Diplomarbeit, 2009
78 Seiten, Note: 1,0
1 Problemstellung
2 First-Mover-Vorteile auf dem deutschen Mobilfunkmarkt
2.1 Ökonomische Analyse der sequenziellen Markteintritte
2.1.1 Ökonomische Bedeutung von Wechselkosten
2.2 Preisinduzierte Netzwerkeffekte
3 Wettbewerbsstrategien der Mobilfunkanbieter
3.1 Preisdifferenzierung auf dem Mobilfunkmarkt
3.1.1 Preisdifferenzierung bei „BASE“
3.2 Mehrmarkenstrategie von E-Plus
3.2.1 Die Wirkung von „BASE“
4 Zukünftige Diversifikationsstrategien
4.1 Reputationsübertragung auf neue Märkte
4.2 Aufdeckung neuer Betätigungsfelder am Beispiel Vodafone
5 Fazit
Diese Diplomarbeit analysiert die Wettbewerbsvorteile von Pionieren auf dem deutschen Mobilfunkmarkt sowie innovative Strategien der Nachfolger, um diese Vorteile zu überwinden und Gewinne zu maximieren. Ein zentrales Forschungsziel ist die Untersuchung, wie kleine Anbieter durch Preisdifferenzierung, Mehrmarkenstrategien und Diversifikation ihre Marktposition trotz bestehender Markteintrittsbarrieren und hoher Fixkosten stärken können.
2.1 Ökonomische Analyse der sequenziellen Markteintritte
Im Folgenden werden die FMV auf dem deutschen Mobilfunkmarkt anhand des sog. Schmalensee-Modells analysiert. Schmalensee (1982) zeigt, dass bei Unsicherheiten bezüglich der Qualität ein etablierter Anbieter höhere Preise verlangen kann, da die Nachfrager mit dem Produkt des ersten Anbieters vertraut sind und nicht wechseln möchten. Zudem kann der Pionier die Konsumenten mit der höchsten Zahlungsbereitschaft an sich binden.
Die Annahmen des Modells treffen auf den deutschen Mobilfunkmarkt zu. Der Abschluss eines Mobilfunkvertrages kann als Erfahrungsgut angesehen werden, da die Konsumenten vor dem Kauf nicht über die Qualität, die u.a. von der Netzabdeckung, der Sprachqualität und dem Servicelevel des Mobilfunkanbieters abhängt, informiert sind (vgl. Haucap, Dewenter 2006, S. 12; vgl. Neumann 1999, S. 81). Der Preis eines Produkts ist kein Qualitätsindikator. Es wird vereinfachend davon ausgegangen, dass ein Produkt entweder „funktioniert“ oder „nicht funktioniert“. Alle Konsumenten bewerten die Wahrscheinlichkeit, dass das Produkt nicht funktioniert mit π und maximieren ihren diskontierten Erwartungsnutzen.
Q(v) beschreibt die Anzahl an Konsumenten, die für das Produkt mindestens die Zahlungsbereitschaft v, mit 0 ≤ v ≤ V, haben. Schlechte Qualität wird mit –Φv bewertet, wobei Φ eine nichtnegative Konstante ist. Die Verzinsung pro Periode beträgt r. Alle Käufer sind vollkommen informiert, außer über die Produktqualität, und handeln rational und risikoneutral.
1 Problemstellung: Dieses Kapitel führt in die Liberalisierung des deutschen Mobilfunkmarktes ein und identifiziert die Asymmetrien zwischen Pionieren und später eingetretenen Anbietern sowie die Notwendigkeit innovativer Strategien.
2 First-Mover-Vorteile auf dem deutschen Mobilfunkmarkt: Das Kapitel analysiert modelltheoretisch, warum Pioniere durch Qualitätsunsicherheit, Wechselkosten und Netzwerkeffekte Marktmacht gegenüber Nachfolgern aufbauen konnten.
3 Wettbewerbsstrategien der Mobilfunkanbieter: Hier wird untersucht, wie Anbieter durch Preisdifferenzierung, Mehrmarkenstrategien und die gezielte Nutzung von Flatrate-Modellen wie „BASE“ Gewinne steigern und First-Mover-Nachteile abbauen können.
4 Zukünftige Diversifikationsstrategien: Das Kapitel erörtert Möglichkeiten für Netzbetreiber, durch die Übertragung ihrer Reputation auf neue Märkte, wie etwa das stationäre Internet, neue Wachstumsfelder zu erschließen.
5 Fazit: Die Arbeit fasst zusammen, dass First-Mover-Vorteile durch gezielte Innovationsstrategien und Differenzierung überwunden werden können, wobei die Bedeutung von Wechselkosten und Reputation maßgeblich ist.
Mobilfunkmarkt, Wettbewerbsstrategien, First-Mover-Vorteile, Preisdifferenzierung, Netzwerkeffekte, Wechselkosten, Mehrmarkenstrategie, Diversifikation, Reputation, Flatrate, Markteintrittsbarrieren, Kundenbindung, Qualitätsunsicherheit, Telekommunikationsmarkt, Marktanteile.
Die Arbeit befasst sich mit dem Wettbewerb auf dem deutschen Mobilfunkmarkt und untersucht, wie Anbieter, die erst später in den Markt eintraten, gegen die etablierten First-Mover bestehen können.
Die Schwerpunkte liegen auf der Analyse von Wettbewerbsvorteilen (First-Mover), ökonomischen Modellen zur Netzwerkwahl, Preisdifferenzierung und der strategischen Diversifikation von Netzbetreibern.
Ziel ist es, Strategien aufzuzeigen, mit denen Mobilfunkanbieter trotz Marktsättigung und Wettbewerbsdruck ihre Gewinne maximieren und die Vorteile etablierter D-Netz-Anbieter überwinden können.
Die Arbeit nutzt modelltheoretische Ansätze, insbesondere das Schmalensee-Modell für Markteintritte, das Katz/Shapiro-Modell für Netzwerkeffekte und die Versionierungsstrategie nach Varian.
Der Hauptteil analysiert Ursachen für First-Mover-Vorteile, die ökonomische Bedeutung von Wechselkosten sowie die spezifischen Strategien von E-Plus zur Marktsegmentierung.
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Preisdifferenzierung, Netzwerkeffekte, Reputation, First-Mover-Vorteile und Mehrmarkenstrategie geprägt.
„BASE“ dient als Fallbeispiel für eine innovative Preisdifferenzierung durch Flatrate-Modelle, mit denen E-Plus erfolgreich Kunden von etablierten Anbietern abwerben und Nachteile ausgleichen konnte.
Die Arbeit zeigt, dass etablierte Anbieter ihre Reputation als wertvollen immateriellen Vermögenswert auf neue Märkte (z.B. Internetdienste) übertragen können, um dort Markteintrittsbarrieren zu reduzieren.
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