schöpfungshypothese, Teleologie, Multiversum, Wissenschaftstheorie und ontologische Fragen zur Existenz der Welt.
Die Autor arbeitet heraus, dass die Schöpfungshypothese an der "Argumentation der Wissenslücke" leidet und logische Probleme bei der Definition einer "allumfassenden Welt" mit sich bringt.
Sie betont, dass naturwissenschaftliche Entwicklungen, wie Feynmans Pfadintegrale oder die "Keine-Rand-Bedingung", Erklärungsmodelle bieten, die ohne einen Schöpfer auskommen und damit die teleologische Argumentation untergraben.
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