Examensarbeit, 2007
93 Seiten, Note: 1,0
I. Einleitung
II. Theoretischer Hintergrund
1. Zur Definition von bilingualer Bildung
2. Zur Begriffsdifferenzierung von Zweit- und Fremdsprache
3. Theorien des Spracherwerbs
3.1 Erstspracherwerbstheorien
3.1.1 Behaviorismus, Nativismus, und Interktionalismus
3.1.2 Die Sprachliche Entwicklung von Kindern aus konstruktivistischer Sicht
3.2 Zweitspracherwerbstheorien
3.2.1 Die Inputhypothese
3.3.2 Die Interlanguage Hypothese
4. Fremdsprachenlehrmethoden im Rückblick
4.1 Die Grammatik-Übersetzungsmethode
4.2 Die Direkte Methode
4.3 Die Audiolinguale Methode
4.4 Die Audiovisuelle Methode
4.5 Der kognitive Ansatz
4.6 Kommunikative Ansätze
III. Zweitspracherwerb bei Kindern mit Migrationshintergrund
1. Beobachtungen zur Entwicklung der Zweitsprache bei Kindern mit Migrationshintergrund
2. Begründungen für Sprachförderungsmaßnahmen von Kindern mit Migrationshintergrund in Kindergärten
3. Aufgaben und Ziele der Sprachförderung im Kindergarten
3.1 Interkulturelles Lernen
3.2 Die Bedeutung der Erstsprache für Kinder nichtdeutscher Herkunft
3.3 Die Bedeutung der Bewegung in Sprachförderkonzepten
4. Didaktische Konzepte zur Sprachförderung im Elementarbereich
4.1 Das Denkendorfer Modell
4.2 Das Würzburger Trainingsprogramm zur Vorbereitung auf den Erwerb der Schriftsprache
4.3 Sprachförderung anhand der Osnabrücker Materialien
4.4 Das Kindergartenprogramm „Frühe Sprachförderung Kon-Lab“
4.5 Zum Sprachförderkonzept „Wir verstehen uns gut - spielerisch Deutsch lernen“
4.6 Hintergründe einer erfolgreichen Sprachförderung im Kindergarten am Beispiel des Heidenheimer Modells
4.7 Sprachstandserhebungen
4.7.1 Der Beobachtungsbogen „Sismik“
4.7.2 Das Verfahren „Havas“
5. Sprachförderung in Baden-Württemberg
5.1 Das Programm „Sag mal was“ der Landesstiftung
5.2 Das Bildungs- und Entwicklungsfeld „Sprache“ im Orientierungsplan für baden-württembergische Kindergärten
IV. Fremdsprachenlernen als Bildungselement im Kindergarten
1. Begründungen für die Integration von Fremdsprachenangeboten in den Kindergarten
1.1 Entwicklungspsychologische Erkenntnisse
1.2 Gründe aus sprach- und bildungspolitischer Perspektive
2. Didaktische Hintergründe der bilingualen Bildung im Elementarbereich
2.1 Fundierung bilingualer Bildung auf Grundlage didaktischer Ansätze
2.1.1 Der Lebensbezogene Ansatz
2.1.2 Der Situationsansatz
2.2 Konzepte zur Fremdsprachenvermittlung im Elementarbereich
2.2.1 Das Konzept der „Immersion“
a) Das „Zweisprachenmodell“
b) Das „Raummodell“
2.2.2 Vermittlungs- und Angebotsansätze
a) Zum frankophonen Aktivitätsangebot in der Gruppe
b) Zum gruppenübergreifenden Angebot
c) Zum Modell der „Fachkraft“ von außen
2.2.3 Das Begegnungssprachenkonzept
3. Frühes Fremdsprachenlernen in Baden-Württemberg
V. Didaktische und methodische Prinzipien von Fremdsprachenangeboten in der Elementarstufe
1. Allgemeine Prinzipien
2. Ganzheitliches Lernen
2.1 Handlungsorientiertes Lernen
2.1.1 Zum Begriff des Total Physical Response Ansatzes
2.2 Multisensorisches Lernen
3. Die Bedeutung des Hörverstehens
4. Zur Rolle der Erzieherin
5. Einsatz kindgerechter Medien
Storytelling
Spiele und Rollenspiele
Förderung der Sprachentwicklung durch Lieder
Fremdsprachenlernen mit einer Handpuppe
VI. Praktische Handlungsfelder des Zweitspracherwerbs in baden-württembergischen Kindergärten
1. Zur Fragestellung der Analyse
2. Methodische Überlegungen und Vorgehensweise
2.1 Die Methode des halbstrukturierten Interviews
2.2 Inhaltliche Aspekte der Interviews
2.3 Die Auswahl der Kindergärten
3. Ergebnisse der Analyse
3.1 Auswertung der Interviews zum Thema Sprachförderung von Kindern mit Migrationshintergrund
3.1.1 Anwendung von Sprachförderprogrammen in den Kindergärten
3.1.2 Kognitive und motivationale Auswirkungen der Sprachförderung
3.1.3 Persönliche Einstellungen und Erfahrungen von Erzieherinnen und Eltern
3.2 Auswertung der Interviews zum Thema Fremdsprachenlernen im Kindergarten
3.2.1 Anwendung von Fremdsprachenkonzepten in den Kindergärten
3.2.2 Kognitive und motivationale Auswirkungen des Fremdsprachenangebots
3.2.3 Persönliche Einstellungen und Erfahrungen von Erzieherinnen und Eltern
4. Fazit
VII. Abschließende Überlegungen
Die vorliegende Arbeit untersucht den Stand des Zweitspracherwerbs sowie die Integration von Fremdsprachenangeboten in baden-württembergischen Kindergärten, um praxisnahe Ansätze für eine gelungene Sprachförderung zu identifizieren und kritisch zu beleuchten.
Die Bedeutung der Erstsprache für Kinder nichtdeutscher Herkunft
Militzer geht davon aus, dass sich bei Kindern aus zugewanderten Familien die Entwicklung von Alltagsbegriffen nur auf die Bereiche reduziert, die im Umgang mit den Eltern und Gleichaltrigen angesprochen werden, wenn die Erstsprache dieser Kinder nicht durch spezifische Maßnahmen weiter gefördert wird. Dies bedeutet, dass zwar eine Weiterentwicklung der Erstsprache stattfindet, dass sich die Entwicklung der Erstsprache insgesamt aber verzögert, weil sie ohne Förderung im außerfamiliären Bereich auskommen muss.
Blank-Mathieu betont in diesem Zusammenhang die Bedeutung der Erstsprache für den Menschen in Bezug auf seine Identität, seiner Gruppenzugehörigkeit und sein Selbstbild. Die Identitätsentwicklung ist eng mit der Sprachentwicklung verbunden. So bedeutet die erste Sprache [...] auch einen Schritt in die Entwicklung einer eigenen Identität.
Auch bei Küls lassen sich in seiner Argumentation Hinweise auf die Bedeutsamkeit der Förderung der Erstsprache erkennen. Er konstatiert, dass sowohl Sprachschatz als auch Aussprache und Grammatik durch Vorbilder, durch Sprachinput gelernt werden und es deshalb wichtig ist, dass mit Kindern in ihrer Muttersprache geredet wird, damit sie eine Sprache richtig lernen.
Ein Kind fremder Herkunft sollte in Deutschland zu Hause, wenn dort nicht perfekt Deutsch gesprochen wird, in seiner Herkunftssprache sprechen, damit es nicht zwei Sprachen schlecht lernt, sondern sich die entsprechenden neuronalen Netze wenigstens für eine Sprache entwickeln.
I. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Relevanz der Mehrsprachigkeit als Bildungselement im Kindergarten ein und skizziert das Forschungsinteresse sowie die Struktur der Arbeit.
II. Theoretischer Hintergrund: Dieses Kapitel erläutert die wissenschaftlichen Grundlagen zum Spracherwerb, differenziert zwischen Zweit- und Fremdsprache und analysiert verschiedene Lehrmethoden.
III. Zweitspracherwerb bei Kindern mit Migrationshintergrund: Hier werden die Entwicklungsbedingungen der Zweitsprache, verschiedene Sprachförderungskonzepte sowie Verfahren zur Sprachstandserhebung detailliert dargestellt.
IV. Fremdsprachenlernen als Bildungselement im Kindergarten: Das Kapitel befasst sich mit den Gründen für die Integration von Fremdsprachen, verschiedenen didaktischen Ansätzen und dem frühen Fremdsprachenlernen in Baden-Württemberg.
V. Didaktische und methodische Prinzipien von Fremdsprachenangeboten in der Elementarstufe: Hier werden die methodischen Prinzipien wie Ganzheitlichkeit, multisensorisches Lernen und die Rolle der Erzieherin sowie kindgerechte Medien besprochen.
VI. Praktische Handlungsfelder des Zweitspracherwerbs in baden-württembergischen Kindergärten: Dieser Teil präsentiert die Ergebnisse der empirischen Analyse auf Basis von Experteninterviews mit Kindergartenleiterinnen.
VII. Abschließende Überlegungen: Im Fazit werden die zentralen Erkenntnisse der Arbeit zusammengefasst und ein Ausblick auf die Weiterentwicklung der frühkindlichen Sprachförderung gegeben.
Sprachförderung, Zweitspracherwerb, Kindergarten, Migration, Bilingualität, Erstsprache, Fremdsprachenvermittlung, Elementarpädagogik, Interkulturelles Lernen, Orientierungsplan, Immersion, Sprachstandserhebung, Sprachförderkonzept, Mehrsprachigkeit, Pädagogik
Die Arbeit befasst sich mit dem Stand und der Umsetzung von Konzepten zum Zweitspracherwerb sowie zur Fremdsprachenförderung in Kindergärten in Baden-Württemberg.
Die Schwerpunkte liegen auf theoretischen Erwerbstheorien, didaktischen Förderkonzepten für Kinder mit Migrationshintergrund und der Integration von Fremdsprachenangeboten in den pädagogischen Alltag.
Das Ziel ist es, den aktuellen Stand der Sprachförderpraxis zu erfassen, theoretisch fundierte Ansätze mit praktischen Umsetzungsbeispielen zu verknüpfen und die Erfahrungen aus den Kindergärten kritisch zu hinterfragen.
Die Arbeit stützt sich auf eine Literaturanalyse und eine empirisch-qualitative Untersuchung in Form von halbstrukturierten Interviews mit Leiterinnen verschiedener Kindergärten.
Im Hauptteil werden theoretische Grundlagen des Spracherwerbs, spezifische didaktische Modelle zur Sprachförderung, verschiedene Fremdsprachenlehrmethoden sowie die Ergebnisse der empirischen Analyse thematisiert.
Wichtige Begriffe sind Sprachförderung, Migrationshintergrund, Bilingualität, Elementarbereich, Immersion und interkulturelle Pädagogik.
Die Zweitsprache wird als Sprache definiert, die ein Individuum zusätzlich zur Erstsprache erwirbt, während Fremdsprachen meist in gesteuerten Unterrichtssituationen erlernt werden; in der Praxis überschneiden sich diese Begriffe jedoch oft.
Die Arbeit geht unter anderem auf das "Denkendorfer Modell", das "Würzburger Trainingsprogramm", das Kon-Lab-Programm, "Sag mal was" und das Heidenheimer Modell ein.
Die Erstsprache gilt als fundamental für die Identitätsentwicklung und den Erfolg beim späteren Zweitspracherwerb; ihre gezielte Förderung wird daher als notwendige Bedingung für schulischen Erfolg angesehen.
Die Ergebnisse zeigen ein durchweg positives Bild, wobei jedoch häufig ein Mangel an personellen und finanziellen Ressourcen bemängelt wird, der die Umsetzung oft von privatem Engagement oder der Initiative der Träger abhängig macht.
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