Masterarbeit, 2022
85 Seiten, Note: 1,3
I. Einleitung
1. Ausgangssituation
2. Problemstellung und Ziel der Arbeit
3. Aufbau und Struktur der Arbeit
II. Erläuterung/Hintergrund
1. Notwendigkeit von Aktieninvestments wegen Niedrigzinsphase
2. Definition Fondssparplan
3. Definition Fondspolice
a) Bruttopolice (Standardpolice)
b) Nettopolice
III. Reform der Investmentbesteuerung 2018
1. Historische Entwicklung und zivilrechtliche Grundlagen
2. Besteuerung nach alter Rechtslage (InvStG 2004)
3. Besteuerung nach neuer Rechtslage (InvStG 2018)
a) Kernpunkte und Motive des Investmentsteuerreformgesetzes (InvStRefG)
b) Steuerliche Behandlung von Investmentfonds und deren Anleger
aa) Besteuerung auf Fondsebene
bb) Besteuerung auf Anlegerebene
IV. Systemvergleich ETF-Fondssparplan versus ETF-Fondspolice
1. Kostenanalyse
2. Steuerliche Unterschiede
a) Nach altem Recht (InvStR 2004)
b) Nach neuem Recht (InvStR 2018)
c) Interpretation
3. Unwägbarkeiten und Ausblick
a) Rückkehr der Inflation und Zinswende
b) Reform Abgeltungsteuer
c) Mehr Optionen und Komfort bei Fondspolice
d) Neue Wirtschaftskrisen und gesteigertes Sicherheitsbedürfnis
e) Mit dem Alter steigende Sparrate und Laufzeitveränderung
f) Nicht nur auf Steuern schauen
V. Fazit
Die Arbeit analysiert die steuerlichen Auswirkungen und die Wirtschaftlichkeit von ETF-Fondssparplänen im Vergleich zu ETF-Fondspolicen (insbesondere Nettopolicen) innerhalb der 3. Säule der Altersvorsorge, unter besonderer Berücksichtigung der Reform des Investmentsteuergesetzes (InvStG) zum 01.01.2018.
1. Notwendigkeit von Aktieninvestments wegen Niedrigzinsphase
Als Folge von Spekulationen am US-Immobilienmarkt entwickelte sich ab 2007 eine weltweite Banken- und Finanzkrise, die zur Verstaatlichung oder Abwicklung mehrerer Banken (darunter Großbanken wie Lehman Brothers 2008) und einer hohen Verschuldung vieler Staaten führte. Staaten waren gezwungen, Banken und Finanzdienstleister durch staatliches Fremdkapital abzusichern, um weitere Insolvenzen zu vermeiden (too big to fail). Trotz der staatlichen Gegenmaßnahmen wurde auch die sog. Realwirtschaft von der Krise erfasst (Rezession). Es kam zu vorübergehenden Produktionssenkungen und auch Unternehmenszusammenbrüchen, Massenarbeitslosigkeit in einzelnen Staaten durch verordnete Sparkurse (Fiskalpolitik), Protesten gegen Regierungen und den Kapitalismus als solchen.
Ab ca. 2009/2010 folgte die europäische Schuldenkrise (Eurokrise), beginnend in Griechenland, nachdem bekannt geworden war, dass die dortige Staatsverschuldung bzw. Neuverschuldung viel höher war als bislang angegeben und auch vertraglich zulässig. Weitere Eurostaaten und ihre Banken gerieten unter Druck. Zeitweilig wurde der Ausstieg einzelner Länder aus der gemeinsamen europäischen Währung diskutiert, letztlich aber verworfen. Stattdessen wurden verschiedene Programme ins Leben gerufen (EFSM, EFSF, ESM, Bankenunion, u. a.), die zum Ziel hatten, die Finanzmärkte zu stabilisieren und Staatsinsolvenzen zu vermeiden.
I. Einleitung: Beleuchtung der demographischen Ausgangslage und des sinkenden Rentenniveaus, welches privates Vorsorgesparen notwendig macht.
II. Erläuterung/Hintergrund: Analyse der Niedrigzinsphase als Auslöser für Aktieninvestments sowie Definition der Vorsorgeprodukte Fondssparplan und Fondspolice.
III. Reform der Investmentbesteuerung 2018: Erläuterung der systemischen Änderungen im Investmentsteuerrecht und deren Bedeutung für Anleger durch das neue Intransparenzprinzip.
IV. Systemvergleich ETF-Fondssparplan versus ETF-Fondspolice: Detaillierter Vergleich beider Anlageformen anhand von Kostenanalysen, steuerlichen Szenarien und Simulationen.
V. Fazit: Zusammenfassende Bewertung beider Vorsorgemöglichkeiten und Einordnung der Ergebnisse als Entscheidungshilfe für Anleger.
Altersvorsorge, ETF, Fondssparplan, Fondspolice, Nettopolice, Investmentsteuergesetz, InvStG, Abgeltungsteuer, Vorabpauschale, Teilfreistellung, Rendite, Kostenstruktur, Zinswende, Portfolio, Kapitalanlage.
Die Masterthesis untersucht, welche Form der privaten Altersvorsorge – ETF-Fondssparplan oder ETF-Fondspolice – unter Berücksichtigung steuerlicher und kostentechnischer Aspekte für private Anleger sinnvoller ist.
Im Zentrum stehen passive börsengehandelte Indexfonds (ETFs) in Form von Fondssparplänen sowie fondsgebundene Lebensversicherungen (Fondspolicen), hierbei insbesondere kosteneffiziente Nettopolicen.
Ziel ist es, eine steuerliche Wirkungsanalyse für das "Duell" zwischen Fondssparplan und Fondspolice vor und nach der Investmentsteuerreform von 2018 durchzuführen und Handlungsoptionen für die 3. Säule der Altersvorsorge aufzuzeigen.
Neben einer theoretischen Aufarbeitung des Steuerrechts erfolgt eine quantitativ-analytische Methode durch Excel-basierte Simulationen, die verschiedene Annahmen zu Kosten, Steuern und Rendite gegeneinander abwägen.
Der Hauptteil gliedert sich in die ökonomischen Hintergründe der Niedrigzinsphase, die Erläuterung der verschiedenen Anlageprodukte, die Analyse des InvStG 2018 sowie den direkten Systemvergleich durch zahlreiche Simulationsszenarien.
Die wesentlichen Begriffe sind Altersvorsorge, ETF-Anlage, Investmentsteuerrecht, Nettopolice, Kosten-Nutzen-Analyse und steuerliche Optimierung.
Die Reform führte den Übergang vom Transparenz- zum Intransparenzprinzip auf Fondsebene ein, ergänzt durch die Teilfreistellung von Erträgen und die Einführung der Vorabpauschale bei thesaurierenden Fonds.
Trotz höherer Kosten als beim direkten Sparplan bietet die Fondspolice steuerliche Vorteile in der Ansparphase (Steuerstundungseffekt bei Umschichtungen) und eine günstige hälftige Besteuerung der Erträge bei Auszahlung (Differenzmethode).
Die Vorabpauschale stellt eine fiktive Besteuerung von Gewinnen dar, die bei thesaurierenden Fonds anfällt, sofern der Gesetzgeber einen positiven Basiszins festlegt, kann jedoch unter Umständen durch den Sparerpauschbetrag vermieden werden.
Nein. Die Arbeit kommt zu dem Schluss, dass beide Produkte ihre Berechtigung haben und die Entscheidung von individuellen Präferenzen, der geplanten Laufzeit und dem persönlichen Sicherheitsbedürfnis abhängig ist.
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