Bachelorarbeit, 2019
88 Seiten, Note: 1,3
1 Einleitung
2 Grundlagen und Charakteristika des Fernverkehrs
2.1 Begriffsbestimmung
2.2 Netzwerkökonomie
2.2.1 Sunk Costs
2.2.2 Definition und Arten von Externalitäten
3 Externalitäten
3.1 Infrastruktur
3.1.1 ZOB und Bahnhöfe
3.1.2 Infrastrukturwege des Fernbusses und der DB
3.2 Vorliegende externe Effekte
3.2.1 Externe Kosten durch globale sowie lokale Luftschadstoffe
3.2.2 Externe Kosten durch Verkehrslärm
3.2.3 Externe Unfallkosten
3.2.4 Externe Staukosten
3.2.5 Externe Kosten Natur/Landschaft
3.3 Internalisierung der externen Effekte
4 Auswirkungen auf den Wettbewerb
4.1 Allokation
4.2 Innovation
5 Fazit
Die vorliegende Arbeit untersucht die externen Effekte des durch die Liberalisierung des Fernbusmarktes im Jahr 2013 entstandenen Wettbewerbs zwischen Fernbussen und der Deutschen Bahn. Ziel ist es, Möglichkeiten der Internalisierung dieser externen Kosten – insbesondere durch das Instrument einer Fernbus-Maut – zu analysieren und deren Auswirkungen auf den intermodalen Wettbewerb und die Marktakteure zu bewerten.
2.2.1 Sunk Costs
Vergleicht man die Kostenstruktur zwischen der DB und dem Fernbus, so stellt man grundlegende Unterschiede fest, die nachhaltige Auswirkungen auf den intermodalen Wettbewerb haben. Der Unterschied konzentriert sich im Wesentlichen auf die Fixkosten, die sich in klassische Fixkosten und die sog. sunk costs aufteilen lassen. Diese Kosten sind dadurch gekennzeichnet, dass sie unumkehrbar sind als „versunken“ bzw. „untergegangene Investitionen“ verstanden werden. Diese irreversiblen Kosten entstehen z. B. für das Schienennetz der DB oder die dazugehörigen Überwachungssysteme. Ein anderer Verwendungszweck schließt sich in beiden Fällen aus, was charakteristisch für sunk costs ist. Anders verhält es sich bei Verwaltungsgebäuden. Sie können ohne weiteres verkauft oder vermietet werden und sind nicht an ihren ursprünglichen Zweck gebunden.15 Die Investitionen, die in Verbindung mit sunk costs stehen, sind für Unternehmen, die diese bereits getätigt haben, nicht mehr entscheidungsrelevant, für mögliche Wettbewerber jedoch schon. Die Wettbewerber müssen entscheiden, ob das Risiko von sunk costs eingegangen werden soll, weshalb man diese Kosten auch als Markteintrittsbarriere versteht.16 Stellt sich nun im Wettbewerb eine Substitutionskonkurrenz ein, die im Verhältnis nur wenige bis keine sunk costs berücksichtigt, wie etwa im Fall der DB und dem Fernbus, so ergibt sich im intermodalen Wettbewerb für den Netzbetreiber eine Preisdisziplinierung.17
1 Einleitung: Dieses Kapitel führt in die Liberalisierung des Fernbusmarktes ein, skizziert die Problematik externer Effekte durch den verstärkten Verkehr und formuliert die Zielsetzung der Arbeit bezüglich der Internalisierung negativer Effekte.
2 Grundlagen und Charakteristika des Fernverkehrs: Hier werden zentrale Begriffe abgegrenzt und die ökonomischen Rahmenbedingungen, insbesondere die Bedeutung von Sunk Costs für den Wettbewerb zwischen Bahn und Fernbus, erläutert.
3 Externalitäten: Dieses Kapitel analysiert systematisch die verschiedenen Arten externer Effekte wie Luftschadstoffe, Lärm, Unfälle und Staus, und diskutiert Ansätze zu deren Internalisierung.
4 Auswirkungen auf den Wettbewerb: Es wird untersucht, wie sich spezifische Maßnahmen zur Internalisierung, insbesondere eine mögliche Fernbus-Maut, auf die Allokationsentscheidungen und Innovationskraft der konkurrierenden Verkehrsträger auswirken.
5 Fazit: Die Arbeit fasst die zentralen Erkenntnisse zusammen und kommt zu dem Schluss, dass die Internalisierung externer Kosten zwar sinnvoll ist, aber aufgrund der komplexen Datenlage und der Wettbewerbsstrukturen bei der Ausgestaltung der Maut eine vorsichtige Abwägung erforderlich ist.
Fernbusmarkt, Deutsche Bahn, externe Effekte, Internalisierung, Fernbus-Maut, intermodaler Wettbewerb, Sunk Costs, Luftschadstoffe, Verkehrslärm, Infrastrukturkosten, Allokationsfunktion, Wohlfahrtsökonomie, Verkehrspolitik, Marktliberalisierung, Personenfernverkehr
Die Arbeit analysiert die externen Effekte des Fernbusverkehrs in Deutschland seit seiner Liberalisierung 2013 und bewertet, wie diese durch ökonomische Instrumente, primär eine Fernbus-Maut, internalisiert werden können.
Die Schwerpunkte liegen auf der Netzwerkökonomie, der Systematisierung externer Kosten (wie Lärm, CO2 und Unfälle), den Infrastrukturgegebenheiten sowie der Wettbewerbsbeziehung zwischen Fernbus und Schiene.
Die Forschungsfrage konzentriert sich darauf, wie externe Effekte des Fernbusverkehrs ökonomisch korrekt internalisiert werden können, ohne den intermodalen Wettbewerb zwischen Bus und Bahn in einer Weise zu verzerren, die volkswirtschaftlich ineffizient wäre.
Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Analyse ökonomischer Grundlagen sowie der Auswertung aktueller Studien, Daten zum Wegekostengutachten und politischen Dokumenten zur Verkehrsinfrastrukturpolitik.
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Fundierung (Sunk Costs, Externalitäten), die detaillierte Bestandsaufnahme externer Effekte und eine Analyse der Auswirkungen von Allokations- und Innovationsfaktoren auf den Wettbewerb durch potenzielle Mautmaßnahmen.
Zentrale Begriffe sind Fernbus-Maut, Internalisierung negativer Externalitäten, Marktliberalisierung, intermodaler Wettbewerb sowie spezifische Kosten wie Luftschadstoffe und Verkehrslärm.
Sunk Costs fungieren als Markteintrittsbarrieren. Da die DB als Netzbetreiber hohe irreversible Kosten trägt, der Fernbus aber auf existierender Infrastruktur agiert, entsteht ein Wettbewerbsvorteil des Fernbusses bei den Fixkosten, was den Preiswettbewerb verschärft.
Die Komplexität ergibt sich aus der schwierigen Quantifizierung der Kosten (z. B. subjektive Lärmbelästigung), der lückenhaften Datenlage zu den spezifischen Verursachern und dem bestehenden Zielkonflikt zwischen Umweltschutzvorgaben und der Aufrechterhaltung eines kostengünstigen Mobilitätsangebots.
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