Masterarbeit, 2009
202 Seiten, Note: 1,0
0. EINLEITUNG
0.1 Zentrale Frage und Ziel der Master-Thesis
0.2 Inhaltliches Vorgehen
0.3 Vorbemerkungen
1. GRUNDLAGEN UND FORMEN DER AMBULANTEN SOZIALPÄDAGOGISCHEN JUGENDHILFE
1.1 Definitionen und gesetzliche Grundlagen
1.1.1 Die Kinder- und Jugendhilfe als Teil des Sozialrechts
1.1.2 Fokus und wesentliche Inhalte des SGB VIII Kinder- und Jugendhilfe
1.1.3 Hilfe zur Erziehung
1.1.3.1 Beratung und Bewilligung
1.1.3.2 Der Hilfeplan
1.2 Ambulante sozialpädagogische Jugendhilfe
1.2.1 Definition
1.2.2 Erziehungsbeistandschaft und Betreuungshilfe
1.2.3 Intensive Sozialpädagogische Einzelbetreuung
1.2.4 Betreutes Einzelwohnen
1.2.5 Eingliederungshilfe für seelisch behinderte Kinder und Jugendliche
1.2.6 Fazit und Postulat
2. ZWISCHEN KINDHEIT UND ERWACHSENSEIN - JUGENDLICHE ZWISCHEN 14 UND 18 JAHREN
2.1 Das Wesen und die Gestalt der Adoleszenz im Allgemeinen
2.1.1 Die Adoleszenz im Spiegel der Fachliteratur
2.1.2 Entwicklungsfelder in der Adoleszenz
2.1.3 Entwicklungsschritte in der Adoleszenz
2.1.3.1 Der Charakter adoleszenter Entwicklungsschritte
2.1.3.2 Entwicklungsfelder und Entwicklungsschritte – Eine Übersicht
2.1.4 Die Rolle der Umwelt in der Adoleszenz
2.1.4.1 Der Protagonist und die Konstrukteure der Adoleszenz
2.1.4.2 Räume der Adoleszenz
2.1.4.3 Das sozialökologische Modell nach Baacke
2.1.4.4 Das Umweltmodell nach Bronfenbrenner
2.2 Relevante Aspekte der Adoleszenz männlicher Jugendlicher
2.2.1 Männliche Adoleszenz und Herkunftsfamilie
2.2.1.1 Familie und adoleszente Prozesse
2.2.1.2 Herkunftsmilieu und Entwicklung
2.2.1.3 Familienthema Adoleszenz
2.2.1.3.1 Geschlechtsidentifikation in der Kindheit
2.2.1.3.2 Die Rolle des Vaters
2.2.1.3.3 Die Bedeutung der Mutter
2.2.1.3.4 Die elterliche Beziehung und das Familiensystem
2.2.2 Die körperliche Entwicklung und Reifung
2.2.2.1 Biologische Veränderungen und Wachstum
2.2.2.2 Körperkompetenz und Körperlichkeit
2.2.3 Faktoren männlicher Adoleszenz
2.2.3.1 Der Umgang mit Angst
2.2.3.2 Aggression
2.2.3.3 Narzissmus als Entwicklungshilfe
2.2.3.4 Tagträume und Größenphantasien
2.2.4 Die Bedeutung der Peer
3. KOMPETENZ UND QUALIFIKATION DER PÄDAGOGISCHEN FACHKRAFT
3.1 Allgemeine Kompetenzen und Qualifikationen
3.1.1 Sachkompetenz
3.1.2 Selbstreflexive Kompetenz
3.1.3 Soziale Kompetenz
3.1.4 Kreative Kompetenz
3.1.5 Selbstfürsorgliche Kompetenz
3.2 Spezielle Qualifikationen männlicher pädagogischer Fachkräfte
3.2.1 Vorbild, Modell und Beispiel
3.2.2 Die Verpflichtung zur Selbstreflexion
3.2.3 Faktoren der Selbstreflexion
4. STRUKTURELLE STÖRUNGEN – MERKMALE UND AUSLÖSER
4.1 Die Entwicklung struktureller Fähigkeiten
4.1.1 Der Strukturbegriff
4.1.2 Die frühe strukturelle Entwicklung
4.1.3 Ich-Funktionen und Affekte
4.1.4 Kindliche Bindungstypen
4.2 Beeinträchtigungen und Störungen
4.2.1 Pathogene Bedingungen
4.2.2 Konkrete Risikofaktoren
4.2.3 Idealtypisch gesund, neurotisch beeinträchtigt, strukturell gestört
4.3 Jugendliche mit strukturellen Störungen
4.3.1 Die Adoleszenz als zweite Chance
4.3.2 Strukturniveaus und Störungsbilder
4.3.3 Zunahme und Stabilität von Störungen im Jugendalter
4.3.4 Symptombeschreibungen und Diagnosestabilität
4.3.5 Gesellschaftliche Aspekte
5. DIE OPERATIONALISIERTE PSYCHODYNAMISCHE DIAGNOSTIK IM KINDES- UND JUGENDALTER (OPD-KJ)
5.1 OPD-KJ – Ein allgemeiner Überblick
5.1.1 Ziele und Methode
5.1.2 Qualifizierung des Diagnostikers
5.1.3 Entwicklungskonzeption und Altersstufen
5.1.4 Entwicklungsgedanke und Befunderhebung
5.2 Die vier psychodynamischen Achsen der OPD-KJ
5.2.1 Achse Beziehung
5.2.1.1 Hintergrund
5.2.1.2 Operationalisierung und Befunderhebung
5.2.2 Achse Konflikt
5.2.2.1 Hintergrund
5.2.2.2 Operationalisierung und Befunderhebung
5.2.3 Achse Struktur
5.2.3.1 Hintergrund
5.2.3.2 Operationalisierung und Befunderhebung
5.2.4 Achse Behandlungsvoraussetzungen
5.2.4.1 Hintergrund
5.2.4.2 Operationalisierung und Befunderhebung
5.2.5 Der Umgang mit den Ergebnissen der Diagnose
6. DAS HANDLUNGSKONZEPT FÜR PÄDAGOGISCHE FACHKRÄFTE IN DER AMBULANTEN JUGENDHILFE
6.1 Einleitung
6.2 Ressourcen- und Problemorientierung
6.3 Die Module des Handlungskonzepts
6.3.1 Modul 1 – Die Fallanfrage
6.3.2 Modul 2 – Das Erstgespräch
6.3.2.1 Abgrenzung zum Hilfeplangespräch
6.3.2.2 Die pädagogische Fachkraft und das Erstgespräch
6.3.3 Modul 3 – Die sozialpädagogische Anamnese
6.3.3.1 Arbeitsregeln
6.3.3.2 Mögliche Fallen
6.3.3.3 Das besondere Setting der ambulanten Jugendhilfe
6.3.3.4 Die Sammlung anamnestischer Informationen und Fakten
6.3.3.4.1 Der Anamnesebogen
6.3.3.4.2 Die Genogrammarbeit
6.3.3.4.3 Dokumente und Unterlagen
6.3.4 Modul 4 – Die sozialpädagogische Diagnose
6.3.4.1 Grundlagen und Voraussetzungen
6.3.4.1.1 Das Verhältnis zwischen Anamnese und Diagnose
6.3.4.1.2 Der prozesshafte Charakter der sozialpädagogischen Diagnose
6.3.4.1.3 Diagnose und Beziehung
6.3.4.1.4 Das Diagnosesetting
6.3.4.1.5 Nonverbales Verhalten in der Diagnose
6.3.4.1.6 Die Beteiligung weiterer Personen an der Diagnose
6.3.4.2 Das Diagnoseverfahren
6.3.4.2.1 Allgemeiner Hintergrund
6.3.4.2.2 Ebene Hilfevoraussetzungen
6.3.4.2.2.1 Hintergrund
6.3.4.2.2.2 Befunderhebung
6.3.4.2.3 Ebene Beziehung
6.3.4.2.3.1 Hintergrund
6.3.4.2.3.2 Befunderhebung
6.3.4.2.3.2.1 Dyadische Beziehungen
6.3.4.2.3.2.2 Beurteilung des Selbstbezugs
6.3.4.2.3.2.3 Eigenbeurteilung des Selbstbezugs
6.3.4.2.3.2.4 Resonanz des Fachkraft
6.3.4.2.4 Ebene Konflikt
6.3.4.2.4.1 Hintergrund
6.3.4.2.4.2 Befunderhebung
6.3.4.2.4.2.1 Schritt 1 – Intensität und Vorhandensein eines Konflikts
6.3.4.2.4.2.2 Schritt 2 – Die Verarbeitungsmodi der Konflikte
6.3.4.2.4.2.3 Schritt 3 – Die wichtigsten Konflikte
6.3.4.2.5 Ebene Struktur
6.3.4.2.5.1 Hintergrund
6.3.4.2.5.2 Befunderhebung
6.3.4.3 Zusammenfassung und Sortierung der Diagnoseresultate
6.3.4.3.1 Erstellung einer Gesamtübersicht
6.3.4.3.2 Prioritäten
6.3.5 Modul 5 – Die Problembearbeitung
6.3.5.1 Das Verfahren zur Problembearbeitung
6.3.5.2 Beziehung als Wirkvariabel
6.3.5.2.1 Grundhaltungen und Herangehensweisen
6.3.5.2.2 Beziehung und strukturelle Störung
6.3.5.2.3 Positionen der pädagogischen Fachkraft
6.3.5.3 Kompensatorische Strategien
6.3.5.4 Zuständigkeiten und Vernetzung
6.3.5.5 Das Hilfeplangespräch
6.3.5.6 Unterstützung der pädagogischen Fachkraft
7. FAZIT UND AUSBLICK
Die Arbeit untersucht, wie eine gelingende Unterstützung von 14-18-jährigen männlichen Jugendlichen mit strukturellen Störungen innerhalb ambulanter sozialpädagogischer Jugendhilfemaßnahmen (SGB VIII) gestaltet werden kann, indem ein neues Handlungskonzept auf Basis der operationalisierten psychodynamischen Diagnostik (OPD-KJ) entwickelt wird.
0.1 Zentrale Frage und Ziel der Master-Thesis
Im Mittelpunkt einer ambulanten sozialpädagogischen Jugendhilfemaßnahme steht von Beginn an neben den formulierten Zielen auch die Beziehung zwischen dem Jugendlichen und der zuständigen pädagogischen Fachkraft. Diese Beziehung ist von beiden Beteiligten zu erarbeiten und zu gestalten. Eine tragende Beziehung ist die Grundlage für einen gelingenden Hilfeverlauf und für die Arbeit an den mit dem Jugendamt gemeinsam vereinbarten Hilfeplanzielen.
Je intensiver sich die Arbeit an diesen Zielen im Verlauf der Hilfe gestaltet und je länger die Hilfe läuft, umso deutlicher zeigt der Jugendliche seine individuellen Fähigkeiten, Erlebens- und Verhaltensweisen.
Somit wird auch immer klarer erkennbar, ob und wie weit er in der Lage ist, sich in die Beziehung zur pädagogischen Fachkraft zu begeben. Probleme oder Defizite in der Beziehungsgestaltung oder eine möglicherweise vorliegende Beziehungsunfähigkeit verdeutlichen sich zunehmend.
Die Art und Weise der Beziehungsgestaltung und die damit verbundene Affektregulierung und Konfliktfähigkeit eines 14-18-jährigen Jugendlichen sind mitunter nicht nur von dessen Adoleszenz geprägt. Sie können auch auf eine strukturelle Störung verweisen, die häufig auf schon früh erworbene dysfunktionale Beziehungsmuster zurückzuführen ist. Diese Muster werden dann in der aktuellen Beziehung zur Fachkraft immer öfter wirksam.
Die Übertragungen von problematischen Beziehungserfahrungen und Konfliktbewältigungsstrategien eines strukturell gestörten Jugendlichen stellt die zuständige pädagogische Fachkraft vor eine große Herausforderung. Sie erhält ambivalente Beziehungsangebote, erfährt z. B Ablehnung, Bedrohung oder Vereinnahmung. Eventuell überschreitet oder missachtet der Jugendliche die Grenzen des Miteinanders erheblich, indem er sie heftig beschimpft, auf der persönlichen Ebene angreift oder extrem anhänglich wird. Möglicherweise zeigt sich der Jugendliche im Konfliktfall höchst aggressiv, massiv übergriffig oder in sich selbst zurückgezogen. Eine Fachkraft kann sich in solchen oder ähnlichen Situationen sehr hilflos und überfordert fühlen.
0. EINLEITUNG: Einleitung und Definition des Forschungsziels, das Handlungskonzept zur Betreuung strukturell gestörter männlicher Jugendlicher zu entwickeln.
1. GRUNDLAGEN UND FORMEN DER AMBULANTEN SOZIALPÄDAGOGISCHEN JUGENDHILFE: Überblick über das SGB VIII, die rechtlichen Rahmenbedingungen und die verschiedenen ambulanten Hilfeformen.
2. ZWISCHEN KINDHEIT UND ERWACHSENSEIN - JUGENDLICHE ZWISCHEN 14 UND 18 JAHREN: Detaillierte Darstellung der Entwicklungsaufgaben der Adoleszenz mit besonderem Fokus auf die männliche Identitätsentwicklung.
3. KOMPETENZ UND QUALIFIKATION DER PÄDAGOGISCHEN FACHKRAFT: Beschreibung notwendiger allgemeiner und spezifischer Kompetenzen sowie der Bedeutung der Selbstreflexion.
4. STRUKTURELLE STÖRUNGEN – MERKMALE UND AUSLÖSER: Definition und Entstehung von strukturellen Störungen unter Einbezug bindungstheoretischer Aspekte.
5. DIE OPERATIONALISIERTE PSYCHODYNAMISCHE DIAGNOSTIK IM KINDES- UND JUGENDALTER (OPD-KJ): Erläuterung der Methode der OPD-KJ und deren Nutzen als diagnostisches Instrument.
6. DAS HANDLUNGSKONZEPT FÜR PÄDAGOGISCHE FACHKRÄFTE IN DER AMBULANTEN JUGENDHILFE: Vorlage des eigentlichen Handlungskonzepts, gegliedert in fünf Module, von der Fallanfrage bis zur Problembearbeitung.
7. FAZIT UND AUSBLICK: Zusammenfassende Reflexion über die Bedeutung der entwickelten Konzepte für die praktische Arbeit.
Ambulante Jugendhilfe, SGB VIII, Adoleszenz, männliche Jugendliche, strukturelle Störungen, OPD-KJ, Hilfeplanung, Beziehungsgestaltung, pädagogische Fachkraft, Selbstreflexion, Fallanfrage, Anamnese, sozialpädagogische Diagnose, Problembearbeitung
Die Arbeit untersucht, wie pädagogische Fachkräfte in der ambulanten Jugendhilfe besser mit strukturell gestörten 14- bis 18-jährigen Jungen umgehen können.
Zentrale Themen sind die rechtlichen Grundlagen des SGB VIII, die psychodynamische Entwicklung von Jungen in der Adoleszenz sowie die Anwendung psychodynamischer Diagnoseinstrumente (OPD-KJ) im sozialpädagogischen Alltag.
Ziel ist die Entwicklung eines neuen, auf die Jugendhilfe zugeschnittenen Handlungskonzepts, das eine fundierte sozialpädagogische Diagnose und darauf basierende Interventionsstrategien ermöglicht.
Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Literaturanalyse und der Modifikation der operationalisierten psychodynamischen Diagnostik (OPD-KJ) für den Kontext der ambulanten Sozialpädagogik.
Der Hauptteil widmet sich der Definition struktureller Störungen, der Rolle der pädagogischen Fachkraft und der detaillierten Ausarbeitung der fünf Module des Handlungskonzepts.
Ambulante Jugendhilfe, männliche Adoleszenz, strukturelle Störungen, OPD-KJ, sozialpädagogische Diagnose.
Weil die Autorin postuliert, dass die reine Beobachtung der Symptome nicht ausreicht und ein tieferes Verständnis der strukturellen Fähigkeiten des Jugendlichen für eine bedarfsgerechte Hilfeplanung unerlässlich ist.
Sie ist entscheidend, um eigene Übertragungen und Projektionen im Umgang mit schwierigen Beziehungsangeboten der Jugendlichen zu erkennen und handlungsfähig zu bleiben.
Strukturelle Störungen liegen oft in einem Bereich, der eine tiefere Bearbeitung erfordert, als es die klassische sozialpädagogische Betreuung allein leisten kann, weshalb ein fundiertes Diagnosekonzept die Brücke schlagen muss.
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