Diplomarbeit, 1996
154 Seiten, Note: 5.5
TEIL I: THEORETISCHE GRUNDLAGEN
EINLEITUNG
PROBLEMSTELLUNG
ZENTRALE BEGRIFFE
WERTE UND IHRE FUNKTION IN DER BILDUNG
EINIGE PROBLEME BEI DER POLITISCHEN UMSETZUNG VON WERTEN
ANNÄHERUNG AN DIE BEGRIFFE 'CHRISTLICH' UND 'CHRISTLICHE WERTE'
WAS VERSTEHT MAN UNTER 'SÄKULAR' UND 'SÄKULARISIERUNG'?
CHRISTLICHES WERTBEKENNTNIS UND DIE WAHRUNG DER GLAUBENS- UND GEWISSENSFREIHEIT
WAHRUNG DER GLAUBENS- UND GEWISSENSFREIHEIT BEDINGT EINE CHRISTLICHE AUSRICHTUNG DER SCHULE
WAHRUNG DER GLAUBENS- UND GEWISSENSFREIHEIT BEDINGT EINE WELTANSCHAULICH FREIE HALTUNG DER SCHULE
DISKUSSION DER BEIDEN BEITRÄGE
UNTERSUCHUNGSINSTRUMENT, UM DEN WANDEL DER PRIORITÄTWANDELS CHRISTLICHER WERTE NACHWEISEN ZU KÖNNEN
TEIL II UNTERSUCHUNG EINES PRIORITÄTENWANDELS CHRISTLICHER WERTE IN DER DEUTSCHSPRACHIGEN VOLKSSCHULE DES KANTONS BERN VON 1950 BIS 1995
ZEITRAUM UND MATERIALAUSWAHL DER UNTERSUCHUNG
KURZER EINBLICK IN DIE SCHULGESCHICHTE DES KANTONS BERN
DIE SCHULGESETZDISKUSSION VON 1950 BIS 1992
DAS SCHULGESETZ VON 1951
DIE VORBERATENDE KOMISSION
DIE DISKUSSION IM GROSSEN RAT: ERSTE LESUNG
WAS GESCHAH IM SOMMER 1951?
BERATUNG DES GESETZES ÜBER DIE MITTELSCHULEN IM JAHR 1956
DIE FÄCHERUMBENENNUNG FÜR DEN NEUEN LEHRPLAN 1983
DAS KINDERGARTENGESETZ VON 1982/83
GRUNDSÄTZE ZUR GESAMTREVISION DER BILDUNGSGESETZGEBUNG 1985
DAS VOLKSSCHULGESETZ VON 1991/92
ZUSAMMENFASSUNG UND FAZIT DER UNTERSUCHUNG
DIE LEHRPLÄNE DER PRIMARSCHULE 1951-1996
ALLGEMEINE RICHTLINIEN UND LEITIDEEN
DIE FÄCHERBESCHREIBUNGEN IN DEN LEHRPLÄNEN
DAS FACH RELIGION IM LEHRPLAN
DER SPRACHUNTERRICHT IM LEHRPLAN
DER REAL- ODER SACHUNTERRICHT IM LEHRPLAN
DER FRANZÖSISCHUNTERRICHT IM LEHRPLAN
DAS FACH SINGEN/MUSIK IM LEHRPLAN
UNTERSUCHUNG AUSGEWÄHLTER LEHRMITTEL VON 1950 BIS 1995
LEHRMITTEL ZUM SPRACHUNTERRICHT: SPRACHBÜCHER
LEHRMITTEL ZUM SPRACHUNTERRICHT: LESEBÜCHER
LEHRMITTEL ZUM REAL- ODER SACHUNTERRICHT
SACHLESEBUCH GEOGRAFIE
SACHLESEBUCH GESCHICHTE
SACHLESEBUCH NATURKUNDE
LEHRMITTEL ZUM GEOGRAFIEUNTERRICHT
LEHRMITTEL ZUM NATURKUNDEUNTERRICHT
LEHRMITTEL ZUM FRANZÖSISCHUNTERRICHT
LEHRMITTEL ZUM MUSIKUNTERRICHT
ZUSAMMENFASSUNG UND AUSWERTUNG DER ERGEBNISSE
TEIL III CHRISTLICHE WERTE IN EINER PLURALISTISCHEN GESELLSCHAFT
BILDUNG UND IDENTITÄT
BILDUNG, WERTEWANDEL ZWEITER ART UND PLURALISMUS
MODELLE ZUR ORGANISATION DER SCHULE IN EINEM WERTPLURALISTISCHEN UMFELD
ZUR UMSETZUNG CHRISTLICHER WERTE IN DER SCHULE
AUSGESTALTUNGSFORMEN CHRISTLICHER WERTE: UMFRAGE UNTER CHRISTLICHEN SCHULINSTITUTIONEN
FAZIT DER UNTERSUCHUNG
DAS CHRISTENTUM ALS EIN MODELL FÜR DAS LEBEN IN EINER PLURALISTISCHEN GESELLSCHAFT
Die Arbeit untersucht den Wandel in der Bedeutung und Funktion christlicher Werte im deutschsprachigen Volksschulsystem des Kantons Bern im Zeitraum zwischen 1950 und 1995. Ziel ist es, nachzuweisen, ob und in welcher Weise ein Säkularisierungsprozess in den Lehrplänen, Lehrmitteln und gesetzlichen Rahmenbedingungen stattgefunden hat und wie diese christliche Prägung heute in einem pluralistischen Umfeld interpretiert werden kann.
Einleitung
In verschiedenen neuen Lehrplänen wird vermehrt Werterziehung und nicht länger nur, wie vor allem in den 70er-Jahren, Wissensvermittlung in der Schule betont. Diese Tendenz wird auch von der kantonalen Erziehungsdirektorenkonferenz bestätigt und unterstützt. In einem Dossier zur Primarschulentwicklung in der Schweiz wird dem Lehrer explizit zugestanden, dass er Werte und Ziele in den Unterricht einbringen kann:
"Wer als Lehrer inmitten breiter Stoffkataloge und eines pluralistischen Wertangebotes an ein paar wichtige Ziele und Werte stark glauben kann, ist belastbarer. Das wiederum setzt eine Schule voraus, welche eine solche Ziel- und Wertgewichtung erlaubt und fördert" (HELLER 1986, 131).
Ein Artikel über die Weltkonferenz der Lehrer bestätigt diese Richtung:
"Die Vorstellung von neutralem Lehrverhalten ist absurd, weil alles Lehren wertgeladen ist. Selbst wenn Neutralität möglich wäre, würde sie den Interessen der Schüler zuwiderlaufen: Die Schüler würden allein gelassen in einer Welt, welche von vielfältigen und widersprüchlichen Wertangeboten geprägt ist... Erziehende müssen dellhaft in ihrem Wissen, in ihren Fertigkeiten und Einstellungen die Werte vorleben, wie sie in der Menschenrechtserklärung niedergelegt sind" (SLZ 1. Dez. 1988).
Diese Neuorientierung bestätigen verschiedene neue Autoren, wie zum Beispiel LEMKE (1993) und PALMER (1991), die sich kritisch mit der Stellung von (religiösen) Werten in der Schule auseinandersetzen.
TEIL I: THEORETISCHE GRUNDLAGEN: Dieses Kapitel erarbeitet die begrifflichen Voraussetzungen und das theoretische Umfeld zur Diskussion über Werte, Säkularisierung und christliche Erziehung.
TEIL II UNTERSUCHUNG EINES PRIORITÄTENWANDELS CHRISTLICHER WERTE IN DER DEUTSCHSPRACHIGEN VOLKSSCHULE DES KANTONS BERN VON 1950 BIS 1995: Der Hauptteil analysiert chronologisch die gesetzlichen Grundlagen, Lehrpläne und Lehrmittel hinsichtlich ihres christlichen Bezugs.
TEIL III CHRISTLICHE WERTE IN EINER PLURALISTISCHEN GESELLSCHAFT: Dieser Abschnitt reflektiert die Ergebnisse vor dem Hintergrund aktueller Identitätsbildung und diskutiert Modelle für die schulische Organisation in einem wertpluralistischen Kontext.
Christliche Werte, Volksschulsystem, Kanton Bern, Säkularisierung, Lehrplan, Lehrmittel, Werterziehung, Pluralismus, Identitätsbildung, Religionsunterricht, Schulgesetzgebung, Christentum, Bildungsziele, Wertepluralismus, Schulentwicklung
Die Arbeit untersucht, welchen Einfluss christliche Werte auf das öffentliche Volksschulwesen des Kantons Bern in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts hatten und ob diese über die Jahrzehnte abgenommen haben.
Die zentralen Felder sind die Analyse der Schulgesetzgebung, der Wandel von Lehrplänen und die Untersuchung von Lehrmitteln in verschiedenen Schulfächern im Hinblick auf ihre christlich-religiöse Ausrichtung.
Die zentrale Forschungsfrage ist, ob ein Säkularisierungsprozess in der Schule nachgewiesen werden kann und wie sich die Prioritätensetzung christlicher Werte in einem pluralistischen gesellschaftlichen Kontext verändert hat.
Der Autor verwendet einen hermeneutischen Ansatz zur Text- und Dokumentenanalyse der Gesetzestexte und Lehrpläne sowie eine empirische Umfrage unter christlichen Privatschulen zur Ergänzung der Analysen.
Der Hauptteil gliedert sich in die historische Aufarbeitung der Schulgesetzdiskussion (1950-1992), die detaillierte Untersuchung der Lehrpläne für verschiedene Fächer sowie die Analyse von Lehrmitteln in Fächern wie Sprache, Realien und Musik.
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Säkularisierung, christliche Werte, Lehrplananalyse, Wertewandel, Pluralismus und Identitätsbildung charakterisiert.
Der Autor konnte durch den Vergleich der Lehrpläne von 1951 bis 1996 aufzeigen, dass explizit christliche Formulierungen zunehmend durch allgemeinere Begriffe wie 'Lebensgestaltung', 'Natur' oder 'Kultur' ersetzt wurden.
Sie dienen als Vergleichsinstanz, um zu sehen, wie die Umsetzung christlicher Werte heute in Institutionen mit mehr Freiraum gehandhabt wird und welche Herausforderungen dabei im Kontext der staatlichen Anforderungen entstehen.
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