Masterarbeit, 2021
74 Seiten, Note: 1,8
1 Einleitung
1.1 Problemstellung
1.2 Ziel der Arbeit
1.3 Aufbau der Arbeit
2 Die pathozentrische Position Peter Singers
2.1 Der Präferenz- Utilitarismus
2.2 Das Prinzip der Gleichheit
2.3 Theoretische Basis des Werkes Befreiung der Tiere
2.3.1 Warum Töten ein Unrecht darstellt
2.4 Einwand gegen den utilitaristischen Ansatz
3 Die abolitionistische Position nach Tom Regan
3.1 Die Rechte der Tiere
3.1.1 Die moralische Theorie
3.2 Einwände gegen Regans theoretischen Ansatz
4 Norbert Hoersters anthropozentrischer Ansatz
4.1 Grundfragen der Tierethik
4.1.1 Haben Tiere eine Würde?
4.1.2 Altruistische Herangehensweise
4.1.3 Das Prinzip der Gleichbehandlung
4.2 Kritik an Hoerster und dem Anthropozentrismus
5 Hoersters Kritik am Pathozentrismus und Abolitionismus
5.1 Kritik an Peter Singer
5.2 Kritik an Tom Regan
6 Die Überprüfung der theoretischen Ansätze
6.1 Das „Nutzen“ von Tieren nach Peter Singer
6.2 Das „Nutzen“ von Tieren nach Tom Regan
6.3 Das „Nutzen“ von Tieren nach Norbert Hoerster
7 Zukunftsaussichten
8 Resümee
Die vorliegende Masterarbeit erforscht die Entwicklung des Umgangs mit tierischem Leben und vergleicht kritisch die tierethischen Ansätze von Peter Singer, Tom Regan und Norbert Hoerster, um eine Prognose für die Zukunft des Mensch-Tier-Verhältnisses zu formulieren.
Die pathozentrische Position Peter Singers
Zu den ethischen Theorien Peter Singers muss als erstes angeführt werden, dass er der Meinung ist, dass bei jedem moralischen Urteil, welches gefällt wird, Moraltheorien verworfen werden, denen ein egoistisches Motiv innewohnt oder die eine Gruppe von Wesen vor eine andere stellen. Dabei orientiert er sich an Jeremy Bentham, dem „Vater des modernen Utilitarismus“.
Für das tiefergehende Verständnis der ethischen Auffassung Peter Singers, ist es von Bedeutung, zunächst das Prinzip des Utilitarismus zu verinnerlichen. Die utilitaristische Herangehensweise legt eine normative Theorie vor, welche es ermöglicht, Handlungen moralisch bewerten zu können. Ein Utilitarist erachtet eine Handlung als richtig, wenn sie „ebenso viel oder mehr Zuwachs an Glück für alle Betroffenen produziert als jede andere Handlung“; falsch ist sie, wenn sie dies nicht tut.
Singer führt in seinen Ausführungen zwei Einschränkungen an. „»Zuwachs an Glück« bezieht sich hier auf das reine Glück, abzüglich jeglichen, möglicherweise durch die betreffende Handlung ebenfalls ausgelösten Leides oder Unglücks; und wenn zwei verschiedene Handlungen für sich beanspruchen, das größte Maß an Glück zu bewirken, so sind beide richtig.“
1 Einleitung: Dieses Kapitel führt in die Problematik des menschlichen Verhältnisses zu Tieren ein und definiert die zentrale Forschungsfrage sowie den Aufbau der Arbeit.
2 Die pathozentrische Position Peter Singers: Hier wird der Präferenz-Utilitarismus erläutert, wobei Singers Fokus auf Interessenabwägung und Schmerzvermeidung für alle empfindungsfähigen Wesen im Zentrum steht.
3 Die abolitionistische Position nach Tom Regan: Dieses Kapitel stellt Regans deontologischen Ansatz vor, der Tieren aufgrund ihres Status als „Subjekt eines Lebens“ inhärente Rechte zuschreibt.
4 Norbert Hoersters anthropozentrischer Ansatz: Hoerster argumentiert für eine Position, die den Menschen in den Mittelpunkt stellt, und hinterfragt die ethische Notwendigkeit, Tieren Rechte einzuräumen.
5 Hoersters Kritik am Pathozentrismus und Abolitionismus: Hier erfolgt eine kritische Auseinandersetzung Hoersters mit den Argumentationslinien von Singer und Regan aus anthropozentrischer Sicht.
6 Die Überprüfung der theoretischen Ansätze: Die Theorien werden auf die Praxis der industriellen Tiernutzung angewendet, um zu prüfen, ob ein generelles Verbot der Nutzung ableitbar ist.
7 Zukunftsaussichten: Dieses Kapitel diskutiert aktuelle Zustände in der Nutztierhaltung und entwirft Szenarien für zukünftige Veränderungen durch moralisches Handeln der Verbraucher.
8 Resümee: Die Arbeit schließt mit einer Zusammenfassung der Ergebnisse und einem Fazit über die Vielschichtigkeit der Debatte.
Tierethik, Utilitarismus, Pathozentrismus, Anthropozentrismus, Abolitionismus, Speziesismus, Tierrechte, Subjekt eines Lebens, Interessenabwägung, Nutztierhaltung, Moralnorm, Schmerzempfinden, Integrierte Ethik, Fleischverzehr, Tierleid.
Die Arbeit untersucht und vergleicht die unterschiedlichen ethischen Ansätze von Peter Singer, Tom Regan und Norbert Hoerster im Hinblick auf den Wert tierischen Lebens und die daraus resultierenden menschlichen Pflichten.
Der Fokus liegt auf dem Pathozentrismus (Singer), dem Abolitionismus bzw. der Tierrechtstheorie (Regan) und dem Anthropozentrismus (Hoerster).
Es handelt sich um eine philosophische Theorieanalyse und einen komparativen Vergleich moralphilosophischer Modelle, ergänzt durch die kritische Anwendung dieser Theorien auf aktuelle Produktionsstandards der Fleischindustrie.
Singer fordert die Interessenabwägung aller empfindungsfähigen Wesen und betont das gleiche Gewicht von Glück und Leid unabhängig von der Spezies, wobei er Handlungskonsequenzen bewertet.
Regan begründet Tierrechte nicht nützlichkeitsethisch, sondern über den „inhärenten Wert“ von Lebewesen, die er als Subjekte eines Lebens definiert, was ihn zu einer prinzipiellen Ablehnung der Nutzung von Tieren führt.
Hoerster ist ein Vertreter des anthropozentrischen Denkens, der die moralische Priorität menschlicher Interessen verteidigt und Rechte als durch soziale Konsense der Menschen begründet ansieht.
Während Singer Tierversuche primär anhand erzeugten Leids gewichtet, lehnt Regan sie aufgrund des inhärenten Wertes der Tiere ab; Hoerster sieht sie in Einzelfällen als theoretisch vertretbar, sofern sie einen Nutzen für den Menschen aufweisen.
Hoerster argumentiert vor allem mit der natürlichen Verbundenheit des Menschen zu seiner eigenen Spezies und der Fähigkeit des Menschen zu rationaler Zukunftsplanung, die ihm einen anderen moralischen Status zuweise.
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