Bachelorarbeit, 2023
43 Seiten, Note: 1,7
1. Einleitung
2. Theoretische Grundlagen
2.1 Lebensphase Jugend
2.2 Soziale Normen und abweichendes Verhalten
2.3 Jugendkriminalität
2.4 Resozialisierung
3. Forschungsstand
4. Strafrechtliche Kriminalitätsbearbeitung
4.1 Jugendstrafrecht
4.2 Jugendstrafvollzug
5. Soziale Arbeit im Jugendstrafvollzug
5.1 Aufgabenbereiche und Ziele
5.2 Soziale Kontrolle, Doppeltes Mandat und Zwangskontext
5.3 Haltung und Kompetenzen
5.4 Handlungsmethoden
5.5 Herausforderungen und Chancen
6. Fazit und Ausblick
Die vorliegende Arbeit untersucht die Rolle der Sozialen Arbeit im Jugendstrafvollzug unter der Leitfrage, wie Resozialisierung bei inhaftierten Jugendlichen unter Berücksichtigung pädagogischer Konzepte und institutioneller Rahmenbedingungen effektiv gestaltet werden kann.
Soziale Kontrolle, Doppeltes Mandat und Zwangskontext
Ein wesentliches Konzept bei der Prävention von Delinquenz und deviantem Verhalten sowie bei der Ermöglichung von konformem Verhalten ist die Soziale Kontrolle. Unter dem Konzept Soziale Kontrolle versteht man einen Prozess innerhalb einer Gesellschaft, deren Ziel darin besteht, deviantes Verhalten zu untersuchen und mit Sanktionen zu belegen. Es handelt sich um eine durch eine Gruppe erzeugte beabsichtigte Kontrolle des Individuums. Indem Normen, Werte und Regeln mittels Strukturen und Mechanismen etabliert werden und Konformität hergestellt wird. Im Kontext des Jugendstrafvollzugs kann es zu einer stärkeren Ausprägung der sozialen Kontrolle kommen, da SozialarbeiterInnen sich mit bestimmten Vorschiften und Herausforderungen auseinandersetzen müssen, um die rechtlichen Rahmenbedingungen und den Schutz der öffentlichen Sicherheit zu gewährleisten (vgl. Oelkers et al. 2022, S. 35f.; Janssen/Riehle, S. 30f.). Diese Art von Kontrolle kann nicht alleine durch Sanktionierungen erfolgen, sondern muss durch Sozialisation und Resozialisierung unterstützt werden (vgl. Cornel 2021b, S. 52).
Zudem werden SozialarbeiterInnen im Jugendstrafvollzug grundsätzlich mit dem Doppelten Mandat konfrontiert, genauer gesagt stehen sich hier Hilfe und Kontrolle gegenüber. Unter Hilfe versteht man das Handeln basierend auf Methoden der SozialarbeiterInnen. Dabei muss die Interaktion freiwillig und kooperativ ablaufen, in dem die AdressatInnen mitbestimmen können. Die weitere Vorgehensweise und Planung sollen demnach gemeinsam erfolgen. Im Hinblick auf Kontrolle bildet die Freiwilligkeit den Unterschied zur Hilfe. Maßnahmen basierend auf Kontrolle werden von dem Klientel als Reduzierung ihrer Freiheit angesehen und lassen sich durch den Normalisierungsauftrag der Gesellschaft im rechtlichen Rahmen des Vollzugs, das heißt im Kontext des Zwangs wiederfinden (vgl. Klug/Niebauer 2022, S. 46). Diese Grundlage beschreibt die Bestimmung der Funktion von justiznaher Sozialer Arbeit (vgl. Klug/Niebauer 2022, S. 45) und resultiert aus der Tatsache, dass sie eine doppelte Tätigkeit auszuführen hat. Auf der einen Seite stehen die individuellen Forderungen und das Wohlergehen des Klientel, auf der anderen Seite müssen die Interessen der Gesellschaft vertreten werden.
1. Einleitung: Die Arbeit thematisiert die Herausforderungen der Jugendkriminalität und die Notwendigkeit der Resozialisierung junger Menschen.
2. Theoretische Grundlagen: Dieses Kapitel erläutert die Lebensphase Jugend, die Entstehung sozialer Normen, sowie die Ursachen von Jugendkriminalität und Resozialisierung.
3. Forschungsstand: Hier werden bestehende Studien und Ergebnisse der Sozialwissenschaften bezüglich der Wirksamkeit von Vollzugsmaßnahmen zusammenfassend betrachtet.
4. Strafrechtliche Kriminalitätsbearbeitung: Das Kapitel analysiert den rechtlichen Rahmen durch das Jugendstrafrecht und die Funktionen sowie den Ablauf des Jugendstrafvollzugs.
5. Soziale Arbeit im Jugendstrafvollzug: Hier werden die Aufgaben, Methoden, Haltungen sowie die Herausforderungen der Sozialarbeit in dem von Kontrolle und Zwang geprägten Umfeld dargelegt.
6. Fazit und Ausblick: Das Kapitel reflektiert die Ergebnisse der Arbeit und betont die Notwendigkeit einer evidenzbasierten und pädagogisch reflektierten Sozialarbeit für eine erfolgreiche Resozialisierung.
Jugendstrafvollzug, Resozialisierung, Soziale Arbeit, Jugendkriminalität, Erziehungsgedanke, Sozialisation, Straftäter, Jugendstrafrecht, Sozialpädagogik, Fallmanagement, Einzelfallhilfe, Prävention, Strafvollzug, Devianz, Haftentlassung.
Die Arbeit untersucht die Möglichkeiten und Grenzen der Resozialisierung im Jugendstrafvollzug durch die Soziale Arbeit.
Die zentralen Themen sind pädagogische Entwicklungsaufgaben, Jugendkriminalität, die rechtliche Ausgestaltung des Strafvollzugs und die spezifische Rolle der Sozialarbeiter als Fachpersonal.
Das Ziel ist es, ein Verständnis für die Relevanz pädagogischen Handelns im Vollzug zu schaffen und aufzuzeigen, wie Sozialarbeiter zur erfolgreichen Wiedereingliederung beitragen können.
Die Arbeit betrachtet Methoden wie Beratung, Einzelfallhilfe, Gruppenarbeit, Case Management und Krisenintervention.
Der Hauptteil befasst sich detailliert mit den theoretischen Konstrukten, dem Forschungsstand, der rechtlichen Basis (Jugendstrafrecht) und der praktischen Umsetzung der Sozialen Arbeit im Vollzug.
Wichtige Begriffe sind Resozialisierung, Jugendstrafvollzug, Sozialpädagogik, Erziehungsgedanke und Fallmanagement.
Die Arbeit weist auf das Spannungsfeld des "doppelten Mandats" hin, bei dem Sozialarbeiter Hilfe anbieten, aber gleichzeitig Teil eines Kontroll- und Sanktionssystems sind, was die vertrauensvolle Arbeit erschwert.
Es beschreibt den Konflikt, einerseits die Interessen des Klienten (Hilfe) und andererseits die Vorgaben des Staates (Kontrolle/Sicherheit) vertreten zu müssen.
Der Autor bemängelt ein Forschungsdefizit, insbesondere bezüglich der effektiven Wirkung spezifischer sozialpädagogischer Methoden im Jugendstrafvollzug.
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