Diplomarbeit, 2008
87 Seiten, Note: 1,7
1. Einleitung
1.1. Problemstellung und Zielsetzung
1.2. Gang der Untersuchung
2. Theoretische Grundlagen zur Bewertung von Konzernen
2.1. Wertorientierte Unternehmensführung
2.1.1. Ursprung und Verbreitung des Shareholder Value-Konzepts
2.1.2. Inhalte einer wertorientierten Unternehmensführung
2.2. Anwendungsbereiche der Bewertung von Unternehmen und Vorstellung der Verfahren
2.2.1. Anwendungsbereiche der Unternehmensbewertung in der Praxis
2.2.1.1. Anlässe und Funktionen einer Unternehmensbewertung
2.2.1.2. Beteiligungscontrolling
2.2.2. Verfahren zur Unternehmensbewertung
2.2.2.1. Vorgaben des Instituts der Wirtschaftsprüfer: IDW S 1
2.2.2.2. Kapitalmarkttheoretische Grundlagen: Das CAPM
2.2.2.3. Die Discounted Cash Flow-Verfahren
2.2.2.3.1. Weighted Average Cost of Capital (WACC)
2.2.2.3.2. Adjusted Present Value (APV)
2.2.2.3.3. Vergleich und Beurteilung
2.3. Vorgehensweise und Besonderheiten bei der Bewertung von Konzernen
2.3.1. Definition und Einordnung des Konzernbegriffs
2.3.1.1. Betriebswirtschaftlicher und rechtlicher Konzernbegriff
2.3.1.2. Konzernarten im deutschen Rechtssystem
2.3.1.3. Konzernabschluss nach HGB
2.3.2. Besonderheiten bei der Bewertung von Konzernen
2.3.2.1. Bewertungsobjekte im Konzern
2.3.2.2. Einheitskonzept vs. Vielheitskonzept
2.3.2.3. Berücksichtigung von Interdependenzen
2.3.2.4. Synergieeffekte im Konzern
3. Bewertung eines internationalen Konzerns mit besonderer Berücksichtigung der Besteuerung
3.1. Überblick über die relevanten steuerrechtlichen Vorschriften
3.1.1. Besteuerung von Kapitalgesellschaften
3.1.2. Schachtelprivileg und Organschaft
3.1.3. Internationales Steuerrecht
3.2. Vorstellung des Fallbeispiels
3.2.1. Übersicht über Konzernstruktur und Annahmen des Fallbeispiels
3.2.2. Vorgehensweise bei der Bewertung
3.3. Feststellung der zur Bewertung benötigten Daten
3.3.1. Festlegung der Bewertungsgrundlage
3.3.2. Bestimmung des Free Cash Flows
3.3.2.1. Vergangenheits- und Lageanalyse
3.3.2.2. Planungsrechnungen der Tochterunternehmen
3.3.2.3. Planungsrechnungen der Konzernmutter
3.3.2.4. Aufstellung eines konsolidierten Konzernabschlusses
3.3.2.5. Ableitung des Free Cash Flow aus der Konzern-GuV
3.3.3. Der Kapitalkostensatz als Bewertungsmaßstab
3.4. Gesonderte Betrachtung der steuerlichen Behandlung der Einkünfte aus einer ausländische Tochtergesellschaft
3.4.1. Steuerliche Behandlung von Zinsen als Fremdkapitalgeber-Einkünfte
3.4.1.1. Besteuerung auf Ebene der inländischen Muttergesellschaft
3.4.1.2. Steuerliche Belastung auf Konzernebene
3.4.2. Steuerliche Behandlung von Dividenden
3.4.2.1. Besteuerung auf Ebene der inländischen Muttergesellschaft
3.4.2.2. Steuerliche Belastung auf Konzernebene
3.5. Ermittlung des Unternehmenswertes des Konzerns
3.6. Einfluss der Besteuerung auf den Unternehmenswert
3.6.1. Sensitivitätsanalyse: Vorteil der konzerninternen Fremdfinanzierung?
3.6.2. Interpretation der Ergebnisse
3.6.3. Bedeutung der Besteuerung und mögliche Ansatzpunkte zur internationalen Steuerplanung und Konzerngestaltung
4. Ausblick und Fazit
4.1. Ausblick: Einführung der Abgeltungssteuer 2009
4.2. Fazit
Die Arbeit befasst sich mit der Unternehmensbewertung internationaler Konzerne unter besonderer Berücksichtigung steuerlicher Einflüsse. Das primäre Ziel ist es, anhand eines praxisnahen Fallbeispiels zu analysieren, wie steuerliche Rahmenbedingungen und Gestaltungsoptionen den Unternehmenswert beeinflussen, wobei der Fokus auf dem deutschen Steuerrecht nach der Unternehmenssteuerreform 2008 liegt.
3.6.2. Interpretation der Ergebnisse
Betrachtet man ein einzelnes, inländisches Unternehmen, so ist die modellmäßige Bestimmung des Tax Shields relativ unproblematisch. Hier wurde jedoch ein realitätsnahes Modell aufgestellt, in dem die aktuellen steuerlichen Vorschriften zur Konzernbesteuerung und zum internationalen Steuerrecht enthalten sind. Dabei gibt es gegenläufige Effekte der Eigen- und Fremdfinanzierung.
Im Falle der konzerninternen Fremdfinanzierung ergeben sich Steuervorteile aus dem Abzug der Fremdkapitalzinsen von der Steuerbemessungsgrundlage bei der ausländischen Tochtergesellschaft. Je höher die ausländische Körperschaftssteuer, desto höher ist also auch die Steuerersparnis aufgrund des Zinsabzugs. Fällt auf die Zinszahlungen der Tochter- an die Muttergesellschaft Quellensteuer an, kann sich Anrechnungspotential ergeben. Bei konzerninterner Eigenfinanzierung kann die ausländische Tochtergesellschaft keinen Zinsabzug steuerlich geltend machen, die ausländische Körperschaftsteuer fällt somit höher aus. Zudem wird die Dividende im Ausland mit Quellensteuer belastet. Der Vorteil der Eigenfinanzierung ist die 95 %-ige Steuerbefreiung der Dividenden im Inland. Allerdings ist hierbei auch keine Anrechnung einer ausländischen Quellensteuer möglich.
Als Resultat dieser verschiedenen Effekte fällt das Tax Shield im Fallbeispiel relativ klein aus. Damit werden auch die Ergebnisse von Bachmann/Schultze bestätigt, die ebenfalls feststellten, dass das Tax Shield im internationalen Kontext sehr klein oder sogar negativ ausfällt. Neben den bereits erläuterten Effekten, die hauptsächlich aus dem deutschen Steuersystem resultieren, gibt es außerdem noch weitere Faktoren, die das Tax Shield beeinflussen können und die bei einer möglichst genauen Bestimmung beachtet werden müssen. Das Steuersystem des jeweiligen Ansässigkeitsstaates spielt dabei eine große Rolle, etwa bei den abziehbaren Fremdkapitalzinsen. Da internationale Konzerne in mehreren Ländern vertreten sind, müssen die Steuersysteme all dieser Länder einbezogen werden. Die Steuersätze der Quellensteuer auf Zinseinkünfte und Dividenden, sowie eine mögliche Begrenzung durch DBA müssen berücksichtigt werden. Die Höhe der konzerninternen Darlehen oder der Eigenkapitalausstattung und ihre geplante Veränderung durch Zuführungen, Tilgungen und Ausschüttungen müssen bei einer genauen Bestimmung des Tax Shields ebenfalls bemessen werden. Zudem kann es innerhalb der drei bis fünf Jahre andauernden Detailplanungsphase zu teilweise erheblichen Änderungen der Steuersysteme kommen. Mögliche politische Reformvorhaben müssen also frühzeitig in die Planung integriert werden.
1. Einleitung: Die Arbeit beleuchtet die zunehmende Bedeutung internationaler Konzernstrukturen und die Notwendigkeit einer wertorientierten Unternehmensbewertung, die steuerliche Einflüsse explizit berücksichtigt.
2. Theoretische Grundlagen zur Bewertung von Konzernen: Dieses Kapitel erläutert Konzepte der wertorientierten Unternehmensführung, gängige Bewertungsverfahren wie DCF/WACC/APV sowie die spezifischen methodischen Herausforderungen bei der Bewertung von Konzernstrukturen.
3. Bewertung eines internationalen Konzerns mit besonderer Berücksichtigung der Besteuerung: Das Hauptkapitel präsentiert ein detailliertes Fallbeispiel, in dem die Auswirkungen deutscher und internationaler Steuervorschriften auf die Unternehmensbewertung mittels APV-Verfahren analysiert werden.
4. Ausblick und Fazit: Das Fazit fasst die Erkenntnisse zusammen und betont die Notwendigkeit, Steuereffekte bei internationalen Konzernen individuell und differenziert zu betrachten, da pauschale Aussagen zur Vorteilhaftigkeit von Finanzierungsformen kaum möglich sind.
Unternehmensbewertung, Konzern, Steuern, Discounted Cash Flow, DCF, APV, Besteuerung, internationale Steuerplanung, Organschaft, Schachtelprivileg, Shareholder Value, Fremdfinanzierung, Tax Shield, Kapitalkosten, Finanzierung.
Die Arbeit analysiert die Unternehmensbewertung von internationalen Konzernen und untersucht dabei gezielt, wie sich steuerliche Rahmenbedingungen und internationale steuerliche Gestaltungsoptionen auf den Unternehmenswert auswirken.
Die Arbeit verbindet die Themengebiete Unternehmensbewertung (insbesondere DCF-Verfahren), internationales Steuerrecht und Konzerncontrolling unter Berücksichtigung der Unternehmenssteuerreform 2008.
Ziel ist es, die Komplexität der Bewertung internationaler Konzerne anhand eines Fallbeispiels darzustellen und aufzuzeigen, wie steuerliche Einflüsse bei der Bestimmung von Zahlungsströmen und Kapitalkosten aktiv in den Bewertungsprozess integriert werden.
Die Autorin/der Autor nutzt das APV-Verfahren (Adjusted Present Value) als primäre Bewertungsmethode, da dieses die explizite Berücksichtigung von Steuervorteilen (Tax Shields) aus der Fremdfinanzierung ermöglicht.
Im Hauptteil werden nach der theoretischen Einleitung die steuerlichen Rechtsvorschriften erläutert, ein fiktiver V-Konzern als Fallbeispiel eingeführt und die Bewertung dieses Konzerns unter Berücksichtigung von Finanzierungs- und Besteuerungsaspekten schrittweise demonstriert.
Die zentralen Schlagworte umfassen Unternehmensbewertung, Konzern, Steuern, APV, Tax Shield und internationale Steuerplanung.
Im Fallbeispiel wird unterstellt, dass die Zinsschranke aufgrund des unterschrittenen Freibetrags von 1 Mio. Euro keine Anwendung findet, was die Abzugsfähigkeit von Zinsen als Betriebsausgaben im Modell ermöglicht.
Die Arbeit betont die methodische Erfassung von Synergieeffekten in vier Phasen, wobei Synergiepotentiale qualitativ erfasst, untersucht und in die quantitativen Ertragsüberschüsse prognostiziert werden müssen.
Die Arbeit führt aus, dass die Einbeziehung persönlicher Ertragsteuern die Komplexität des Modells weiter erhöhen würde und aufgrund der Typisierungsvorgaben nach IDW S 1 eine solche Berücksichtigung nicht in jedem Fall zwingend erforderlich ist.
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