Bachelorarbeit, 2009
55 Seiten, Note: 2,3
I. Die Bedeutung der Mode im Leben der Jugendlichen
II. Der Einfluss der Gesellschaft und der Bekleidungsindustrie auf die Kleidermode
1. Darstellung der Jugendphase und Darstellung der Kleidermode
2. Betonung der Identität durch Kleidermode
2.1. Die Identität Jugendlicher
2.1.1. Entstehung und Formung der Identität durch Interaktion
2.1.2. Einfluss gesellschaftlicher Veränderungen auf die Jugendkulturen und auf die Kleidermode
2.2. Kleidermode als Träger von Botschaften
2.2.1. Zeichen der Mode
2.2.2. Nonverbale Kommunikation durch Kleidung
2.2.2.1. Übermittlung der Botschaft der Punks durch Kleidung
2.2.2.2. Kleidermode als eine der Ausdrucksformen im HipHop
3. Präsentation der Identität auf verschiedenen Bühnen
3.1. Integration und Distinktion durch Kleidermode
3.1.1. Altersgerechter Kleiderstil
3.1.2. Zugehörigkeit und Abgrenzung in Szenen
3.2. Darstellung von Weiblichkeit und Männlichkeit
3.3. Der Einfluss der Medien
3.3.1. Die Mode als System nach Luhmanns Systemtheorie
3.3.2. Die Jugendlichen als eine der wichtigsten Zielgruppen der Medien
III. Modeindustrie und jugendliche Konsumenten im permanenten Prozess gegenseitiger Beeinflussung
Diese Arbeit untersucht die Rolle der Kleidermode im Leben Jugendlicher im 21. Jahrhundert, mit einem besonderen Fokus auf das Wechselverhältnis zwischen gesellschaftlichen Einflüssen, der Modeindustrie und der Identitätskonstruktion durch Jugendliche. Die zentrale Forschungsfrage ist dabei, ob primär die Gesellschaft oder die Modeindustrie darüber entscheidet, welche Kleidung als Mode akzeptiert wird.
2.2.1. Zeichen der Mode
Dass der Wandel in der Gesellschaft zur Veränderung in der Mode führt, wurde im letzten Kapitel behandelt. Die Jugendlichen verspüren den Drang, sich durch Kleidung, die sich von derjenigen Kleidung unterscheidet, welche sie zum bestimmten Zeitpunkt tragen, anders zu gestalten und dadurch ihre Gedanken, Gefühle, politische Einstellungen etc. zu demonstrieren.
In seiner Arbeit beschäftigt sich Barthes (1993) mit der Präsentation von Kleidermode für Frauen in Zeitschriften, wobei seine Aufmerksamkeit dem Text der Magazine gilt. Eine Kategorie von „Signifikanten aus dem Bereich der Kleidung“ steht in Zusammenhang mit den passenden „Signifikaten“ aus dem Feld der „Welt beziehungsweise der Mode“ (Barthes 1993: 35). Kombiniert bewegen sie sich innerhalb des „vestimentären Codes“ (ebd. 35). Der „Signifikant als Ausdrucksseite“ ermöglicht bezogen auf die Kleidermode eine Aussage (Mann 2002: 48). Seine Ganzheit und Geschlossenheit verleiht dem „Signifikat“ wiederum Ganzheit (Barthes 1993: 219). Das „Signifikat“ ist der Träger von Bedeutung (ebd. 232). Es lässt vermuten, welche Idee hinter der Kleidermode „über ihren vestimentären Sinn hinaus“ stecken könnte (232). Der „Signifikant“ verweist auf die „Kleidung“ (35), die ihre Bedeutung aufgrund des „Signifikats“ erhält (35), weil es sie in einen größeren Kontext einbettet, d.h. in Bezug zur „Welt“ bzw. zur „Mode“ setzt (35).
Für den Beobachter ergibt sich der „Sinn“ (70), wenn das „Objekt“ mit einer bestimmten Eigenschaft versehen wird (70). So hat z.B. ein langes Oberteil, wobei ‚lang’ das Merkmal und ‚Oberteil’ der Gegenstand sind, einen bestimmten Gehalt. Man kann die Elemente durch andere ersetzen und diese miteinander neu kombinieren, was der Fall wäre, wenn man das lange Oberteil und das kurze Kleid als Beispiele für die Variation von Gegenstand und Eigenschaft einander gegenüber stellt. Denn so ergeben beide einen „ganz bestimmten Sinn“ in den Augen des Betrachters (70).
I. Die Bedeutung der Mode im Leben der Jugendlichen: Einführung in die Leitfrage und die Relevanz der Kleidermode für die Identitätsentwicklung im Jugendalter.
II. Der Einfluss der Gesellschaft und der Bekleidungsindustrie auf die Kleidermode: Theoretische Auseinandersetzung mit den Bedingungen der Jugendphase, Identitätsbildung und der Kleidung als Kommunikationssystem.
1. Darstellung der Jugendphase und Darstellung der Kleidermode: Historische und soziale Einordnung der Jugendphase und des Begriffs der Mode.
2. Betonung der Identität durch Kleidermode: Untersuchung, wie Kleidung hilft, Identität zu präsentieren und abzugrenzen.
2.1. Die Identität Jugendlicher: Analyse der Entstehung von Identität und der Rolle von Gleichaltrigengruppen.
2.1.1. Entstehung und Formung der Identität durch Interaktion: Diskussion der Interaktion als Basis für Identitätsbildung und Peer-Gruppen-Zugehörigkeit.
2.1.2. Einfluss gesellschaftlicher Veränderungen auf die Jugendkulturen und auf die Kleidermode: Betrachtung soziokultureller Einflüsse auf den Stilwandel.
2.2. Kleidermode als Träger von Botschaften: Analyse der Kleidung als Zeichensystem und Medium nonverbaler Botschaften.
2.2.1. Zeichen der Mode: Anwendung der Zeichentheorie (Signifikant/Signifikat) auf Modeobjekte.
2.2.2. Nonverbale Kommunikation durch Kleidung: Kleidung als Ausdrucksmittel habitueller Werthaltungen.
2.2.2.1. Übermittlung der Botschaft der Punks durch Kleidung: Fallbeispiel zur Punk-Kultur als Protestkultur.
2.2.2.2. Kleidermode als eine der Ausdrucksformen im HipHop: Analyse der HipHop-Mode und deren Entwicklung zum globalen Trend.
3. Präsentation der Identität auf verschiedenen Bühnen: Darstellung der Identität in verschiedenen sozialen Kontexten und Szenen.
3.1. Integration und Distinktion durch Kleidermode: Funktion der Kleidung als Werkzeug für Zugehörigkeit und Abgrenzung.
3.1.1. Altersgerechter Kleiderstil: Erwartungen an altersgemäßes Auftreten und die Rolle von Vorbildern.
3.1.2. Zugehörigkeit und Abgrenzung in Szenen: Bedeutung posttraditionaler Vergemeinschaftungen.
3.2. Darstellung von Weiblichkeit und Männlichkeit: Konstruktion geschlechtsspezifischer Identität durch Kleidung.
3.3. Der Einfluss der Medien: Analyse der Rolle von Medien bei der Verbreitung von Modetrends.
3.3.1. Die Mode als System nach Luhmanns Systemtheorie: Theoretische Betrachtung der Mode als autopoietisches System.
3.3.2. Die Jugendlichen als eine der wichtigsten Zielgruppen der Medien: Untersuchung der ökonomischen Interessen der Modeindustrie im Hinblick auf Jugendliche.
III. Modeindustrie und jugendliche Konsumenten im permanenten Prozess gegenseitiger Beeinflussung: Fazit über die komplexe Wechselwirkung zwischen Industrie, Gesellschaft und jugendlichem Konsumverhalten.
Jugendmode, Identitätsbildung, Modeindustrie, Soziologie, Kleidung, Nonverbale Kommunikation, Punk, HipHop, Modewandel, Konsumverhalten, Jugendszenen, Selbstpräsentation, Identität, Markenkultur, Gesellschaftlicher Wandel
Die Arbeit untersucht das komplexe Wechselspiel zwischen Jugendlichen, der Modeindustrie und gesellschaftlichen Rahmenbedingungen, um zu verstehen, wie Kleidung zur Identitätsbildung und zur Kommunikation genutzt wird.
Zentral sind die Identitätskonstruktion, die soziologische Zeichentheorie der Mode, die Bedeutung von Jugendkulturen wie Punk und HipHop sowie der Einfluss von Massenmedien auf den Konsum.
Das primäre Ziel ist es herauszufinden, wer den Modewandel maßgeblich bestimmt: Ist es die Gesellschaft mit ihren kulturellen Anforderungen oder die Modeindustrie, die Trends vorgibt?
Die Arbeit basiert primär auf einer theoretischen Analyse soziologischer Texte und bezieht zudem Ergebnisse bereits existierender empirischer Studien zum Thema Jugend und Mode ein.
Der Hauptteil analysiert die Entstehung von Identität durch soziale Interaktion, die Funktion von Kleidung als Zeichensystem, die Selbstinszenierung auf verschiedenen sozialen „Bühnen“ sowie die Dynamik zwischen jugendlichem Widerstand gegen den Massenkonsum und der industriellen Verwertung von Stilen.
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Identitätsbildung, Modewandel, Jugendszenen, Zeichentheorie, Markenindustrie und soziale Distinktion charakterisiert.
Während die Punk-Mode primär als bewusster Protest gegen die Konsumgesellschaft und durch bewusste „Hässlichkeit“ als Abgrenzung zur Elitenkultur dient, ist die HipHop-Mode stärker durch globale Verbreitung, Markenbewusstsein und die Übernahme von Status-Look-Elementen (wie z.B. Gefängnis-Jargon) geprägt, obwohl sie ebenfalls als Ausdruck für eine spezifische Lebenswirklichkeit dient.
Medien fungieren als Vermittler, die den Jugendlichen „Eindrucksbilder“ durch Stars und Models vermitteln. Sie erzeugen ein Kaufbedürfnis, indem sie bestimmte Produkte mit den Zielen der Jugendlichen – wie Zugehörigkeit und Differenzierung – verknüpfen, auch wenn Jugendliche nicht jeden industriellen Reiz passiv übernehmen.
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