Bachelorarbeit, 2019
45 Seiten, Note: 2,0
1. Einleitung
2. Forschungsstand zur Jugendgewalt
3. Jugendphase
4. Begriff der Gewalt
5. Männliche Sozialisation
5.1. Primäre Sozialisation in der Familie
5.1.1. Die Rolle der Mutter
5.1.2. Der (abwesende) Vater
5.1.3. Erziehungsstil
5.2. Sekundäre Sozialisation in der Gesellschaft
5.2.1. Schulische Sozialisation
5.2.2. Bedeutung der Peergroup
5.2.3. Traditionelle Männerrolle
5.2.4. Hegemoniale Männlichkeit
5.2.5. Marginalisierte Männlichkeit
6. Gewalt als mögliche Folge der männlichen Sozialisation
7. Fazit und Ausblick
Die vorliegende Bachelorarbeit untersucht die zentrale Frage, ob und inwiefern die männliche Sozialisation als Erklärungsmodell für die überproportionale Gewaltbereitschaft unter männlichen Jugendlichen dienen kann. Dabei wird analysiert, wie gesellschaftliche Erwartungen, Familienstrukturen und Peer-Dynamiken ein Männlichkeitsbild formen, das physische Aggression oft als legitimes Mittel zur Identitätsstiftung und Kompensation innerer Krisen legitimiert.
4. Begriff der Gewalt
Für die nachfolgende Arbeit werde ich versuchen den Begriff der Gewalt näher erläutern und das für meine Forschungsfrage geeignete Gewaltverständnis aufzeigen.
Zunächst einmal herrscht kein einheitliche Verständnis über den Gewaltbegriff oder über Gewaltphänomene vor. Gewalt ist ein Phänomen, das nicht klar definiert und abgegrenzt ist, wodurch auch in der Öffentlichkeit oft verschiedene Dinge, wie beispielweise Beschimpfungen, Mobbing, Vandalismus oder erst körperliche Ausschreitungen als Gewalt bezeichnet werden (Gugel 2006: 47). Diese Unschärfe wird ebenfalls durch die Weltgesundheitsorganisation (WHO) bestätigt, für die Gewalt „ein diffuses und komplexes Phänomen ist, dass sich einer exakten wissenschaftlichen Definition entzieht und dessen Definition eher dem Urteil des Einzelnen überlassen bleibt“ (Gugel 2006: 48).
Um sich dennoch eine Vorstellung von dem Phänomen der Gewalt machen zu können, werde ich verschiedene Ansichten aufführen. Zunächst werde ich mich mit der Definition des Soziologen und Politologen Johan Galtung beschäftigen, da sein Gewaltbegriff in den letzten 30 Jahren die Diskussionen in den Sozialwissenschaften stark geprägt hat. Seiner Ansicht nach liegt Gewalt dann vor, wenn Menschen der Art beeinflusst werden, dass ihre tatsächliche körperliche und geistige Verwirklichung geringer ist als es ihren generell mögliche wäre (Gugel 2006: 51). Dabei traf er Ende der 1960er Jahre die Unterscheidung zwischen personaler und struktureller Gewalt, wobei er Anfang der 90er Jahre diese durch den Begriff der kulturellen Gewalt ergänzte. Die personale Gewalt definiert er dabei als sichtbar, wohingegen die anderen Formen unter unsichtbarer Gewalt zu verstehen sind (ebd.). Bei personaler Gewalt sind Opfer und Täter eindeutig identifizierbar und zuzuordnen und es handelt sich dabei um direkte Gewalt, die Akteure unmittelbar gegen einen anderen anwenden (ebd.).
1. Einleitung: Die Einleitung stellt die Relevanz des Themas Jugendgewalt dar, kritisiert die mediale Darstellung und formuliert die Forschungsfrage nach den Zusammenhängen zwischen männlicher Sozialisation und Gewalt.
2. Forschungsstand zur Jugendgewalt: Dieses Kapitel bietet einen Überblick über aktuelle Statistiken des BKA und Ergebnisse von Schülerbefragungen, um das Ausmaß und die geschlechtsspezifische Verteilung von Gewaltkriminalität aufzuzeigen.
3. Jugendphase: Hier wird die Jugendphase als kritische Lebensphase definiert, die durch den Übergang vom Kindes- zum Erwachsenenalter und die Bewältigung spezifischer Entwicklungsaufgaben geprägt ist.
4. Begriff der Gewalt: Der Autor erörtert verschiedene Gewaltdefinitionen, um schließlich eine Eingrenzung auf physische Gewalt für die weitere Untersuchung vorzunehmen.
5. Männliche Sozialisation: Dieses Kernkapitel untersucht detailliert die primären und sekundären Sozialisationsinstanzen – Familie, Schule und Peergroup – sowie Konzepte wie hegemoniale Männlichkeit, die Jungen in traditionelle Verhaltensmuster drängen.
6. Gewalt als mögliche Folge der männlichen Sozialisation: Hier werden die Erkenntnisse der vorangegangenen Kapitel zusammengeführt, um Gewalt als eine mögliche Bewältigungsstrategie männlicher Identitätskrisen zu begründen.
7. Fazit und Ausblick: Diese Zusammenfassung schließt mit der Feststellung, dass Gewalt ein komplexes Produkt gesellschaftlicher Anforderungen ist und plädiert für die Schaffung alternativer Rollenbilder für Jungen.
Männliche Sozialisation, Jugendgewalt, Hegemoniale Männlichkeit, Geschlechterrollen, Primäre Sozialisation, Sekundäre Sozialisation, Peergroup, Identitätsbildung, Gewaltprävention, Patriarchat, Traditionelle Männerrolle, Aggressionspotenzial, Machtverhältnisse, Adoleszenz, Geschlechterstereotypen.
Die Arbeit untersucht die Wechselwirkungen zwischen der Sozialisation von Jungen und deren erhöhter Gewaltbereitschaft in der Jugendphase.
Im Fokus stehen die familiäre Prägung, der Einfluss von Schule und Peergroup sowie die gesellschaftliche Konstruktion von Männlichkeit durch Stereotype und Leitbilder.
Die Arbeit verfolgt das Ziel zu klären, ob männliche Sozialisationsprozesse als explizite Erklärung für die wahrgenommene Differenz in der Gewaltausübung bei jungen Männern dienen können.
Es handelt sich um eine qualitative Literaturarbeit, die soziologische Theorien zur Sozialisationsforschung mit Kriminalitätsstatistiken und bestehenden Forschungsberichten verknüpft.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung des Gewaltbegriffs sowie eine tiefgehende Analyse der Sozialisationsinstanzen (Familie, Schule, Gruppe) und ihrer Bedeutung für die Konstruktion von Männlichkeit.
Die zentralen Begriffe sind: Männliche Sozialisation, Jugendgewalt, Hegemonialität, Geschlechterhierarchie und Gewaltprävention.
Der Autor argumentiert, dass die Abwesenheit eines greifbaren männlichen Vorbilds zu einer verunsicherten Geschlechtsidentität führt, die Jungen dazu zwingt, sich durch verstärkte Gewalt und die Unterdrückung "weiblicher" Anteile als männlich zu beweisen.
Das Konzept der "zweiten Chance" deutet darauf hin, dass die Peergroup theoretisch ein Ort ist, an dem Jungen neue soziale Kompetenzen erproben könnten; in der Praxis verfestigen sich dort jedoch häufig die bereits gelernten negativen Männlichkeitsstereotypen weiter.
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