Bachelorarbeit, 2022
44 Seiten, Note: 1,7
I. Einleitung
II. Die Pandemie und ihre Folgen
1. Maßnahmen in Deutschland
2. Veränderungen im Mietrecht
III. Hauptleistungspflichten im Gewerberaummietvertrag
1. Abgrenzung
2. Hauptleistungspflichten des Vermieters
3. Hauptleistungspflicht des Mieters
IV. Beschränkung von Kündigungen
1. Problematik
2. Besonderer Kündigungsschutz
a) Entstehung des Kündigungsrechts
b) Überschreitung der kündigungsrelevanten Schwelle
c) Kausalität und Glaubhaftmachung
3. Folgen
a) Verzugszinsen
b) Befriedigung aus der Mietsicherheit
aa) Rechtmäßigkeit der Verwertung
bb) Kündigung wegen unterlassener Wiederauffüllung
V. Entfall oder Minderung des Mietzahlungsanspruchs
1. Vorrang des Art. 240 § 2 EGBGB
2. Nichtigkeit
3. Mietmangel
4. Unmöglichkeit
5. Störung der Geschäftsgrundlage
a) Anwendbarkeit des § 313
b) Tatbestandsmerkmale
aa) Reales Element
(1) Die Geschäftsgrundlage
(2) Schwerwiegende Änderung nach Vertragsschluss
(α) Zeitpunkt der Änderung
(β) Schwerwiegende Änderung
(3) Die Vermutung des Art. 240 § 7 EGBGB
(α) Tatbestandsvoraussetzungen
(αα) Gewerbliche oder sonstige Mietverhältnisse
(ββ) Verwendbarkeit eingeschränkt oder aufgehoben
(γγ) Infolge staatlicher Maßnahmen
(β) Rechtsfolge
(γ) Rückwirkung
(bb) Hypothetisches Element
(cc) Normatives Element
c) Rechtsfolge
VI. Auswirkungen besonderer Vertragsgestaltungen
1. Betriebspflicht
2. Umsatzmiete
VII. Fazit
Die vorliegende Arbeit untersucht die mietrechtlichen Auswirkungen der COVID-19-Pandemie auf Gewerberaummietverträge. Zentral ist dabei die Forschungsfrage, wie eine faire Mietanpassung bei pandemiebedingten Nutzungsausfällen rechtlich begründet und umgesetzt werden kann.
1. Maßnahmen in Deutschland
Der erste bestätigte COVID-19-Fall in Deutschland wurde am 27. Januar 2020 bekannt gemacht. Spätestens ab diesem Zeitpunkt bedurfte es hoheitlicher Maßnahmen zur Eindämmung der Krankheit und zum Schutz der Bevölkerung in Form von Isolation der Erkrankten und ihrer Kontaktpersonen. Am 10. März 2020 wurde durch den gemeinsamen Krisenstab des BMI und BMG empfohlen, Großveranstaltungen mit mehr als 1.000 erwarteten Teilnehmern abzusagen. Hierauf folgten, in kurzer zeitlicher Abfolge, regional teils sehr unterschiedlichen Maßnahmen zur Bekämpfung der Pandemie durch diverse Rechtsverordnungen und Allgemeinverfügungen der einzelnen Bundesländer, Landkreise und Kommunen. Ziel war es dabei, die Ausbreitung der Krankheit durch Reduktion von zwischenmenschlichen Kontakten zu verlangsamen und dadurch eine drohende Überlastung des deutschen Gesundheitssystems zu vermeiden.
Diese Maßnahmen trafen verschiedene Wirtschaftszweige unterschiedlich hart. So wurde z.B. im Land Nordrhein-Westfalen ab dem 22. März 2020 der Betrieb sämtlicher Freizeit-, Kultur-, Sport- und Vergnügungsstätten gänzlich untersagt. Darunter fielen sämtliche Bars, Clubs und Diskotheken, sowie Fitness- und Sonnenstudios oder Spielbanken und Bordelle, aber auch zahlreiche Einrichtungen, die häufig unter kommunaler Trägerschaft stehen, wie z.B. Theater, Museen, Jugendzentren, Schwimmbäder, Spiel- und Bolzplätze und verschiedene Bildungseinrichtungen.
I. Einleitung: Diese Einleitung stellt die Auswirkungen der COVID-19-Pandemie auf Gewerberaummietverhältnisse dar und definiert das Ziel der Arbeit, Wege für eine rechtlich fundierte Mietanpassung unter Berücksichtigung gesetzlicher Rahmenbedingungen aufzuzeigen.
II. Die Pandemie und ihre Folgen: Dieses Kapitel erläutert den Ausbruch der Pandemie sowie die daraus resultierenden hoheitlichen Beschränkungen in Deutschland und deren erste mietrechtliche Reaktionen.
III. Hauptleistungspflichten im Gewerberaummietvertrag: Hier werden die vertraglichen Grundpflichten von Vermieter und Mieter gemäß § 535 BGB analysiert, um die Grundlage für die spätere Bewertung von Leistungsstörungen durch die Pandemie zu bilden.
IV. Beschränkung von Kündigungen: Das Kapitel befasst sich mit den gesetzlichen Sonderregelungen zum Kündigungsschutz für Mieter während der Pandemie, insbesondere mit den Einschränkungen bei Mietzahlungsrückständen.
V. Entfall oder Minderung des Mietzahlungsanspruchs: Der Schwerpunkt dieses Kapitels liegt auf der mietrechtlichen Prüfung von Mietminderungsansprüchen, der Unmöglichkeit der Leistung und der detaillierten Anwendung der Störung der Geschäftsgrundlage (§ 313 BGB).
VI. Auswirkungen besonderer Vertragsgestaltungen: Hier werden spezifische Vertragsklauseln wie die Betriebspflicht und die Umsatzmiete vor dem Hintergrund der pandemiebedingten Nutzungseinschränkungen kritisch beleuchtet.
VII. Fazit: Das Fazit fasst die rechtlichen Ergebnisse zusammen und betont die Notwendigkeit einer Einzelfallprüfung bei der Anpassung von Gewerberaummieten an die pandemiebedingte Krisensituation.
COVID-19-Pandemie, Gewerberaummietrecht, Kündigungsschutz, Mietzins, Störung der Geschäftsgrundlage, § 313 BGB, Nutzungsbeschränkung, Betriebspflicht, Umsatzmiete, Risikoverteilung, Mietminderung, EGBGB, Vertragsanpassung, Hoheitliche Maßnahmen, Unzumutbarkeit
Die Arbeit untersucht, wie sich die staatlichen Beschränkungen der COVID-19-Pandemie auf das Gewerberaummietrecht auswirken und welche rechtlichen Möglichkeiten zur Mietanpassung für betroffene gewerbliche Mieter bestehen.
Die zentralen Themen sind der gesetzliche Kündigungsschutz, die mietrechtliche Einordnung von Nutzungsausfällen, die Anwendung der Störung der Geschäftsgrundlage (§ 313 BGB) sowie die Besonderheiten bei speziellen vertraglichen Vereinbarungen wie der Betriebspflicht.
Das primäre Ziel ist es, aufzuzeigen, ob und unter welchen Voraussetzungen eine rechtmäßige Anpassung der Miete aufgrund der durch die Pandemie verursachten eingeschränkten Nutzbarkeit von Geschäftsräumen erreicht werden kann.
Die Arbeit nutzt eine juristische Methodik, indem sie Gesetzestexte (insbesondere BGB und EGBGB), aktuelle Rechtsprechung sowie die einschlägige juristische Fachliteratur systematisch auswertet und auf die spezifische Sondersituation der Pandemie anwendet.
Im Hauptteil werden zunächst die mietrechtlichen Grundlagen, dann die spezifischen Kriseneingriffe der Pandemie, der Kündigungsschutz sowie die dogmatische Herleitung von Mietminderungsansprüchen und Vertragsanpassungen durch Störung der Geschäftsgrundlage detailliert diskutiert.
Charakterisierende Schlüsselwörter sind unter anderem Gewerberaummietrecht, Pandemie-Folgen, § 313 BGB, Vertragsanpassung, Risikoverteilung und Kündigungsschutz.
Nein. Die Arbeit kommt zu dem Schluss, dass keine automatische Minderung vorliegt, sondern stets eine Einzelfallprüfung notwendig ist, bei der unter anderem die Dauer der Einschränkung und die Verteilung des unternehmerischen Risikos zwischen den Parteien gewürdigt werden.
Die Störung der Geschäftsgrundlage dient als zentraler rechtlicher Ankerpunkt, um bei unvorhersehbaren und gravierenden Änderungen der Umstände — wie den verordneten Betriebsschließungen — eine Vertragsanpassung zu fordern, wenn ein Festhalten am ursprünglichen Vertrag für eine Partei unzumutbar wäre.
Grundsätzlich ja. Die Arbeit legt dar, dass der Zahlungsgrundsatz "Geld hat man zu haben" auch in der Pandemie Bestand hat, sofern der Mieter nicht durch rechtlich anerkannte Umstände von seiner Leistungspflicht befreit ist.
Die Arbeit lehnt pauschale Absenkungen, wie etwa eine pauschale Halbierung der Kaltmiete, als rechtlich nicht tragfähig ab, da sie dem gesetzlich geforderten Gedanken der Einzelfallbetrachtung bei der Störung der Geschäftsgrundlage widersprechen.
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