Forschungsarbeit, 2009
75 Seiten
1 Einleitung und Aufgabenstellung
2 Ziele des Bilanzrechtsmodernisierungsgesetzes (BilMoG)
3 Anwendungsbereich des BilMoG
4 Schwellenwerte zur Umschreibung der Größenklassen
5 Erstmalige Anwendung des BilMoG
6 Auswirkungen ausgewählter Neuregelungen des BilMoG auf die Handels und Steuerbilanz von kleinen und mittelständischen Unternehmen
6.1 Überblick über die ausgewählten Neuregelungen des BilMoG
6.2 Maßgeblichkeitsprinzip
6.3 Wirtschaftliche Zurechnung
6.4 Verrechnung von Vermögensgegenständen und Schulden
6.5 Immaterielle Vermögensgegenstände
6.6 Geschäfts- oder Firmenwert
6.7 Herstellungskosten
6.8 Außerplanmäßige Abschreibung
6.9 Rückstellungen
6.10. Latente Steuern
6 Auswirkungen der ausgewählten Neuregelungen des BilMoG aus Kapitel 6 für die Steuerkanzlei
7 Fallstudie zur praktischen Umsetzung des BilMoG
8 Fazit/Ausblick
Die Arbeit analysiert die Auswirkungen des Bilanzrechtsmodernisierungsgesetzes (BilMoG) auf die Handels- und Steuerbilanz kleiner und mittelständischer Unternehmen sowie deren Bedeutung für die Beratertätigkeit einer Steuerkanzlei unter Berücksichtigung von DATEV-Softwarelösungen.
6.2 Maßgeblichkeitsprinzip
Das Maßgeblichkeitsprinzip stellt den Zusammenhang von Steuerrecht und Handelsrecht her. In § 5 Abs.1 S.1 EStG ist die Maßgeblichkeit der Handelsbilanz für die Steuerbilanz verankert. Danach sind die Grundsätze ordnungsgemäßer Buchführung des Handelsrechts auch für die Aufstellung der Steuerbilanz bindend. Dieses Prinzip bleibt nach dem BilMoG mit dem Zusatz „es sei denn, im Rahmen der Ausübung eines steuerlichen Wahlrechts wird oder wurde ein anderer Ansatz gewählt“ erhalten. Der Grundsatz der umgekehrten Maßgeblichkeit entfällt demnach. Das bedeutet, die Anknüpfung der Handelsbilanz an steuerrechtliche Vorschriften gemäß § 5 Abs.1 S.2 EStG a.F. wird aufgegeben. Sämtliche Normen im HGB, die der umgekehrten Maßgeblichkeit dienten, werden aufgegeben. Demnach erfolgt die Streichung der bisherigen §§ 247 Abs.3, 254, 273, 279 Abs. 2, 280, 281 sowie 285 S.1 Nr.5 HGB.
Insbesondere nachstehende Wahlrechte, die nur in der Steuerbilanz bestehen, dürfen in der Handelsbilanz nach dem BilMoG nicht mehr erfolgen.
• Rücklage gem. § 6b Abs. 3 EStG zur Übertragung stiller Reserven bei Veräußerung bestimmter Anlagegüter
• Rücklage für Ersatzbeschaffung gem. R 6.6 Abs.4 EStR
• Investitionsabzugsbetrag und steuerliche Sonderabschreibung gem. § 7g EStG
• Teilwertabschreibung bei dauerhafter Wertminderung gem. § 6 Abs. 1 Nr.1 S.2 EStG
• Wahlbestandteile bei den Herstellungskosten (vgl. Kapitel 6.7)
• Wahl zwischen AfA-Methoden (lineare AfA, Leistungs-AfA)
1 Einleitung und Aufgabenstellung: Einführung in die Reform des Bilanzrechts und die Zielsetzung der Arbeit bezogen auf die Auswirkungen für eine Steuerkanzlei.
2 Ziele des Bilanzrechtsmodernisierungsgesetzes (BilMoG): Erläuterung der Intentionen wie Deregulierung, Kostenentlastung und internationale Annäherung des HGB an IFRS-Standards.
3 Anwendungsbereich des BilMoG: Diskussion der Buchführungspflichten nach HGB und AO sowie der durch das BilMoG eingeführten Befreiungsschwellen.
4 Schwellenwerte zur Umschreibung der Größenklassen: Darstellung der geänderten Schwellenwerte für die Einstufung von Kapitalgesellschaften nach dem BilMoG.
5 Erstmalige Anwendung des BilMoG: Übersicht der Übergangsvorschriften und zeitlichen Anwendungsbereiche des neuen Bilanzrechts.
6 Auswirkungen ausgewählter Neuregelungen des BilMoG auf die Handels und Steuerbilanz von kleinen und mittelständischen Unternehmen: Detaillierte Analyse wesentlicher Änderungen in Ansatz- und Bewertungsvorschriften im Vergleich zur alten Rechtslage.
6.1 Überblick über die ausgewählten Neuregelungen des BilMoG: Tabellarische Gegenüberstellung der handelsrechtlichen Neuregelungen und ihrer steuerlichen Auswirkungen.
6.2 Maßgeblichkeitsprinzip: Analyse des Wegfalls der umgekehrten Maßgeblichkeit und der Konsequenzen für steuerliche Wahlrechte.
6.3 Wirtschaftliche Zurechnung: Erörterung der Klarstellung zur wirtschaftlichen Zurechnung von Vermögensgegenständen und Schulden.
6.4 Verrechnung von Vermögensgegenständen und Schulden: Erläuterung der neuen Verrechnungspflichten bei Altersvorsorgeverpflichtungen.
6.5 Immaterielle Vermögensgegenstände: Darstellung des neuen Ansatzwahlrechts für selbst geschaffene immaterielle Vermögensgegenstände.
6.6 Geschäfts- oder Firmenwert: Behandlung der neuen Aktivierungspflicht und planmäßigen Abschreibung für derivative Geschäfts- oder Firmenwerte.
6.7 Herstellungskosten: Angleichung der handelsrechtlichen an die steuerliche Herstellungskostendefinition.
6.8 Außerplanmäßige Abschreibung: Änderungen bei außerplanmäßigen Abschreibungen und Wertaufholungsgeboten.
6.9 Rückstellungen: Wegfall von Aufwandsrückstellungen und Einführung einer zukunftsorientierten Bewertung mit Abzinsungspflicht.
6.10. Latente Steuern: Erläuterung des neuen bilanzorientierten Temporary-Konzepts zur Ermittlung latenter Steuern.
6 Auswirkungen der ausgewählten Neuregelungen des BilMoG aus Kapitel 6 für die Steuerkanzlei: Konkrete praktische Implikationen und Software-Unterstützung für den Arbeitsalltag der Kanzlei.
7 Fallstudie zur praktischen Umsetzung des BilMoG: Beispielhafte Anwendung der neuen Vorschriften auf eine GmbH zur Veranschaulichung der Umstellung.
8 Fazit/Ausblick: Zusammenfassende Einschätzung der Bilanzrechtsreform und ein Ausblick auf zukünftige Entwicklungen.
BilMoG, Handelsbilanz, Steuerbilanz, umgekehrte Maßgeblichkeit, latente Steuern, Rückstellungen, DATEV, Jahresabschluss, Anschaffungskosten, Herstellungskosten, Buchführungspflicht, Bilanzpolitik, Wirtschaftliche Zurechnung, Aktivierungswahlrecht, Übergangsvorschriften.
Die Arbeit untersucht die praktischen Auswirkungen des Bilanzrechtsmodernisierungsgesetzes (BilMoG) auf die Erstellung von Handels- und Steuerbilanzen in kleinen und mittelständischen Unternehmen.
Die Schwerpunkte liegen auf dem Wegfall der umgekehrten Maßgeblichkeit, der veränderten Behandlung von Rückstellungen, Herstellungskosten und immateriellen Vermögenswerten sowie der Bilanzierung latenter Steuern.
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie die neuen gesetzlichen Regelungen die Arbeit in einer Steuerkanzlei beeinflussen und welche Auswirkungen sie auf den Aufwand bei der Erstellung von Jahresabschlüssen haben.
Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literatur- und Gesetzesanalyse sowie einer praxisorientierten Fallstudie zur Umsetzung der BilMoG-Vorschriften.
Der Hauptteil analysiert detailliert spezifische Bilanzposten wie Herstellungskosten, Geschäfts- oder Firmenwerte und Rückstellungen und kontrastiert die alte Rechtslage mit der neuen durch das BilMoG.
Wichtige Begriffe sind BilMoG, latente Steuern, Maßgeblichkeitsprinzip, Jahresabschluss, DATEV-Software und Bilanzierung von Rückstellungen.
Das BilMoG führt eine zukunftsorientierte Bewertung ein, die künftige Preis- und Kostensteigerungen berücksichtigt und eine explizite Abzinsungspflicht für langfristige Rückstellungen vorschreibt.
Das bilanzorientierte Temporary-Konzept zur Ermittlung latenter Steuern führt aufgrund der zunehmenden Unterschiede zwischen Handels- und Steuerbilanz zu einem höheren Beratungs- und Dokumentationsaufwand für Steuerberater.
Die Fallstudie dient als praktisches Beispiel, um die Auswirkungen der Umstellung auf das BilMoG – insbesondere bei Rückstellungen und Sonderabschreibungen – anhand konkreter Zahlen zu verdeutlichen.
Ja, die Arbeit zeigt auf, dass Programme wie „Kanzlei-Rechnungswesen“ und „ANLAG“ spezielle Tools und Funktionen bereitstellen, um die Bilanzüberleitung und die parallele Führung von Handels- und Steuerbilanz zu erleichtern.
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