Bachelorarbeit, 2023
58 Seiten, Note: 1,0
1. Einleitung
2. Zu Aleksandr Dugin und der Bewegung des Neoeurasismus
2.1 Biografischer Umriss
2.2 Ideengeschichtliche Kontextualisierung des Neoeurasismus
2.2.1 Die russische Idee
2.2.2 Der klassische Eurasismus
2.2.3 Die Konservative Revolution
2.2.4 Der Traditionalismus
3. Politiktheoretische Einordnung des Neoeurasismus nach Roger Griffin und Andreas Umland
3.1 Auf der Suche nach einer Arbeitsdefinition – Faschismus als palingenetischer Ultranationalismus
3.2 Der Neoeurasismus als palingenetischer Ultranationalismus – Die Einordnung des Phänomens Aleksandr Dugin nach Andreas Umland
4. Analyse der Vierten Politischen Theorie
4.1 Zum Inhalt und Anliegen der Vierten Politischen Theorie
4.2 Die Vierte Politische Theorie – Vierter Weg oder Faschismus 2.0?
5. Fazit
Die vorliegende Arbeit untersucht das Phänomen des Neoeurasismus und dessen Chefideologen Aleksandr Dugin, um das von ihm propagierte Programm einer multipolaren Weltordnung ideologisch einzuordnen und auf eine faschistische Grundausrichtung hin zu prüfen.
4.1 Zum Inhalt und Anliegen der Vierten Politischen Theorie
Dugin erklärt weiter, dass der Sieg des Liberalismus einen „[…] Verfall der Politik […]“ bewirkt habe und verweist auf Carl Schmitt und dessen Begriff des Politischen. Denn nachdem alle ernstzunehmenden ideologischen Feinde erfolgreich ausgeschaltet waren, hätte der Liberalismus ungehindert in sämtliche Lebensbereiche vordringen können. Dadurch habe er „[…] sich in einen Lebensstil verwandelt: Konsumismus, Individualismus und die postmoderne Erscheinung des zersplitterten, subpolitischen Menschen.“ Der Bereich des Politischen hätte sich auf den individuellen und zwischenmenschlichen Raum verengt. Damit habe der Liberalismus nicht nur jede andere politische Ideologie vernichtet, sondern auch sich selbst. Der Liberalismus der Moderne sei in die Postmoderne eingegangen und zum Postliberalismus geworden, in welchem der globale kapitalistische Weltmarkt die Politik, den Staat und die Nation ersetze.
Das Ende der Moderne sei auch das Ende der Ideologien gewesen. Das dadurch entstandene politisch-ideologischen Vakuum dränge zur Entwicklung einer neuen, der Vierten Politischen Theorie. Methodisch geht Dugin wie folgt vor: Er identifiziert den Liberalismus, Kommunismus und den Faschismus als die drei großen Ideologien im Kampf um die Moderne. Mittels einer genaueren Untersuchung dieser drei, möchte er deren Schwachstellen eliminieren und Nützliches extrahieren, um daraus etwas Neues zu kreieren. Dazu stellt er zunächst das historische Subjekt der jeweiligen Ideologie heraus. Das historische Subjekt lässt sich als leitendes normatives Prinzip verstehen, nach welchem Gesellschaft und Politik strukturiert werden sollten. Im Faschismus italienischer Ausprägung war es der Staat, im deutschen Nationalsozialismus die Rasse. Für den Kommunismus bildete die Klasse das historische Subjekt und im Liberalismus das Individuum. Alle drei Ideologien seien von einem ungeheuren wissenschaftlich-technischen Fortschrittsoptimismus geprägt gewesen.
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Person Aleksandr Dugin und seine ambivalent wahrgenommene Rolle als Ideologe sowie die Relevanz der Untersuchung seines Einflusses im Kontext des ukrainischen Krieges.
2. Zu Aleksandr Dugin und der Bewegung des Neoeurasismus: Dieses Kapitel verortet Dugin in einem biografischen und ideengeschichtlichen Rahmen, wobei Einflüsse wie die russische Idee, der klassische Eurasismus, die Konservative Revolution und der Traditionalismus analysiert werden.
3. Politiktheoretische Einordnung des Neoeurasismus nach Roger Griffin und Andreas Umland: Hier wird die Faschismusdefinition nach Roger Griffin erläutert und zur kritischen Einordnung des Neoeurasismus als palingenetischer Ultranationalismus angewandt.
4. Analyse der Vierten Politischen Theorie: Dieses Kapitel analysiert Dugins Hauptwerk kritisch und untersucht dabei die Auseinandersetzung mit der Moderne, dem Dasein und die Vision einer multipolaren Weltordnung.
5. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und kommt zu dem Schluss, dass Dugins Theorien eine neofaschistische Ideologie darstellen, die bestehende antiliberale Strömungen instrumentalisiert.
Neoeurasismus, Aleksandr Dugin, Faschismusforschung, Roger Griffin, Vierte Politische Theorie, Konservative Revolution, Traditionalismus, Palingenese, Ultranationalismus, Multipolarität, Postliberalismus, Dasein, Martin Heidegger, Geopolitik, Russische Idee.
Die Arbeit bietet eine kritische politiktheoretische Analyse des Neoeurasismus von Aleksandr Dugin und ordnet dessen Denken in den Kontext der Vierten Politischen Theorie ein.
Die Arbeit behandelt Themen wie das Verhältnis von Identität und Moderne, die Bedeutung des Traditionalismus, die Geopolitik des Eurasismus und die historische sowie aktuelle Rolle russischer Ideologien.
Das Ziel ist es, das von Dugin popularisierte Programm des Neoeurasismus ideologisch greifbar zu machen und zu prüfen, ob es sich nach den Kriterien von Roger Griffin als eine Spielart des Faschismus einordnen lässt.
Die Arbeit nutzt einen ideengeschichtlichen Ansatz kombiniert mit der politikwissenschaftlichen Faschismusdefinition nach Roger Griffin, um Dugins Gedankengebäude empirisch und theoretisch zu bewerten.
Der Hauptteil gliedert sich in eine ideengeschichtliche Kontextualisierung, die theoretische Einordnung mittels Expertenmodellen (Griffin, Umland) und eine detaillierte Auseinandersetzung mit Dugins Hauptwerk "Die Vierte Politische Theorie".
Wesentliche Begriffe sind hierbei Palingenese, Ultranationalismus, Multipolarität, Anti-Liberalismus, sowie die kritische Auseinandersetzung mit der westlichen Postmoderne.
Dugin nutzt Heideggers Konzepte des Seins und des Daseins, um die Moderne als eine Phase der "Seinsvergessenheit" zu kritisieren und sein Konzept eines multipolaren, bodenständigen Zivilisationsmodells philosophisch zu unterfüttern.
Die Autorin folgt der Einschätzung von Experten wie Andreas Umland, die Dugin nicht als originären Denker einer neuen Alternative sehen, sondern als Akteur, der faschistische und traditionalistische Versatzstücke zu einem "Sammelsurium" ideologischer Ansätze reanimiert.
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