Diplomarbeit, 2002
87 Seiten, Note: 2,7
1 Einleitung und Aufbau der Arbeit
2 Erklärung und Wirkung der „wage gap“
2.1 Grundsätzliche Aspekte
2.2 Zwei populäre Ursachen und ihre Wirkung
2.2.1 Technologischer Fortschritt (SBTC)
2.2.2 Globalisierung bzw. Internationaler Handel
2.3 Empirische Untersuchungen zur Relevanz von SBTC und Globalisierung
3 Der deutsche Arbeitsmarkt
3.1 Institutionelle Rahmenbedingungen des deutschen Arbeitsmarktes
3.1.1 Das deutsche Berufsausbildungssystem
3.1.2 Gewerkschaften und Tarifverträge
3.1.3 Staatliche Intervention
3.1.4 Lohnkosten
3.2 Konsequenzen für die Analyse des dt. Arbeitsmarktes
3.3 Die Struktur der Arbeitslosigkeit
3.3.1 Qualifikation als Strukturmerkmal
3.3.2 Alter als Strukturmerkmal
3.3.3 Dauer als Strukturmerkmal
3.3.4 Arbeitslosigkeit im Osten
4 Erklärungsversuch der unfreiwilligen Arbeitslosigkeit in Deutschland
4.1 Der Interessenskonflikt zwischen Beschäftigten und Arbeitslosen bei individuellen Lohnverhandlungen
4.2 Der Interessenskonflikt zwischen Beschäftigten und Arbeitslosen bei kollektiven Lohnverhandlungen
4.3 Erklärung der qualifikationsspezifischen Arbeitslosigkeit
5 Empirischer Erklärungsgehalt der qualifikationsspezifischen Arbeitslosigkeit für die unfreiwillige Arbeitslosigkeit in Deutschland
6 Schlussbetrachtung
Die Arbeit untersucht den Zusammenhang zwischen der „wage gap“-Problematik und der unfreiwilligen Arbeitslosigkeit in Deutschland. Im Zentrum steht die Analyse, ob relative Nachfrageverschiebungen zulasten gering qualifizierter Arbeitskräfte, ausgelöst durch technologischen Fortschritt und Globalisierung, in Verbindung mit institutionellen Rigiditäten des deutschen Arbeitsmarktes die dortige Arbeitslosigkeit erklären können.
2.2.1 Technologischer Fortschritt (SBTC)
Trotz der Tatsache, dass die relativen Kosten qualifizierter Arbeit nicht gefallen sind, ist der Anteil beschäftigter, qualifizierter Arbeitskräfte in den meisten westlichen Industrienationen während der letzten 20-30 Jahre gestiegen. Zeitgleich wurden einschneidende Technologien, wie z.B. der Computer oder das Internet, entwickelt, die für jedermann zugänglich sind. Viele Ökonomen sehen in den technologischen Entwicklungen und den erwähnten Arbeitsmarkttrends eine direkte Beziehung.
Die zugrundeliegende Argumentation ist sehr einfach: Neue Technologien bevorzugen tendenziell qualifizierte Arbeit bzw. substituieren unqualifizierte Arbeit. Daraus resultiert ein Bias zugunsten qualifizierter Arbeitskräfte. Technologischer Fortschritt ist demnach nicht neutral, sondern führt zu relativen Nachfragverschiebungen auf dem Arbeitsmarkt, die ihrerseits Einfluss auf die relativen Löhne und somit auf die Einkommensdispersion nehmen. Wie bereits angemerkt, öffnet sich die Einkommensschere der USA seit Anfang der 80er Jahre, obwohl das Angebot an Qualifikation sukzessiv erhöht wird, immer weiter. Die Erklärung dieser Einkommensentwicklung ist eine Überkompensation der Nachfrageeffekte gegenüber den Angebotseffekten.
1 Einleitung und Aufbau der Arbeit: Diese Einleitung stellt die Fragestellung vor und skizziert den Aufbau der Arbeit hinsichtlich der Analyse des "wage gap" und der deutschen Arbeitslosigkeit.
2 Erklärung und Wirkung der „wage gap“: Hier werden die populären Ursachen (SBTC und Globalisierung) der Lohnspreizung sowie deren theoretische Wirkungsweise auf die Relativlöhne erläutert.
3 Der deutsche Arbeitsmarkt: Dieses Kapitel beschreibt die institutionellen Rahmenbedingungen sowie die Struktur der Arbeitslosigkeit in Deutschland.
4 Erklärungsversuch der unfreiwilligen Arbeitslosigkeit in Deutschland: Es wird die Insider-Outsider-Theorie angewandt, um die deutsche Arbeitslosigkeit und insbesondere die qualifikationsspezifische Arbeitslosigkeit theoretisch zu begründen.
5 Empirischer Erklärungsgehalt der qualifikationsspezifischen Arbeitslosigkeit für die unfreiwillige Arbeitslosigkeit in Deutschland: Dieser Abschnitt überprüft die theoretischen Ansätze anhand empirischer Daten zur Lohn- und Beschäftigungsstruktur.
6 Schlussbetrachtung: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und bewertet die Bedeutung der Lohnrigiditäten für das deutsche Beschäftigungsproblem.
Wage gap, Arbeitslosigkeit, Deutschland, USA, SBTC, Globalisierung, Insider-Outsider-Theorie, Tarifautonomie, Kündigungsschutz, Qualifikationsstruktur, Lohnrigiditäten, Humankapital, Reallöhne, Beschäftigungspolitik
Die Arbeit untersucht den Zusammenhang zwischen der "wage gap"-Debatte, die primär in den USA beobachtet wurde, und dem spezifischen deutschen Problem der hohen, persistenten Arbeitslosigkeit.
Die zentralen Felder sind die Lohn- und Beschäftigungsentwicklung, die Auswirkungen von technologischem Fortschritt und Globalisierung sowie die institutionellen Besonderheiten des deutschen Arbeitsmarktes.
Die Arbeit untersucht, ob die "Flip Side"-Hypothese – also die These, dass steigende US-Ungleichheit und steigende europäische Arbeitslosigkeit zwei Seiten derselben Medaille sind – für Deutschland zutrifft und inwieweit Lohnrigiditäten hierbei eine Rolle spielen.
Es wird eine modelltheoretische Analyse (insbesondere Insider-Outsider-Modelle) mit einer anschließenden empirischen Betrachtung und Interpretation bestehender Studien kombiniert.
Der Hauptteil behandelt die theoretischen Hintergründe des "wage gap" (SBTC/Globalisierung), die institutionellen Rahmenbedingungen in Deutschland (Tarifautonomie, Gewerkschaften, Kündigungsschutz) und die Anwendung der Insider-Outsider-Theorie auf das deutsche Beschäftigungssystem.
Neben dem "wage gap" sind dies insbesondere die Insider-Outsider-Theorie, die Tarifautonomie, der technische Fortschritt (SBTC) und die strukturelle Arbeitslosigkeit.
Der Autor führt dies unter anderem auf das Insider-Outsider-Verhalten zurück, bei dem Beschäftigte (Insider) ihre Durchsetzungsmacht nutzen, um Löhne hoch zu halten, was Arbeitslosigkeit bei den Outsidern verfestigt.
Das "Duale System" schafft spezifisches Humankapital, was zu höheren Fluktuationskosten führt. Dies stärkt die Verhandlungsposition der Insider, schränkt aber gleichzeitig die Flexibilität des Arbeitsmarktes ein.
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