Bachelorarbeit, 2018
53 Seiten, Note: 1,3
I. Die moderne Kirche zwischen wachsenden Aufgaben und Mitgliederschwund
II. Der eigene Glaubensweg der >Seligen Schererin< als mittelalterliches Politikum
III. Ein Leben im Zeichen der christlichen Rückbesinnung bei Johannes Mulberg
IV. Die Abstoßung der eigenen Existenz im »fließenden Licht der Gottheit«
V. Jean Gersons theologischer Leitfaden der »richtigen« Annäherung an Gott
VI. Ein Querschnitt zeitgenössischer Texte im Hinblick auf die Leitthematik
VII. Die Bedeutung eines inhärenten Glaubenskampfes für die westliche Identität
VIII. Schlusswort mit Ausblick
Die Arbeit untersucht individuelle weibliche Glaubenswege im Mittelalter und deren Reflexion in theologischen Schriften, um Parallelen und Unterschiede zwischen mittelalterlicher Frömmigkeit und modernen Vorstellungen von religiösem Individualismus und Gleichberechtigung aufzuzeigen.
Die moderne Kirche zwischen wachsenden Aufgaben und Mitgliederschwund
Gleichberechtigung ist wohl das geflügelte Wort der westlichen Gesellschaft schlechthin und dabei ist es nicht einmal von Bedeutung in welchem Kontext man es letztendlich verwenden möchte. Geschlechter, Nationen, Firmen und Glaubensgemeinschaften sind heutzutage beinahe täglich, in den verschiedensten Konstellationen, dazu aufgefordert besagte Idealvorstellung zu generieren oder ihr Fortbestehen zu garantieren.
Dabei hat gerade die zuletzt genannte Gruppierung – in diesem Fall deren größter und einflussreichster westlicher Ableger, die katholische Kirche – in diesem Zusammenhang immer wieder mit dem Vorwurf der systematischen Benachteiligung des weiblichen Geschlechts zu kämpfen. Dieser hält sich mehr als nur hartnäckig und geht zurück auf die Priesterweihe, welche ausschließlich den Männern vorbehalten ist.
Nun kann man durchaus der Meinung sein, dass hierin grundsätzlich noch kein bemerkenswertes Problem angelegt ist, beschweren sich doch lediglich bestimmte Gruppen der Gesellschaft – die nicht einmal notwendigerweise dem katholischen Glauben angehören müssen – und nicht alle Kirchenfrauen per se.
Jedoch bilden sich auch aus dem innersten Kern dieser Gemeinschaft in letzter Zeit immer mehr Stimmen, welche nicht nur vehement auf diese Ungleichheit hinweisen, sondern sie auch aktiv anzugehen gedenken. Gemeinsam mit dem Trend der immer weiter sinkenden Mitgliederzahlen der katholischen Kirche kann man also durchaus von einer richtungsweisenden Problematik sprechen, bei der man es sich schlichtweg nicht leisten kann die Hälfte der eigenen Gläubigen zu ignorieren.
I. Die moderne Kirche zwischen wachsenden Aufgaben und Mitgliederschwund: Einleitung in die aktuelle Problematik der Benachteiligung von Frauen in der katholischen Kirche und deren Bezug zu sinkenden Mitgliederzahlen.
II. Der eigene Glaubensweg der >Seligen Schererin< als mittelalterliches Politikum: Analyse der Gnadenvita der Seligen Schererin als Beispiel für einen Beginen-Lebensweg außerhalb klösterlicher Strukturen.
III. Ein Leben im Zeichen der christlichen Rückbesinnung bei Johannes Mulberg: Untersuchung der dominikanischen Perspektive auf das Beginentum und die Rolle von Reformbewegungen im 15. Jahrhundert.
IV. Die Abstoßung der eigenen Existenz im »fließenden Licht der Gottheit«: Auseinandersetzung mit Mechthild von Magdeburgs mystischem Werk und der Bedeutung der Vereinigung mit Gott.
V. Jean Gersons theologischer Leitfaden der »richtigen« Annäherung an Gott: Darstellung von Jean Gersons Ansätzen zur Kontemplation und seiner kritischen Einordnung persönlicher Offenbarungen.
VI. Ein Querschnitt zeitgenössischer Texte im Hinblick auf die Leitthematik: Einbindung weiterer historischer Persönlichkeiten wie Hildegard von Bingen und Heinrich Seuse zur Vertiefung des Gesamtwissens.
VII. Die Bedeutung eines inhärenten Glaubenskampfes für die westliche Identität: Verknüpfung der mittelalterlichen Befunde mit dem modernen Begriff des religiösen Individualismus.
VIII. Schlusswort mit Ausblick: Zusammenfassung der Kernerkenntnisse über die Dynamik zwischen religiösem Individuum und kirchlicher Institution.
Beginentum, Mystik, Katholische Kirche, Gnadenvita, Johannes Mulberg, Mechthild von Magdeburg, Jean Gerson, Seelenheil, Kontemplation, Gleichberechtigung, Religiöser Individualismus, Observanz, Mittelalter, Geschlechterrollen, Theologie.
Die Arbeit untersucht individuelle religiöse Lebenswege von Frauen im Mittelalter sowie deren Reflexion und Bewertung durch zeitgenössische theologische Schriften.
Die Schwerpunkte liegen auf dem Beginentum, der mittelalterlichen Mystik, dem Spannungsfeld zwischen individuellem Glaubenseifer und kirchlicher Kontrolle sowie der Reformbestrebungen innerhalb der Orden.
Ziel ist es, das Verhältnis zwischen individueller religiöser Erfahrung und institutioneller kirchlicher Lehre im Mittelalter zu klären und historisch mit modernen Identitäts- und Gleichberechtigungsfragen zu kontextualisieren.
Es handelt sich um eine literaturwissenschaftlich-historische Analyse, die Quellenauszüge mit moderner Forschungsliteratur abgleicht, um ein Gesamtbild mittelalterlicher Glaubenspraxis zu zeichnen.
Der Hauptteil analysiert spezifische Viten (Schererin, Mechthild von Magdeburg) und theologische Positionen (Johannes Mulberg, Jean Gerson), um die Reaktion der Kirche auf mystische Bewegungen aufzuzeigen.
Beginentum, Mystik, religiöser Individualismus, Seelenheil, kirchliche Observanz und Geschlechterrolle im Mittelalter.
Gerson erkennt die Kontemplation als legitimen Weg an, betont jedoch die Notwendigkeit theologischer Kontrolle, um den Einzelnen vor Irrlehren oder Selbsttäuschung zu bewahren.
Körperlichkeit, oft in Form von Krankheit oder Leiden, dient in den Viten als Beweis für die Intensität der Gottesnähe oder als notwendige Abkehr vom Weltlichen zugunsten der Seele.
Die Arbeit zeigt, dass Frauen religiöse Expertise beanspruchten, dabei aber oft den Korrekturen männlicher Vormünder unterstanden, wobei die Theologie der Zeit weibliche Gottesliebe teils als besonders intensiv, aber gefährdet einstufte.
Der GRIN Verlag hat sich seit 1998 auf die Veröffentlichung akademischer eBooks und Bücher spezialisiert. Der GRIN Verlag steht damit als erstes Unternehmen für User Generated Quality Content. Die Verlagsseiten GRIN.com, Hausarbeiten.de und Diplomarbeiten24 bieten für Hochschullehrer, Absolventen und Studenten die ideale Plattform, wissenschaftliche Texte wie Hausarbeiten, Referate, Bachelorarbeiten, Masterarbeiten, Diplomarbeiten, Dissertationen und wissenschaftliche Aufsätze einem breiten Publikum zu präsentieren.
Kostenfreie Veröffentlichung: Hausarbeit, Bachelorarbeit, Diplomarbeit, Dissertation, Masterarbeit, Interpretation oder Referat jetzt veröffentlichen!

