Diplomarbeit, 2009
65 Seiten, Note: 1,3
1 Einleitung
1.1 Konzept, Zielsetzung
1.2 Beteiligte Disziplinen, Begriffserklärung
1.2.1 Begriff der Korruption
1.2.2 Begriff der Spieltheorie
1.2.3 Begriff der Agenten-basierte Modellierung
1.3 Überblick
2 Stand der Forschung
2.1 Automatentheorie
2.1.1 Turingmaschinen
2.1.2 Zelluläre Automaten
2.1.3 Agent Based Modeling
2.2 Spieltheorie
2.2.1 Nichtkooperative Spiele
2.2.1.1 Soziale Dilemmata
2.2.1.2 Koordinationsspiele
2.2.1.3 Diskoordinationsspiele
2.2.2 Evolutionäre Spieltheorie
2.3 Korruption und Wirtschaftsethik
2.3.1 Das Problem der Korruption
2.3.2 Die Entstehung von Korruption
2.3.3 Arten von Korruption
2.3.4 Korruption und Strafmaß
3 Spieltheoretische Modellierung
3.1 Konzeption
3.2 Modellierung des Ist-Zustands
4 Agenten-Basierte Modellierung
4.1 Konzeption
4.2 Programmierung der Agenten und Mechanismen
4.3 Programmierung der Parameter-Steuerung
4.4 Programmierung der Benutzeroberfläche
4.5 Anwendung der ABM
5 Ergebnissicherung
5.1 Identifizierung der Ergebnisse
5.1.1 Identifizierung der spieltheoretischen Ergebnisse
5.1.2 Identifizierung der ABM-Ergebnisse
5.2 Auswertung der Ergebnisse
5.2.1 Auswertung der spieltheoretischen Ergebnisse
5.2.2 Auswertung der ABM-Ergebnisse
5.3 Zusammenführung der Ergebnisse
5.3.1 Erkenntnis
5.3.2 Empfehlungen
6 Ausblick
6.1 Ansatz Feldexperiment
6.2 Ansatz Laborexperiment
7 Fazit
Die Diplomarbeit untersucht die Hypothese, ob Korruption als evolutionär stabile Strategie (ESS) verstanden werden kann, indem sie diese spieltheoretisch modelliert und mittels einer agentenbasierten Simulation (ABM) auf Basis von NetLogo analysiert, um daraus konzeptionelle Empfehlungen zur Korruptionshemmung abzuleiten.
2.2.1.2 Koordinationsspiele
Koordinationsspiele haben mehrere NE in reinen Strategien. Wenn alle Spieler ein bestimmtes davon bevorzugen, spricht man von reiner Koordination. Wenn die Spieler unterschiedliche NE bevorzugen, so handelt es sich um einen Interessenkonflikt. Ein bekanntes Beispiel eines Interessenkonflikts in einem Koordinationsspiel ist der „Kampf der Geschlechter“. Zu seiner Lösung werden „gemischte Strategien“ verwendet. Gemischte Strategien sind Wahrscheinlichkeitsverteilungen über reinen Strategien. (Reine Strategien sind demnach gemischte Strategien mit der Wahrscheinlichkeit 1). Die erwartete Auszahlung einer gemischten Strategie ist der gewichtete Durchschnitt der erwarteten Auszahlung von jeder der in der gemischten Strategie enthaltenen reinen Strategien. Der Spieler entscheidet sich also für die Wahrscheinlichkeiten der reinen Strategie und überlässt das Ergebnis einem Zufallsmechanismus.
1 Einleitung: Definiert das Konzept der spieltheoretischen Modellierung von Korruption als evolutionär stabile Strategie und stellt die methodische Vorgehensweise vor.
2 Stand der Forschung: Bietet einen Überblick über relevante Theorien, einschließlich Automatentheorie, Spieltheorie und wirtschaftsethischer Aspekte von Korruption.
3 Spieltheoretische Modellierung: Formuliert das spieltheoretische Modell der Korruption unter Anwendung evolutionärer Spieltheorie und berechnet den Ist-Zustand.
4 Agenten-Basierte Modellierung: Beschreibt die Konzeption und Programmierung der computergestützten Simulation zur Überprüfung des Modells mittels der Plattform NetLogo.
5 Ergebnissicherung: Identifiziert und bewertet die spieltheoretischen sowie die Simulationsergebnisse und leitet daraus Handlungsempfehlungen ab.
6 Ausblick: Diskutiert Ansätze zur weiteren Forschung mittels Feld- und Laborexperimenten.
7 Fazit: Fasst die Zielerreichung der Arbeit zusammen und bestätigt die Hypothese der Korruption als evolutionär stabile Strategie.
Korruption, Spieltheorie, evolutionäre Spieltheorie, Agenten-basierte Modellierung, ESS, Populationsspiel, NetLogo, Wirtschaftsethik, Nash-Gleichgewicht, Strategie, Modellierung, Simulation, Aufklärungsrate, Nichtkooperative Spiele.
Die Arbeit analysiert das Phänomen der Korruption unter Verwendung spieltheoretischer Ansätze und Computer-Simulationen, um zu untersuchen, ob es sich um eine evolutionär stabile Strategie handelt.
Die Arbeit ist interdisziplinär angelegt und verbindet die Sozialwissenschaften (insb. Wirtschaftsethik) mit Methoden der Informatik und Mathematik (Spieltheorie, Automatentheorie, Agenten-basierte Modellierung).
Das primäre Ziel ist es, durch die spieltheoretische Modellierung die Dynamik der Korruption zu verstehen und nachzuweisen, dass sie sich als evolutionär stabile Strategie innerhalb einer Population verhalten kann.
Neben der theoretischen Herleitung mittels Matrix-Spielen nutzt der Autor die Programmiersprache NetLogo, um Agenten-basierte Simulationen durchzuführen, die komplexe Entscheidungssituationen nachbilden.
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Fundierung (Spieltheorie), die Modellierung des Ist-Zustands von Korruptionsdaten und die praktische Umsetzung in einem Simulationsmodell, gefolgt von einer Auswertung der Ergebnisse.
Zentrale Begriffe sind Korruption, evolutionäre Spieltheorie, Agenten-basierte Modellierung (ABM), Nash-Gleichgewicht und die Erforschung von Evolutionsstabilen Strategien (ESS).
Die Arbeit zeigt, dass Veränderungen der Aufklärungsrate den finanziellen Anreiz für Korruption beeinflussen und umgekehrt proportional auf die Korruptionsrate wirken, was ein zentrales Element für die Verhaltenssteuerung im Simulationsmodell ist.
Das Modell abstrahiert komplexe menschliche Interaktionen auf eine Population von Agenten, die rein nach dem Fitness-Ratio agieren, um die langfristige Stabilität korrupten Verhaltens zu isolieren und zu testen.
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