Diplomarbeit, 2008
71 Seiten, Note: 2,0
1. Hintergrund und Ziel der Untersuchung
2. Portfoliomanagement und Risiko
2.1 Portfoliomanagement in Wirtschaftsprüfungsgesellschaften
2.2 Rechtliche Rahmenbedingungen
2.3 Risikomodelle
2.3.1 Klassischer Ansatz: Prüfungsrisikomodell
2.3.2 Moderner Ansatz: Business Risk Model
2.3.2.1 Grundlagen
2.3.2.2 Prüfungsrisiko
2.3.2.3 Geschäftsrisiko des Mandanten
2.3.2.4 Geschäftsrisiko der Prüfungsgesellschaft
3. Theoretische Grundlagen
3.1 Finanzwirtschaftliche Portfoliotheorie
3.1.1 Grundlagen
3.1.2 Moderne Portfoliotheorie nach Markowitz
3.1.2.1 Investoren
3.1.2.2 Rendite, Risiko und Effizienz
3.2 Das Modell von Simunic / Stein (1990)
3.2.1 Grundlagen
3.2.2 Kostenfunktion
3.2.3 Rendite
3.2.4 Prüfungsgebühr und Risiko
3.2.5 Komparativ-statische Analyse des Prüfungsrisikos
3.2.6 Kritische Würdigung
3.3 Modellerweiterung Beck / Wu (2006)
3.3.1 Grundlagen
3.3.2 Modell
3.3.3 Ergebnisse
4. Empirische Studien
4.1 Mandatsannahmeentscheidungen
4.2 Mandatsfortführungsentscheidungen
4.3 Zusammenfassung und Wertung
4.4 Die Studie von Johnstone / Bedard (2004)
4.4.1 Einführung
4.4.2 Hypothesen
4.4.3 Methodisches Vorgehen
4.4.3.1 Datenbasis
4.4.3.2 Relevante Variablen und Tests
4.4.4 Ergebnisse
4.4.4.1 Risikovergleich der Subportfolios
4.4.4.2 Risikoarten
4.4.4.3 Prüfungsgebühren
4.4.5 Kritik
5. Praxis des Portfolio Managements in großen WPG
5.1 Grundlagen
5.2 Pricewaterhouse Coopers: FRISK
5.3 KPMG: KRisk
5.4 Kritik
6. Fazit
Das Hauptziel dieser Arbeit ist es, die Anwendung theoretischer Konzepte des Portfoliomanagements auf Wirtschaftsprüfungsgesellschaften kritisch zu untersuchen und die praktische Relevanz sowie Umsetzung von Risikomanagementsystemen in großen Wirtschaftsprüfungsgesellschaften zu analysieren.
2.1 Portfoliomanagement in Wirtschaftsprüfungsgesellschaften
Das Portfoliomanagement ist eine Planungsmethode, die zur Aufgabe hat, die Zusammensetzung eines Portfolios optimal zu bestimmen. Hierbei wird, mit dem Ziel, ein möglichst niedriges Risiko und eine möglichst hohe Rendite zu erzielen, der Portfoliobestand nach Erwartungswert und Standardabweichung der Rendite bewertet.9 Ursprünglich bezieht sich diese Definition auf ein Wertpapierportfolio, sie kann aber auf andere Bereiche, hier das Mandantenportfolio einer Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, übertragen werden.
Je nachdem, ob die geschätzten Erlöse aus der Mandatsannahme bzw. -fortführung die mit dem Auftrag verbundenen Prüfungskosten und das Risiko des Mandanten decken, trifft die Prüfungsgesellschaft in jeder Periode Portfoliomanagement-Entscheidungen.
Neben der von der Prüfungsgesellschaft nicht beeinflussbaren Kündigung des Verhältnisses durch den Mandanten (mandantenseitige Kündigung), muss die Prüfungsgesellschaft in jeder Periode eine Entscheidung über Mandatsannahmen und -fortführungen treffen. Der Entscheidungsprozess ist in Darstellung 1 abgebildet. Ausgehend von dem Ursprungsportfolio einer Periode ergibt sich daraus ein neues Mandantenportfolio für die Prüfungsgesellschaft.
Begrifflich ist das Portfoliomanagement abzugrenzen vom Risikomanagement einer Prüfungsgesellschaft.
Als Ziele des Portfoliomanagements einer Prüfungsgesellschaft können, wie oben angeführt, einerseits die Maximierung der Rendite bei vorgegebenem Risiko oder andererseits die Minimierung des Risikos bei gegebener Rendite angeführt werden. Auch eine synchrone Optimierung beider Zielgrößen kommt in Betracht. Unter der Annahme eines perfekten Wettbewerbsmarktes ist jedoch die Gewinnerzielungsabsicht der Prüfungsgesellschaft zu vernachlässigen. Aufgrund dessen kann die Optimierung des Mandantenportfolios in Hinblick auf die Risikostruktur als vorrangiges Ziel des Portfoliomanagements der Prüfungsgesellschaft aufgefasst werden.
1. Hintergrund und Ziel der Untersuchung: Einführung in die Relevanz der Risikoüberwachung bei der Mandantenwahl und Darstellung der Struktur der Arbeit.
2. Portfoliomanagement und Risiko: Definition von Portfoliomanagement im Kontext von Wirtschaftsprüfungsgesellschaften und Abgrenzung zu gängigen Risikomodellen wie dem Business Risk Model.
3. Theoretische Grundlagen: Übertragung finanzwirtschaftlicher Portfoliotheorien nach Markowitz sowie des Modells von Simunic/Stein auf die Mandatsverwaltung, inklusive Erweiterungen durch Beck/Wu.
4. Empirische Studien: Übersicht und Analyse wissenschaftlicher Untersuchungen zu Entscheidungsfaktoren bei der Mandatsannahme und -fortführung.
5. Praxis des Portfolio Managements in großen WPG: Darstellung der implementierten Risikomanagementsysteme FRISK (PwC) und KRisk (KPMG) in der Praxis.
6. Fazit: Zusammenfassende Bewertung der theoretischen und praktischen Ansätze zur Optimierung von Mandantenportfolios durch Risikodiversifikation.
Portfoliomanagement, Risikomanagement, Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Prüfungsrisiko, Geschäftsrisiko, Mandantenportfolio, Mandatsannahme, Mandatsfortführung, Diversifikation, Risikoausgleich, Business Risk Model, Prozessrisiko, Prüfungsqualität, Risikoanalyse, Marktportfolio
Die Diplomarbeit befasst sich mit der Anwendung von Methoden des Portfoliomanagements auf die Mandantenverwaltung innerhalb von Wirtschaftsprüfungsgesellschaften, insbesondere im Hinblick auf Risikooptimierung.
Die Arbeit fokussiert sich auf die Verknüpfung von Risikomodellen, theoretischen Portfolioansätzen und empirischen Erkenntnissen zur Entscheidungspraxis bei der Annahme oder Fortführung von Mandanten.
Ziel ist es zu untersuchen, wie Wirtschaftsprüfungsgesellschaften durch gezielte Portfolioentscheidungen ihre Risiken minimieren können und ob dies analog zu Investitionsentscheidungen am Finanzmarkt erfolgt.
Die Arbeit nutzt eine Kombination aus theoretischer Modellierung (basierend auf Markowitz sowie Simunic/Stein) und der Auswertung zahlreicher empirischer Studien zur Entscheidungspraxis bei Mandaten.
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen, eine detaillierte Analyse empirischer Studien zu Mandatsentscheidungen sowie die Untersuchung praktischer Risikomanagement-Systeme wie FRISK und KRisk.
Zentrale Begriffe sind Portfoliomanagement, Risikomanagement, Prüfungsrisiko, Geschäftsrisiko, Mandatsannahme, Mandatsfortführung und Diversifikation.
Während das klassische Modell primär auf das Fehlerrisiko bei der Prüfung fokussiert, betrachtet das Business Risk Model zusätzlich das Geschäftsrisiko des Mandanten und der Prüfungsgesellschaft als eigenständige Faktoren.
In der Praxis erschweren Informationsasymmetrien, fehlende Handelbarkeit der Prüfungsaufträge und die subjektive Einschätzung von Risikofaktoren eine rein mathematische Portfolio-Optimierung nach Markowitz.
Empirische Daten zeigen, dass Prüfungsgesellschaften neben der reinen Risikovermeidung (Ablehnung) auch Strategien wie den Einsatz spezialisierten Personals oder Gebührenanpassungen nutzen, um das Risiko bei der Mandatsannahme auszugleichen.
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