Masterarbeit, 2008
87 Seiten, Note: 1,7
Einleitung
1. Der gesellschaftliche Wandel - neue Herausforderungen an Individuen
1.1. Die Entwicklung von Lebensentwürfen unter dem Einfluss gesellschaftlicher Rahmenbedingungen
1.2. Die Bedeutsamkeit zentraler Lebensbereiche
1.2.1 Arbeit in der Risikogesellschaft - vom Beruf auf Lebenszeit zur Lebensabschnittstätigkeit
1.2.2 Bedeutung und Funktionen von Freizeit
1.2.3 Wohnen
1.2.4 Strukturwandel in Partnerschaft und Familie
2. Biographiearbeit und Individuation
2.1 Die junge Generation auf der Suche nach Orientierung und Identität
2.2 Über die Notwendigkeit von Biographiearbeit
3. Die Analyse exemplarischer Lebensentwürfe junger Erwachsener in erschwerten Lebenslagen
3.1 Das methodische Vorgehen
3.1.1 Ableiten von Fragestellungen für die empirische Untersuchung
3.1.2 Die Bestimmung der Zielgruppe
3.1.3 Die Gewinnung der Interviewpartner
3.1.4 Die Datenerhebung
3.1.5 Die Datenaufbereitung und -auswertung
3.2 Ergebnisse der Einzelfallanalysen
3.2.1 Herr S.
3.2.2 Herr B.
3.2.3 Herr L.
3.3 Interpretation der Ergebnisse
4. Abschließendes Resümee und Anregungen für weitere empirische Forschungen
5. Anhänge
5.1 Kurzfragebogen zur Erfassung der personenbezogenen Daten
5.2 Gesprächsleitfaden für das halbstrukturierte Interview
Die vorliegende Masterarbeit analysiert die Lebensentwürfe junger Erwachsener in „erschwerten Lebenslagen“. Ziel ist es herauszuarbeiten, wie diese Menschen unter prekären Bedingungen, wie Schul- und Ausbildungsabbrüchen oder Lernbehinderungen, ihre Identität bilden, soziale Integration erreichen und welche Gestaltungsspielräume sie sich für ihre Zukunft erschließen können.
Die Entwicklung von Lebensentwürfen unter dem Einfluss gesellschaftlicher Rahmenbedingungen
Lebensentwürfe können als Gesamtheit einer gedanklichen, als auch handelnden Vorwegnahme zukünftiger Entwicklungen charakterisiert werden, die Kognitionen und Emotionen unterschiedlicher Bewusstheit beinhalten, welche sowohl auf kontrollierbare als auch unkontrollierbare Ereignisse und damit in Auseinandersetzung mit der Gegenwart auf Zukünftiges gerichtet sind (vgl. Orthmann - Bless 2006, S. 9). Im Hinblick auf die eigene Person spielen u. a. die Auseinandersetzung mit individuellen Kompetenzen, persönlichen Intentionen, Erwartungshaltungen und Wünschen eine signifikante Rolle. Lebensentwürfe werden dabei freilich vor allem auch durch die gegenwärtigen Gesellschaftsbedingungen determiniert. Theorien zur Sozialstruktur moderner Gesellschaften nehmen in diesem Kontext immer wieder ein Grundmotiv auf: die Individualisierung als Kernpunkt makrosoziologischer Entwicklungen (vgl. Beck/ Beck - Gernsheim 1994, S. 11 ff.). Zu den entscheidenden Merkmalen von Individualisierungsprozessen gehört, dass sie den traditionellen Lebensrhythmus von Menschen im Sinne einer „Normalbiographie“ zunehmend in Frage stellen bzw. tendenziell auflösen (vgl. Beck - Gernsheim 1994, S. 120).
Sie erlauben in Folge nicht nur eine aktive Eigenleistung von Individuen, sondern fordern sie vielmehr, da in erweiterten Optionsspielräumen sowie Entscheidungszwängen der individuelle Handlungsbedarf wächst und dadurch verstärkt Selbstverantwortung, Eigeninitiative, Planungsfähigkeit sowie Flexibilität und Frustrationstoleranz nötig sind. Die Auseinandersetzung mit eigenen Kompetenzen und die Antizipation möglicher Alternativen für die zukünftige Lebensgestaltung im Sinne der Fähigkeit zur Lebensplanung werden damit zur wichtigen persönlichen Ressource. Es liegt heute folglich weitestgehend am Einzelnen selbst, wie er sein Leben gestaltet: „Das Leben und die Lebensmöglichkeiten jedes Einzelnen werden so selbst zu einem Wagnis, zu einem sozialen Risiko, zu einem individualisierten Projekt mit offenem Ausgang. Der Einzelne wird damit zur zentralen Instanz der Lebensgestaltung in Eigenverantwortung. Jeder wird vermeintlich zu „seines eigenen Lebens Schmied“ (Rauschenbach 1994, S. 91). Traditionelle Identitätsangebote verlieren somit zunehmend ihre normative Kraft zugunsten der Chance individueller Identitätsarbeit. Entscheidungen über Ausbildung, Beruf, Wohnort, Lebenspartner, Kinderanzahl können nicht nur, sondern müssen getroffen werden.
1. Der gesellschaftliche Wandel - neue Herausforderungen an Individuen: Dieses Kapitel diskutiert die Auswirkungen gesellschaftlicher Wandlungsprozesse auf die Lebensgestaltung junger Erwachsener sowie die Bedeutung zentraler Lebensbereiche wie Arbeit, Freizeit, Wohnen und Familie.
2. Biographiearbeit und Individuation: Hier werden der Sinnbezug und die Notwendigkeit biographischer Selbstreflexion für die Identitätsbildung des Subjekts im Kontext der modernen Risikogesellschaft beleuchtet.
3. Die Analyse exemplarischer Lebensentwürfe junger Erwachsener in erschwerten Lebenslagen: Dieser Hauptteil beschreibt das methodische Vorgehen der empirischen Untersuchung, präsentiert die Ergebnisse der Einzelfallanalysen von Herrn S., Herrn B. und Herrn L. und interpretiert diese vor dem theoretischen Hintergrund.
4. Abschließendes Resümee und Anregungen für weitere empirische Forschungen: Das Kapitel fasst die Ergebnisse der Arbeit zusammen, reflektiert die Stabilität und Konsistenz der Lebensentwürfe der Befragten und schlägt Richtungen für zukünftige Forschungsarbeiten vor.
Lebensentwürfe, erschwerte Lebenslagen, Individualisierung, Biographiearbeit, Risikogesellschaft, Bildungsbenachteiligung, soziale Integration, Identitätsbildung, Handlungsspielräume, Lebensbewältigung, Qualifizierungsmaßnahmen, prekäre Beschäftigung, soziale Netzwerke, Selbstbestimmung, Übergangsphasen.
Die Arbeit untersucht Lebensentwürfe junger Erwachsener, die sich in sogenannten „erschwerten Lebenslagen“ befinden, also beispielsweise über einen Hauptschulabschluss verfügen oder an der Schwelle zur Arbeitswelt gescheitert sind.
Die Arbeit fokussiert sich auf zentrale Lebensbereiche wie Ausbildung, Beruf, Einkommen, Freizeit, Wohnen sowie soziale Beziehungen und die allgemeine Lebenszufriedenheit.
Ziel ist es, die subjektiven Bedeutungsstrukturen, individuell wahrgenommenen Handlungsspielräume und Problemlösungsversuche dieser Zielgruppe anhand von Fallbeispielen zu analysieren und zu verstehen.
Die Autorin verwendet einen qualitativ-explorativen Ansatz mit halbstrukturierten Interviews, um die Sichtweisen der Befragten tiefgehend zu erfassen und zu rekonstruieren.
Der Hauptteil widmet sich dem methodischen Vorgehen, der Darstellung der drei Einzelfallanalysen (Herr S., Herr B., Herr L.) sowie einer abschließenden Interpretation der Ergebnisse im Kontext der theoretischen Grundlagen.
Die Arbeit ist geprägt von Begriffen wie Individualisierung, Biographiearbeit, Risikobiographien, Bastelbiographien und der Problematik von Maßnahmekarrieren in der Arbeitsmarktpolitik.
Die Analyse zeigt, dass die Familie als wichtiges soziales „Auffangnetz“ und Hilfeinstanz dient, insbesondere in einer Situation der Unsicherheit und prekären ökonomischen Lebensverhältnisse.
Die Befragten stehen diesen Maßnahmen ambivalent bis kritisch gegenüber. Oft werden sie als auferlegte „Warteschleifen“ empfunden, die zwar den Ausschluss vom Arbeitsmarkt zeitlich überbrücken, aber kaum echten qualifikatorischen Nutzen bringen.
Sie zeigen hohe Planungskompetenz und Sparsamkeit, um den Alltag zu bewältigen. Zudem sind sie stark auf staatliche Unterstützungsleistungen angewiesen, was ihre Möglichkeiten zur sozialen Teilhabe und Konsumtion einschränkt.
Die Zukunftspläne sind oft zögerlich und von Vorsicht geprägt. Die Männer müssen ihre Lebensgestaltung in einem schwierigen Umfeld planen und können sich im Gegensatz zu privilegierten Gruppen kaum Irrtümer oder Umorientierungen leisten.
Der GRIN Verlag hat sich seit 1998 auf die Veröffentlichung akademischer eBooks und Bücher spezialisiert. Der GRIN Verlag steht damit als erstes Unternehmen für User Generated Quality Content. Die Verlagsseiten GRIN.com, Hausarbeiten.de und Diplomarbeiten24 bieten für Hochschullehrer, Absolventen und Studenten die ideale Plattform, wissenschaftliche Texte wie Hausarbeiten, Referate, Bachelorarbeiten, Masterarbeiten, Diplomarbeiten, Dissertationen und wissenschaftliche Aufsätze einem breiten Publikum zu präsentieren.
Kostenfreie Veröffentlichung: Hausarbeit, Bachelorarbeit, Diplomarbeit, Dissertation, Masterarbeit, Interpretation oder Referat jetzt veröffentlichen!

