Diplomarbeit, 2009
90 Seiten, Note: 2,3
1 Einleitung
1.1 Problemstellung
1.2 Gang der Untersuchung
2 Theoretische und begriffliche Grundlagen
2.1 Finanzierungstheoretische Grundlagen
2.1.1 Neoklassische Kapitalmarkttheorie
2.1.1.1 Überblick und Prämissen
2.1.1.2 Effizienzmarkthypothese
2.1.2 Neuere Finanzierungstheorie
2.1.2.1 Neue Institutionenökonomik
2.1.2.2 Marktmikrostrukturtheorie
2.1.2.3 Behavioral Finance
2.1.3 Finanzsystem
2.1.3.1 Begriff und Funktionsweise
2.1.3.2 Wertpapiermarkt im Fokus
2.2 Ansatz der Noise-Trader-Modelle
2.2.1 Terminologie
2.2.2 Abgrenzungsmerkmale
2.2.3 Systematisierung nach RÖCKEMANN
2.2.3.1 Individuelles Verhalten
2.2.3.2 Gruppeninteraktive Verhalten
2.2.4 Handelsmotive und Typologisierung nach VAN HEYL
2.2.4.1 Ökonomisch-rationale Handelsmotive
2.2.4.2 Psychologische Handelsmotive
2.2.5 Zwischenfazit
2.3 Finanzkrise
2.3.1 Ausgangssituation
2.3.2 Ataraxie des Vertrauens in den US-Hypothekenmarkt
2.3.3 Verbriefung als Instrument zum Risikotransfer und zur Einspeisung von Hypothekenforderungen in das internationale Finanzsystem
2.3.4 Zusammenbruch als Kettenreaktion
3 Kriteriengeleitete Analyse zur Überprüfung eines praxisorientierten und greifbaren Beitrages von Noise-Trader-Modellen für die Ursachen der so genannten Finanzkrise und deren Erklärungsversuche
3.1 Vorüberlegung und Kriterien
3.2 Persistenz systematischer Auswirkungen von Noise-Trading am Wertpapiermarkt
3.2.1 Relevanzproblematik der Effizienzmarkthypothese
3.2.1.1 Defizite am theoretischen Modell
3.2.1.2 Divergierende empirische Untersuchungen
3.2.1.3 Zwischenfazit
3.2.2 Systematischer Einfluss durch Noise-Trader
3.2.3 Fragestellung der Notwendigkeit für langfristiges Bestehen von Noise-Tradern
3.2.4 Implikationen und Zwischenfazit
3.3 Angemessenheit der Systematik von Noise-Trader-Modellen für die Erklärung realer Sachverhalte am Wertpapiermarkt
3.3.1 Kohärenz beobachtbarer Anomalien
3.3.2 Aggregationsmechanismus von Noise-Trader-Modellen
3.3.3 Implikationen und Zwischenfazit
3.4 Noise-Trading in den Ursachen der Finanzkrise und deren Erklärung aus der Perspektive des Ansatzes der Noise-Trader-Modelle
3.4.1 Indirekt den Wertpapiermarkt betreffende Ursachen
3.4.2 Direkt den Wertpapiermarkt betreffende Ursachen
3.4.3 Implikationen und Zwischenfazit
3.5 Potenziale in der Anwendung von Noise-Trader-Modellen
3.5.1 Identifikation von Krisenindikatoren
3.5.2 Antizyklische Strategien
3.5.3 Implikationen und Zwischenfazit
4 Fazit
Die vorliegende Arbeit zielt darauf ab, theoretisch zu untersuchen, ob Noise-Trader-Modelle einen praxisorientierten und greifbaren Beitrag zum Verständnis der Ursachen der Finanzkrise leisten können und inwiefern sie mit der neoklassischen Kapitalmarkttheorie sowie der neueren Finanzierungstheorie harmonieren.
2.2.1 Terminologie
Noise, zu deutsch „Rauschen“ befasst sich nach BLACKS Verständnis in seinem finanzwirtschaftlichen Ansatz mit dem Verarbeiten nicht fundamentaler Fakten und bezeichnet generell das Grundrauschen des Marktes in Form von unsystematisch auftretendem Handeln ohne fundamentale Basis. Noise ist demnach gegen den Begriff der Information abzugrenzen. Laut RÖCKEMANN gehen aus dieser Abgrenzung zwei unterschiedliche Gruppen von Marktakteuren hervor: Eine Gruppe, die aufgrund fundamentaler Informationen handelt und rational im Sinne der Bernoulli-Axiomatik agiert. Die andere Gruppe besteht aus Marktakteuren, welche quasi-rationales Verhalten aufzeigen und deren Transaktionsentscheidungen verzerrten Wahrscheinlichkeitsverteilungen über zukünftige Marktpreiserwartungen unterliegen. Letztere Gruppe sind die Noise-Trader. Hier muss erwähnt werden, dass keine vollständige Abkehr vom Rationalitätspostulat unterstellt wird. So können sich nach dem erweiterten Noise-Trading-Verständnis von SHLEIFER und SUMMERS Noise-Trader durchaus an fundamentalen Informationen orientieren, jedoch eingeschränkt durch ihre limitierten Fähigkeiten nur in einem eingeengten Lösungsraum agieren. Zudem erweitert VAN HEYL die Differenzierung dieser Gruppe und unterscheidet neben den quasi-rational agierenden Akteuren zusätzlich Anleger, die dieses Verhalten bewusst, also rational ausnutzen. Als Resultat handeln Noise-Trader wegen Noise und erzeugen gleichzeitig Noise. Dieses Verhalten wird als Noise-Trading bezeichnet. Der Ansatz der Noise-Trader-Modelle versucht nun mit Hilfe theoretischer und empirischer Untersuchungen Wertpapierpreise durch die beschriebenen Gruppen zu erklären. Sie heben die Annahme homogenen Verhaltens aller Anleger, wie sie in der Neoklassik vorliegt, auf und unterstellen heterogenes Verhalten zwischen den Gruppen von Anlegern und Homogenität innerhalb der Gruppen.
1 Einleitung: Diese Einleitung stellt die Problematik der Finanzkrise vor und definiert das Ziel der Arbeit, eine theoretische Analyse der Noise-Trader-Modelle im Kontext der Ursachenfindung durchzuführen.
2 Theoretische und begriffliche Grundlagen: Hier werden die neoklassische Kapitalmarkttheorie, neuere Finanzierungstheorien und die spezifischen Ansätze der Noise-Trader-Modelle als theoretisches Fundament dargelegt.
3 Kriteriengeleitete Analyse zur Überprüfung eines praxisorientierten und greifbaren Beitrages von Noise-Trader-Modellen für die Ursachen der so genannten Finanzkrise und deren Erklärungsversuche: Dieses Kapitel führt eine systematische Analyse durch, in der die Persistenz von Noise-Trading, dessen Erklärungskraft für reale Marktphänomene und der Bezug zu den Finanzkrisenursachen bewertet werden.
4 Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und bestätigt, dass Noise-Trader-Modelle wertvolle Erkenntnisse zur Ursachenerklärung der Finanzkrise bieten, obwohl ihre praktische Anwendung durch hohe Komplexität limitiert bleibt.
Finanzkrise, Noise-Trading, Noise-Trader-Modelle, Effizienzmarkthypothese, Verhaltensanomalien, Marktmikrostruktur, Behavioral Finance, Neue Institutionenökonomik, Spekulationsblase, Kapitalmarkt, Risikotransfer, Hypothekenmarkt, Preisbildung, Informationsasymmetrie, Anlegerverhalten.
Die Arbeit untersucht, inwieweit Noise-Trader-Modelle geeignet sind, Ursachen der Finanzkrise zu erklären und einen praxisorientierten Beitrag zum Verständnis der Marktgeschehnisse zu leisten.
Die Arbeit umfasst theoretische Grundlagen der Kapitalmarktmodelle (Neoklassik vs. Behavioral Finance), die spezifische Systematik von Noise-Trader-Modellen sowie eine kriteriengeleitete Analyse der Finanzkrise.
Das Ziel ist die theoretische Analyse eines praxisorientierten und greifbaren Beitrages von Noise-Trader-Modellen zur Erklärung der Ursachen der Finanzkrise.
Die Arbeit nutzt eine theoretische Analyse und eine kriteriengeleitete Bewertung, wobei Erkenntnisse der neueren Finanzierungstheorie und empirische Befunde zur Einordnung der Noise-Trader-Modelle herangezogen werden.
Der Hauptteil analysiert die Persistenz von Noise-Trading am Wertpapiermarkt, die Angemessenheit von Noise-Trader-Modellen für reale Phänomene und deren Anwendungspotenziale in der Krisenprävention.
Zentrale Begriffe sind Finanzkrise, Noise-Trading, Effizienzmarkthypothese, Verhaltensanomalien und institutionelle Regulierungsmechanismen.
Noise-Trader-Modelle erklären Blasen durch die Aggregation von nicht-rationalem oder quasi-rationalem Verhalten verschiedener Akteure, das systematischer Natur ist und zu einer Entkopplung des Preises vom fundamentalen Wert führt.
Die Arbeit identifiziert Ratingagenturen als Noise-Beschleuniger, da sie durch positive Bewertungen von verbrieften Produkten wie CDOs und MBSs fälschlicherweise Kompetenzsicherheit suggerierten und so die Nachfrage nach diesen riskanten Finanzinstrumenten weiter anheizten.
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