Diplomarbeit, 2009
58 Seiten, Note: 1,8
1 Einleitung
2 Die Subprime-Krise – Ein Überblick
2.1 Ursachen und Verlauf der Krise
2.2 Auswirkungen der Subprime-Krise
3 Instrumente zur Stabilisierung notleidender Banken
3.1 Staatliche Garantien
3.2 Staatliche Eigenkapitalzufuhr
3.3 Asset Management Companies
3.3.1 Definition und Funktionsweise
3.3.2 Das deutsche Bad-Bank-Konzept
4 Die Finanzkrise in Schweden
4.1 Ursachen und Krisenverlauf
4.1.1 Regulierung und Liberalisierung des schwedischen Finanzsektors
4.1.2 Die Krise nimmt ihren Lauf
4.2 Schwedens Weg aus der Krise
4.2.1 Der Umgang mit den notleidenden Banken
4.2.2 Verwertung der schlechten Aktiva durch Securum
4.2.3 Die Kosten der Krise
5 Lehren aus der schwedischen Krise
6 Fazit
Die vorliegende Arbeit untersucht, inwiefern die Bewältigung der schwedischen Finanzkrise Anfang der 1990er Jahre als Vorbild für das Management der aktuellen globalen Finanzkrise dienen kann. Im Fokus steht dabei die Analyse der Wirksamkeit staatlicher Stabilisierungsmaßnahmen bei der Restrukturierung notleidender Banken.
3.1 Staatliche Garantien
Erhebliche Kreditausfälle und Preisverfälle der Aktiva wirken sich stark auf die Liquidität einer Bank aus. Ein Bankrun in Krisenzeiten, der aufgrund von Unsicherheiten der Einleger über den Zustand ihrer Bank eintreten kann, würde die Liquiditätsprobleme einer Bank nur verstärken. Ein Bankrun kann, wie im Modell von Chen (1999) beschrieben, zu weiteren Bankruns bei anderen Instituten führen und so einen weiteren Liquiditätsverlust im System hervorrufen. Die Wahrscheinlichkeit eines Bankruns kann durch die Sicherung der Einlagen verringert werden. Eine staatliche Einlagensicherung verringert die Anreize für die Bankkunden, ihre Einlagen bei den Kreditinstituten abzuziehen (Diamond und Dybvig, 1983).
Ebenso kann die Zentralbank in ihrer Funktion als Lender of Last Resort Kredite an notleidende Banken vergeben, um deren Liquiditätsprobleme zu lindern. Die Liquiditätsversorgung durch die Zentralbanken ist, wie der Sachverständigenrat (2008) beschreibt, in ihrer Wirkung jedoch begrenzt.
Eine wichtige Liquiditätsquelle ist, neben Zentralbankgeld und den Einlagen der Kunden, der Interbankenmarkt. Banken mit Liquiditätsüberschüssen verleihen diese an Banken mit kurzfristigem Liquiditätsbedarf. In normalen Zeiten funktioniert dieser Liquiditätsaustausch reibungslos. In Krisenzeiten kommt es jedoch immer wieder vor, dass der Interbankenmarkt nicht funktioniert und keine effiziente Kapitalallokation möglich ist. Dies erschwert die Refinanzierung erheblich und erzeugt ebenfalls Liquiditätsprobleme.
1 Einleitung: Die Einleitung erläutert die Relevanz der Untersuchung des Krisenmanagements im Umgang mit notleidenden Banken und definiert die schwedische Krise als mögliches Vorbild für aktuelle globale Herausforderungen.
2 Die Subprime-Krise – Ein Überblick: Dieses Kapitel analysiert die Ursachen, den wellenartigen Verlauf und die globalen wirtschaftlichen Auswirkungen der Subprime-Krise seit 2007.
3 Instrumente zur Stabilisierung notleidender Banken: Hier werden zentrale staatliche Eingriffsoptionen wie Garantien, Eigenkapitalhilfen und Asset Management Companies (Bad Banks) theoretisch fundiert und kritisch hinterfragt.
4 Die Finanzkrise in Schweden: Dieses Kapitel widmet sich der historischen Untersuchung der schwedischen Krise, beleuchtet die Rolle von Liberalisierungen sowie die erfolgreiche staatliche Krisenbewältigung mittels der Bank Support Authority und Securum.
5 Lehren aus der schwedischen Krise: Die Lehren betonen die Bedeutung politischer Unabhängigkeit, Transparenz und Einigkeit bei der Krisenintervention und diskutieren die begrenzte Übertragbarkeit auf die moderne, hochgradig vernetzte Finanzkrise.
6 Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass universelle Lösungen fehlen, aber die schwedische Krise wichtige Richtlinien wie Transparenz und frühes Handeln bietet, während die heutige Krise internationale Kooperation erfordert.
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Die Arbeit analysiert den Umgang staatlicher Akteure mit notleidenden Banken während Finanzkrisen, wobei ein besonderer Schwerpunkt auf der schwedischen Finanzkrise der 1990er Jahre liegt.
Neben den theoretischen Grundlagen zu Bankenkrisen stehen staatliche Stabilisierungsmaßnahmen wie Garantien, Rekapitalisierungen und die Gründung von Abwicklungsgesellschaften im Mittelpunkt.
Das Ziel ist zu untersuchen, ob und inwieweit das als erfolgreich geltende schwedische Krisenmanagement Erkenntnisse oder Vorbilder für die Bewältigung der heutigen globalen Finanzkrise liefern kann.
Es handelt sich um eine politikwissenschaftliche und volkswirtschaftliche Literaturanalyse, die theoretische Modelle mit historischen Fallbeispielen vergleicht.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Einführung in Stabilisierungsmechanismen und eine umfassende Fallstudie zu Schweden, inklusive der Rolle von Securum und Retriva.
Zu den wichtigsten Begriffen gehören Finanzkrise, staatliche Intervention, Asset Management Company (Bad Bank), Moral Hazard und das schwedische Modell der Krisenbewältigung.
Das schwedische Modell zeichnete sich durch eine hohe Transparenz, politische Unabhängigkeit der Aufsichtsbehörden und eine gezielte Sanierung aus, während heutige Ansätze bei strukturierten Wertpapieren oft an Bewertungsproblemen und mangelnder Transparenz scheitern.
Der Autor zitiert den Sachverständigenrat, wonach die Nicht-Rettung von Lehman Brothers das Vertrauen in eine automatische staatliche Rettung zerstörte und den Interbankenmarkt durch massiven Vertrauensverlust fast vollständig zum Erliegen brachte.
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