Bachelorarbeit, 2009
201 Seiten, Note: 1,0
1 Einleitung
2 Finanzmarktkrisen
2.1 Bankenkrise 1931
2.2 Finanzmarktkrise 2007 bis 2009
2.3 Vergleich Bankenkrise von 1931 und Finanzmarktkrise von 2007 bis 2009
3 Staatliche Eingriffe in den Finanzsektor
3.1 Möglichkeiten von staatlichen Eingriffen in den Finanzsektor
3.2 Staatliche Eingriffe in den Finanzsektor 2008 / 2009 in Deutschland
3.3 Mögliche Wettbewerbsverzerrungen durch die staatlichen Eingriffe in den Finanzsektor (2008 / 2009) in Deutschland
3.4 Mögliche Auswirkungen der staatlichen Eingriffe bei Privatbanken auf Sparkassen und Genossenschaftsbanken
4 Interviews mit Experten aus der Finanzwirtschaft
4.1 Experteninterviews: Theoretische Grundlagen
4.2 Zielsetzung der Experteninterviews
4.3 Leitfragebogen
4.4 Durchführung der Experteninterviews
4.5 Auswertung der Interviews
5 Ergebnisse der Experteninterviews im Hinblick auf Wettbewerbsverzerrungen
5.1 Wettbewerbsverzerrungen auf dem Finanzsektor
5.2 Wettbewerbsverzerrungen für Sparkassen und Genossenschaftsbanken
6 Fazit
7 Ausblick
Die Arbeit untersucht, ob staatliche Unterstützungsmaßnahmen der Bundesregierung während der Finanzmarktkrise 2008/2009 in Deutschland zu Wettbewerbsverzerrungen zulasten von Sparkassen und Genossenschaftsbanken geführt haben oder führen könnten. Die zentrale Forschungsfrage fokussiert dabei auf die Auswirkungen staatlicher monetärer Hilfen und Garantien, die primär für systemrelevante Privatbanken bereitgestellt wurden.
Bankenkrise 1931 in Deutschland
Der 11. Mai 1931 wird in der Literatur über die Bankenkrise von 1931 als Beginn einer Kette von Ereignissen datiert, welche den Zusammenbruch des deutschen Bankensektors zur Folge hatten. Es kam verstärkt zum Abzug von Kapital von ausländischen Gläubigern. Begünstigt durch politische Maßnahmen waren die Kundeneinlagen meist kurzfristig bei den Banken angelegt, wobei die Kredite insbesondere für die deutsche Wirtschaft langfristig vereinbart waren. Dies führte zu riskanten Einlagenportfolios der Banken in Deutschland. Darüber hinaus hielten die Großbanken große Aktienpakete, die im Laufe der Weltwirtschaftskrise erheblich an Wert verloren. Daher mussten von den KIs hohe Abschreibungen auf die Wertpapierbestände vorgenommen werden, was die Liquiditätssituation der Banken weiter verschärfte sowie die Eigenkapitalquoten verschlechterte. Am 11. Juli 1931 teilte der Vorstandsvorsitzende der Danatbank, Herr Jacob Goldschmidt, mit, dass die Bank am Montag, den 13. Juli 1931, geschlossen bleibt. Zuvor hatte die Reichsbank der Danatbank noch weitere Kredite gewährt, die eine Insolvenz der Bank hinausgezögert hatten. Die Schließung der Danatbank führte zu einem Kundenansturm, der sämtliche deutsche Banken erfasste. Daraufhin übernahm die Reichsregierung per Notverordnung vom 12. Juli 1931 die volle Garantieleistung für alle Einlagen der Danatbank und ordnete zugleich deren Liquidierung an. Das Kabinett erklärte den 14. und 15. Juli 1931 zu Bankfeiertagen, an denen der gesamte Zahlungsverkehr ruhte. Bereits am 15. Juli 1931 setzte die Reichsbank die Konvertibilität der Reichsmark aus und beendete damit den Goldstandard. Die Reichsmark war somit nicht mehr mit einer festgelegten Menge an Gold gedeckt.
Durch die Wirtschaftskrise und die Bankenkrise mussten die Großbanken erhebliche Einlangenabflüsse und dadurch bedingt hohe Verluste bewältigen. Die Reichsregierung sah sich gezwungen, mit staatlichen Geldern die Eigenkapitalbasis der KIs zu stärken und damit faktisch fast alle Großbanken zu verstaatlichen.
1 Einleitung: Definiert die Ausgangslage der Finanzmarktkrise 2008, erläutert die Zielsetzung der Bachelorarbeit und gibt einen Überblick über das deutsche Bankensystem sowie relevante finanzwirtschaftliche Begriffe.
2 Finanzmarktkrisen: Beschreibt die Entstehung der Bankenkrise 1931 und der Finanzmarktkrise 2007-2009 und vergleicht deren historische Hintergründe, Auswirkungen und strukturelle Merkmale.
3 Staatliche Eingriffe in den Finanzsektor: Analysiert wirtschaftspolitische Instrumente des Staates, detailliert die spezifischen Maßnahmen wie den Finanzmarktstabilisierungsfonds (SoFFin) und beleuchtet die wettbewerbsrechtlichen Auswirkungen.
4 Interviews mit Experten aus der Finanzwirtschaft: Erläutert die methodische Vorgehensweise der qualitativen Experteninterviews mit Vorstandsmitgliedern und die darauf folgende Inhaltsanalyse.
5 Ergebnisse der Experteninterviews im Hinblick auf Wettbewerbsverzerrungen: Fasst die Erkenntnisse aus den Interviews zusammen, insbesondere hinsichtlich der Auswirkungen auf das Kundenverhalten und der Wettbewerbsverzerrungen zulasten öffentlich-rechtlicher und genossenschaftlicher Banken.
6 Fazit: Reflektiert die Untersuchungsergebnisse, bestätigt die aufgestellten Hypothesen und zieht ein Resümee über die staatlichen Interventionen.
7 Ausblick: Erörtert zukünftige Herausforderungen wie die Regulierung der Finanzmärkte, die Vermeidung von Kreditklemmen und den notwendigen Ausstieg aus staatlichen Fördermaßnahmen.
Finanzmarktkrise, Bankenkrise, staatliche Eingriffe, Wettbewerbsverzerrungen, SoFFin, Finanzmarktstabilisierungsgesetz, Bankensystem, Experteninterviews, Kundeneinlagen, Eigenkapital, Rettungspaket, Finanzsektor, Liquidität, Regulierung, Wettbewerb.
Die Bachelorarbeit untersucht die Auswirkungen staatlicher Rettungsmaßnahmen für systemrelevante Privatbanken während der Finanzmarktkrise auf den Wettbewerb im deutschen Finanzsektor, insbesondere im Hinblick auf Sparkassen und Genossenschaftsbanken.
Zentral sind die historische Einordnung der Finanzkrise 1931 im Vergleich zu 2008, staatliche Stabilisierungsmechanismen (SoFFin), das Kundenverhalten in Krisenzeiten und die Auswirkungen auf Wettbewerbsbedingungen.
Das Ziel ist es, herauszuarbeiten, ob staatliche Hilfen für einige Institute Wettbewerbsnachteile für andere Institutsgruppen, speziell Sparkassen und Genobanken, verursachen.
Es handelt sich um eine qualitative Analyse, die auf Sekundärquellen und der Auswertung von Experteninterviews mit Vorstandsmitgliedern verschiedener Kreditinstitute basiert.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Analyse staatlicher Eingriffe, eine Auswertung des Kundenverhaltens sowie eine detaillierte Auswertung von Expertenmeinungen zu Wettbewerbsverzerrungen.
Finanzmarktkrise, Bankenkrise, staatliche Eingriffe, Wettbewerbsverzerrungen, SoFFin, Finanzmarktstabilisierungsgesetz, Bankensystem, Experteninterviews, Kundeneinlagen, Eigenkapital.
Kunden zeigten ein deutlich erhöhtes Sicherheitsbedürfnis, was zu Mittelzuflüssen bei Sparkassen und Genobanken führte, bevor durch spätere staatliche Garantien wieder vermehrt Preisverhandlungen und Umschichtungen einsetzten.
Experten sehen in der Unterstützung von Autobanken (wie der VW-Bank) einen Missbrauch der Rettungsfonds, da diese Banken primär als Absatzkanäle für Industrieunternehmen fungieren und nicht im klassischen Sinne systemrelevant seien.
Sparkassenvertreter kritisieren, dass staatlich gestützte Privatbanken durch die Hilfen in der Lage sind, nicht-marktgerechte Zinskonditionen anzubieten, was den Wettbewerb zu Lasten der Sparkassen verzerrt.
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