Magisterarbeit, 2008
80 Seiten, Note: 1,3
Einleitung
1. Kapitel: Feste
1.1 Feste im Leben der Menschen
1.2 Feste in den Religionen
2. Kapitel: Herrschaft und Heilsversprechen bis zur Landnahme
2.1 Geographische Gegebenheiten im Lande Kanaan
2.2 Herrschaftsstrukturen
2.2.1 Stadtstaaten
2.2.2 Stammesgesellschaften
2.3 Religiöse Elemente der Frühzeit
2.3.1 Kanaanäische Stadtreligionen
2.3.2 Kanaanäische Stammesreligionen
2.4 Israeliten in Ägypten
2.5 Moses
2.6 Moses und der Exodus
2.7 Prozesse der Sesshaftwerdung
3. Kapitel: Herrschaft und Heilsversprechen nach der Landnahme
3.1 Die Anfänge der Jahwereligion
3.2 Sippengötter und ihre Gleichsetzung mit El
3.3 Die Gleichsetzung Jahwes mit El
3.4 Die Jahresfeste
4. Kapitel: Herrschaft und Heilsversprechen in der Jahwereligion
4.1 Jahwereligion und Nomadentum
4.2 Jahwereligion und kanaanäische Götter
4.3 Bestrebungen der „Allein-Jahwe-Bewegung“
5. Kapitel: Herrschaft und Heilsversprechen in Deuteronomischer Zeit
5.1 Politische Hintergründe
5.2 Josianische Reform
5.3 Historisierung der Feste
5.3.1 Festkalender
5.3.2 Pessach
5.3.3 Wochenfest (schawuot)
5.3.4 Laubhüttenfest (sukkot)
5.4 König Josia und die Folgen
6. Kapitel: Herrschaft und Heilsversprechen im Frühen Christentum
6.1 Kaiser Konstantin und der politische Rahmen
6.2 Die Entstehung christlicher Feiertage
6.2.1 Das Osterfest
6.2.2 Pfingsten
6.2.3 Weihnachten
Schlussbetrachtung
Die vorliegende Magisterarbeit untersucht den Wandel von Herrschaftsstrukturen und Heilsversprechen von der kanaanäischen Religion über das Judentum bis hin zum frühen Christentum. Zentrales Bindeglied und Analyseobjekt sind dabei jüdische und christliche Feste, deren Transformationen als Spiegel gesellschaftlicher und religiöser Umbrüche gedeutet werden.
1.1 Feste im Leben der Menschen
Feste lassen sich in allen menschlichen Kulturen nachweisen. Dabei ist zunächst einmal der Ursprung oder der genaue Ablauf von sekundärer Bedeutung. Entscheidend ist vielmehr die Tatsache, dass anscheinend eine Art menschliches Grundbedürfnis nach Festen existiert. „Das Fest gehört zu den elementarsten menschlichen Gegebenheiten.“ Daraus lässt sich ableiten, dass Feste eine Funktion erfüllen.
Das menschliche Leben ist eingebunden in die Zeit. Es beginnt mit der Geburt und endet mit dem Tod. Um diesen Strom des Lebens besser strukturieren zu können und um eine erschlaffende Monotonie zu vermeiden, werden einzelne Haltepunkte im Leben geschaffen. Das menschliche Leben wird in verschiedene Phasen gegliedert. Dazu zählen unter anderem Geburt, Taufe, Initiation, Hochzeit oder Tod. In der Regel wird jedes Ereignis von Festen begleitet. Zwischen den einzelnen ― aber unmittelbar aufeinanderfolgenden ― Abschnitten kann es zu Brüchen in der Existenz kommen. Jeder Wechsel ist mit Veränderungen und Unsicherheit verbunden. Um diese „Gefahrenpunkte“ möglichst gering zu halten, werden Rituale angewendet. Arnold van Gennep (1873–1957) bezeichnet diese in seinem Werk Les rites de passage als „Übergangsriten“. Sie dienen in erster Linie dem Schutz des betroffenen Individuums, erfüllen aber zusätzlich auch gesellschaftliche Funktionen.
Am stärksten kommt der gemeinschaftliche Charakter in den Festen zum Ausdruck. Feste können daher, unabhängig von der Kultur, in der sie begangen werden, als gemeinschaftsstiftend bezeichnet werden. Die gemeinsam erlebte Zeit wird rhythmisierend gestaltet. Wurden zunächst Feste und Rituale zu einmaligen und meist individuellen Anlässen geschildert (Taufe/Hochzeit), so soll im Folgenden der Blickwinkel auf die Wiederholbarkeit der gemeinschaftlich begangenen Feste gelenkt werden.
1. Kapitel: Feste: Dieses Kapitel führt in die allgemeine Bedeutung von Festen ein und erläutert deren Funktion als Rhythmisierung des menschlichen Lebens sowie deren religiöse Dimension.
2. Kapitel: Herrschaft und Heilsversprechen bis zur Landnahme: Es wird die religiöse und gesellschaftliche Situation in Kanaan vor der Landnahme beschrieben, wobei die Unterschiede zwischen Stadtstaaten und Stammesgesellschaften beleuchtet werden.
3. Kapitel: Herrschaft und Heilsversprechen nach der Landnahme: Hier liegt der Fokus auf der Entstehung der Jahwereligion und der Transformation alter Sitten sowie der Gleichsetzung von Sippengöttern und Jahwe mit El.
4. Kapitel: Herrschaft und Heilsversprechen in der Jahwereligion: Dieses Kapitel thematisiert die Auseinandersetzung zwischen der Jahwereligion, Nomadentum und kanaanäischen Göttern sowie die Bestrebungen der „Allein-Jahwe-Bewegung“.
5. Kapitel: Herrschaft und Heilsversprechen in Deuteronomischer Zeit: Der Schwerpunkt liegt auf der josianischen Reform, der politischen Instrumentalisierung der Religion und der Historisierung der großen Feste.
6. Kapitel: Herrschaft und Heilsversprechen im Frühen Christentum: Es wird analysiert, wie das Christentum unter Konstantin zur Reichsreligion aufstieg und wie christliche Feste nach dem Vorbild jüdischer Traditionen neu interpretiert wurden.
Herrschaft, Heilsversprechen, Festkultur, Jahwereligion, Kanaan, Josianische Reform, Landnahme, Übergangsriten, Synkretismus, Frühes Christentum, Konstantinische Wende, Historisierung, Kult, Religion, Transformation.
Die Arbeit analysiert den historischen Zusammenhang zwischen den Begriffen „Herrschaft“ und „Heilsversprechen“ und nutzt jüdische sowie christliche Feste als Untersuchungsgegenstand, um den Wandel religiöser und politischer Machtverhältnisse zu verdeutlichen.
Die zentralen Felder sind die Religionsgeschichte im alten Israel, die Entwicklung der Jahwereligion, die soziopolitische Bedeutung von Festen und deren Umdeutungsprozesse vom bäuerlichen Agrarkult hin zu einer historisierten Heilsgeschichte.
Ziel ist es, darzustellen, wie sich der Wandel der Religion von der kanaanäischen Tradition über das Judentum bis zum frühen Christentum vollzog und wie dabei Herrschaftsansprüche durch die Transformation und Historisierung der Festkultur legitimiert wurden.
Die Arbeit verwendet eine religionswissenschaftliche und historische Analyse, die auf der Auswertung von Sekundärliteratur, biblischen Texten und archäologischen Erkenntnissen basiert, um die Entwicklungsphasen der Feste aufzuzeigen.
Der Hauptteil gliedert sich in vier Phasen: die vorstaatliche Frühzeit, die Landnahme, die deuteronomische Reformzeit unter König Josia und die Entwicklung im frühen Christentum unter Kaiser Konstantin.
Die wichtigsten Schlüsselwörter sind Herrschaft, Heilsversprechen, Feste, Synkretismus, Historisierung, Jahwereligion, Transformation und Kultzentralisation.
Durch die josianische Reform wurden die Feste vom familiären oder lokalen agrarischen Kontext gelöst und durch die Zentralisierung auf den Tempel in Jerusalem politisch-theologisch aufgeladen, um den Zusammenhalt des Volkes unter der Führung des Königs zu festigen.
Die Konstantinische Wende etablierte das Christentum als Reichsideologie; christliche Feste wurden nun staatlich gefördert und nach einem Transformationsprozess genutzt, um die einheitliche christliche Identität im Imperium zu festigen.
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