Forschungsarbeit, 2009
96 Seiten
I. Problemstellung
A. Konkurrenz und partielle Konvergenz der Unternehmensverfassungssysteme
B. Die Gehilfenfunktion des Abschlussprüfers für den Aufsichts-/Verwaltungsrat
C. Implikationen des Kooperationsverhältnisses auf das Phänomen der Erwartungslücke
D. Die Öffentlichkeitsfunktion des Abschlussprüfers
II. Zielsetzung des Habilitationsprojekts und Vorgehensweise
A. Theoretische Fundierung sowie rechtshistorische Entwicklung des Aufsichts-/Verwaltungsratsystems und der Beziehung zum Abschlussprüfer
B. Empirische Untersuchung zum Einfluss der schriftlichen Berichterstattung des Aufsichts-/Verwaltungsrats auf die Unternehmensperformance
C. Ableitung eines unter betriebswirtschaftlichen Gesichtspunkten optimalen Kooperationsgrads
Die vorliegende Arbeit befasst sich mit der Analyse des Kooperationsverhältnisses zwischen Aufsichts- bzw. Verwaltungsrat und Abschlussprüfer, um das Ziel einer effektiven Corporate Governance in nationalen Aktiengesellschaften sowie der Societas Europaea (SE) zu erreichen. Die zentrale Forschungsfrage untersucht, wie die Zusammenarbeit dieser Gremien gestaltet werden kann, um sowohl eine informierte interne Überwachung als auch eine vertrauenswürdige externe Prüfung sicherzustellen.
Die Gehilfenfunktion des Abschlussprüfers für den Aufsichts-/Verwaltungsrat
Neben der steigenden Konkurrenz und partiellen Konvergenz des One- und Two Tier Systems ist das Tätigkeitsprofil von Aufsichts- und Verwaltungsrat Gegenstand einer kontrovers geführten Diskussion, wobei diese aus deutscher Sicht bereits seit der erstmaligen Verwendung des Terminus „Aufsichtsrat“ in Art. 225 Abs. 1 des Allgemeinen Deutschen Handelsgesetzbuchs (ADHGB) von 1861 flankierend zum „Verwaltungsrat“ bei Aktiengesellschaften existent ist. Das ADHGB von 1861 begründete auch die im Kern unverändert gebliebene gesetzliche Pflicht des Aufsichtsrats zur Überwachung der Geschäftsführung sowie zur Prüfung der Rechnungslegung einschließlich der jährlichen Berichterstattung gegenüber der Hauptversammlung, die de lege lata in § 111 und § 171 AktG niedergelegt ist.
Im Unterschied zur Rechnungslegungsprüfung durch den seit 1870 obligatorisch einzurichtenden Aufsichtsrat wurde die periodische gesetzliche Pflichtprüfung einer Aktiengesellschaft durch einen externen Abschlussprüfer erst im Jahre 1931 „aus der Not heraus“ geboren. Seither soll der Abschlussprüfer eine „Gehilfenfunktion“ gegenüber dem internen Überwachungsorgan erfüllen, welche das kooperative Verhältnis zwischen Aufsichts-/Verwaltungsrat und Abschlussprüfer und ihrer systembedingten Unterschiede maßgeblich determiniert. Die Notwendigkeit einer engen Zusammenarbeit wird damit begründet, dem Aufsichts-/Verwaltungsrat einen „qualifizierten“ externen Prüfer an die Seite zu stellen, mit dem seine „zeitlichen und fachlichen Defizite“ ausgeglichen werden sollen. Insofern übt die externe Abschlussprüfung seither eine Kompensationsfunktion im Hinblick auf die interne Abschlussprüfung durch den Aufsichts-/Verwaltungsrat aus.
I. Problemstellung: Dieses Kapitel erörtert den internationalen Wettbewerb zwischen Unternehmensverfassungssystemen, beleuchtet die Rolle des Abschlussprüfers als Gehilfe des Aufsichtsrats und analysiert das Problem der Erwartungslücke.
II. Zielsetzung des Habilitationsprojekts und Vorgehensweise: Hier wird der theoretische Rahmen und die empirische Strategie vorgestellt, um einen optimalen Kooperationsgrad zwischen Aufsichtsorgan und Prüfer zu identifizieren.
Corporate Governance, Aufsichtsrat, Verwaltungsrat, Abschlussprüfer, Kooperationsverhältnis, Erwartungslücke, Unternehmensverfassung, BilMoG, Unternehmensperformance, Berichterstattung, Rechnungslegung, Prüfungsausschuss, Principal-Agent-Theorie, Überwachung.
Die Arbeit analysiert das Kooperationsverhältnis zwischen den Überwachungsorganen (Aufsichts-/Verwaltungsrat) und dem externen Abschlussprüfer in Aktiengesellschaften und der Societas Europaea.
Die Schwerpunkte liegen auf der Entwicklung von Unternehmensverfassungssystemen, der Gehilfenfunktion des Abschlussprüfers und der Corporate Governance Berichterstattung.
Es wird untersucht, wie eine effektive Zusammenarbeit zwischen Überwachungsorgan und Abschlussprüfer zur Stärkung der Corporate Governance beitragen kann.
Die Arbeit nutzt einen deduktiven Ansatz, kombiniert mit einer historischen Analyse und einem empirischen Stufenmodell zur Bewertung der Berichterstattung und deren Einfluss auf die Unternehmensperformance.
Der Hauptteil gliedert sich in eine Problemstellung, die theoretische Fundierung, rechtshistorische Entwicklungen und die methodische Herleitung eines optimalen Kooperationsgrads.
Corporate Governance, Aufsichtsrat, Abschlussprüfer, Erwartungslücke, Unternehmensverfassung und Kooperationsverhältnis.
Im Two-Tier-System hat der Abschlussprüfer eine stark ausgeprägte Gehilfenfunktion für den Aufsichtsrat, während er im One-Tier-System stärker in die Strukturen des Verwaltungsrats integriert ist.
Das BilMoG stärkt die Zusammenarbeit durch die explizite Einführung von Prüfungsausschüssen und die Konkretisierung ihrer Aufgaben in der Unternehmensüberwachung.
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