Masterarbeit, 2022
83 Seiten
1. EINLEITUNG
1.1. FRAGESTELLUNG UND UNTERSUCHUNGSZIEL
1.2. FORSCHUNGSSTAND UND QUELLENGRUNDLAGE
2. THEORETISCHER RAHMEN - WAS IST TRANSITIONAL JUSTICE?
2.1. DEFINITION VON TJ
2.2. MABNAHMEN UND INSTRUMENTE VON TJ
2.3. DIE BEDEUTUNG VON TJ FÜR EINE DEMOKRATIE
2.4. DIE ROLLE DER ZIVILGESELLSCHAFT FÜR TJ
3. HISTORISCHER KONTEXT
3.1. DER BÜRGERKRIEG UND DIE FRANCO-DIKTATUR
3.2. DIE TRANSITION UND DAS AMNESTIE-GESETZ
3.3. TJ-MABNAHMEN DER REGIERUNG SEIT DER TRANSITION BIS ZUR EINFÜHRUNG DES LEY DE LA MEMORIA HISTÓRICA
4. DER BEITRAG DER LEGISLATIVE ZUR TJ MIT DEM LEY DE LA MEMORIA HISTÓRICA UND DEM LEY DE LA MEMORIA DEMOCRÁTICA
4.1. DAS LEY DE LA MEMORIA HISTÓRICA
4.1.1. ENTSTEHUNG DES GESETZES
4.1.2. TJ-MABNAHMEN, DIE DAS GESETZ VORSIEHT
4.1.3. KRITIK UND REAKTIONEN AUF DAS GESETZ UND DEN TJ-PROZESS
4.1.4. UMSETZUNG DER MABNAHMEN UND IHRE AUSWIRKUNGEN AUF DEN TJ-PROZESS
4.2. DAS PROJEKT DES LEY DE LA MEMORIA DEMOCRÁTICA
4.2.1. REPARATIONEN UND WIEDERGUTMACHUNG
4.2.2. WAHRHEIT
4.2.3. ERINNERUNG
4.2.4. GERECHTIGKEIT
4.2.5. KRITIK UND REAKTIONEN AUF DAS GESETZ
5. DIE ZIVILGESELLSCHAFT UND DER KAMPF UM DIE GESCHICHTLICHE AUFARBEITUNG
5.1. ENTSTEHUNG DER BEWEGUNG FÜR DAS HISTORISCHE GEDÄCHTNIS
5.2. ZIVILGESELLSCHAFTLICHE ORGANISATIONEN
5.2.1. DIE ASOCIACIÓN PARA LA RECUPERACIÓN DE LA MEMORIA HISTÓRICA
5.2.2. DAS FORO POR LA MEMORIA
5.3. AUSWIRKUNGEN AUF DEN TJ-PROZESS
6. FAZIT
Die vorliegende Arbeit untersucht, wie im Fallbeispiel Spanien Transitional Justice (TJ) durch das Parlament und die Zivilgesellschaft implementiert wird, um das Erbe politischer Gewalt und Diktatur aufzuarbeiten. Dabei liegt der Fokus auf der Rolle der Zivilgesellschaft als treibende Kraft und der Analyse der legislativen Maßnahmen zur historischen Erinnerung.
Die Rolle der Zivilgesellschaft für TJ
Unrecht und Gewalt zu erleben, hinterlässt tiefe Einschnitte und Brüche im Leben von Menschen und Gesellschaften, die über die Vergangenheit und Gegenwart hinaus auf die Zukunft einwirken. Damit Frieden wiederhergestellt werden kann und es die Möglichkeit zur Versöhnung gibt, brauchen betroffene Gesellschaften ein systematisches, umfassendes Verständnis darüber, was im notwendigen Umgang mit der Last der Vergangenheit nötig und möglich ist. Die Zivilgesellschaft eines Landes eignet sich oft dafür, die Ziele der Übergangsjustiz zu bestimmen und zu priorisieren sowie die verschiedenen Mittel zu entwerfen, umzusetzen, zu überwachen und zu verbessern. Zwischen den Interessen des Staates und den Interessen der Zivilgesellschaft kann ein erheblicher Unterschied bestehen, welcher den Transitionsprozess zusätzlich belastet.
Um die Rolle der Zivilgesellschaft für Transitionsprozesse und die damit verbundene TJ zu verstehen, muss man den Terminus zunächst genauer bestimmen. Dafür bietet sich folgende Definition von Merkel und Puhle an: Allgemein begreifen wir Zivilgesellschaft zunächst als eine vor- bzw. nichtstaatliche Handlungssphäre, in der sich eine Fülle pluraler und miteinander konkurrierender wie kooperierender Initiativen, Vereinigungen und Interessengruppen bewegen, um ihre spezifischen normativen und/oder materiellen Interessen wirkungsvoll und selbstorganisiert zu vertreten. Die Zivilgesellschaft ist also im Zwischenraum von individueller Privatsphäre und dem Staat angesiedelt.
1. EINLEITUNG: Einführung in das Problem der unzureichenden Aufarbeitung der Franco-Diktatur in Spanien und die Relevanz des Themas im Kontext demokratischer Konsolidierung.
2. THEORETISCHER RAHMEN - WAS IST TRANSITIONAL JUSTICE?: Definitorische Einordnung des Begriffs Transitional Justice (TJ) sowie Darstellung der zugehörigen Instrumente und der Bedeutung des Konzepts für Demokratien.
3. HISTORISCHER KONTEXT: Überblick über den Spanischen Bürgerkrieg, die Franco-Diktatur und die Rahmenbedingungen der Transition zur Demokratie sowie die Rolle des Amnestie-Gesetzes.
4. DER BEITRAG DER LEGISLATIVE ZUR TJ MIT DEM LEY DE LA MEMORIA HISTÓRICA UND DEM LEY DE LA MEMORIA DEMOCRÁTICA: Analyse der spanischen Gesetzesgrundlagen, ihrer Entstehung, der darin verankerten Maßnahmen sowie der Kritik daran.
5. DIE ZIVILGESELLSCHAFT UND DER KAMPF UM DIE GESCHICHTLICHE AUFARBEITUNG: Untersuchung des zivilgesellschaftlichen Engagements, der Rolle maßgeblicher Organisationen wie der ARMH und der FEFFM sowie deren direkter Einfluss auf den TJ-Prozess.
6. FAZIT: Zusammenfassende Bewertung der TJ-Bemühungen in Spanien und Ausblick auf die fortbestehende Notwendigkeit der Auseinandersetzung mit traumatischen Erfahrungen der Vergangenheit.
Transitional Justice, Übergangsjustiz, Spanien, Franco-Diktatur, Spanischer Bürgerkrieg, Zivilgesellschaft, Ley de la Memoria Histórica, Ley de la Memoria Democrática, Erinnerungspolitik, Wahrheitsfindung, Wiedergutmachung, Aufarbeitung.
Die Arbeit beschäftigt sich mit dem Prozess der Transitional Justice ("Übergangsjustiz") in Spanien, wobei untersucht wird, wie das Land mit seinem repressiven Erbe aus der Zeit des Bürgerkriegs und der Franco-Diktatur umgeht.
Die zentralen Felder sind die Definition und Anwendung von Transitional-Justice-Maßnahmen, die Rolle der spanischen Legislative bei der Gesetzesgestaltung zur historischen Aufarbeitung sowie die aktive Mitgestaltung dieser Prozesse durch die Zivilgesellschaft.
Das Ziel ist es, zu beurteilen, wie das spanische Parlament und die Zivilgesellschaft mit dem Erbe von Unterdrückung umgehen und inwieweit die gesetzlichen Maßnahmen geeignet sind, um eine nachhaltige Aufarbeitung und Versöhnung zu fördern.
Es handelt sich um eine Fallanalyse zur spanischen Transitional-Justice-Politik, die auf einer qualitativen Auswertung von Primärquellen, Gesetzestexten sowie Fachliteratur von Politikwissenschaftlern und Historikern basiert.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Einführung, die geschichtliche Kontextualisierung, die Untersuchung zweier zentraler spanischer Gesetze (LMH und LMD) sowie die eingehende Analyse des Einflusses zivilgesellschaftlicher Organisationen auf den Aufarbeitungsprozess.
Die Kernbegriffe umfassen neben dem Konzept der Transitional Justice auch historische Erinnerung (Memoria Histórica), Wiedergutmachung (Reparación), Gerechtigkeit (Justicia), zivilgesellschaftliches Engagement sowie die spezifisch spanischen gesetzlichen Rahmenbedingungen.
Das LMH war der erste offizielle Versuch der Legislative, sich systematisch mit den Verbrechen der Franco-Ära auseinanderzusetzen, blieb jedoch laut Analyse punktuell hinter den Erwartungen von Opferorganisationen zurück.
Das LMD erweitert das ältere Gesetz, indem es explizit die Verurteilung der Franco-Ära bekräftigt und bei der Suche nach Verschwundenen sowie der Anerkennung von Opfern umfassendere staatliche Verantwortlichkeiten festlegt.
Die Autorin verdeutlicht, dass die Zivilgesellschaft als "Motor" der Aufarbeitung fungiert, da sie den staatlichen Stellen oft voraus war und durch ihre Forderungen und Exhumierungskampagnen den (inter-)nationalen Druck zur legislativen Veränderung erst erzeugte.
Der GRIN Verlag hat sich seit 1998 auf die Veröffentlichung akademischer eBooks und Bücher spezialisiert. Der GRIN Verlag steht damit als erstes Unternehmen für User Generated Quality Content. Die Verlagsseiten GRIN.com, Hausarbeiten.de und Diplomarbeiten24 bieten für Hochschullehrer, Absolventen und Studenten die ideale Plattform, wissenschaftliche Texte wie Hausarbeiten, Referate, Bachelorarbeiten, Masterarbeiten, Diplomarbeiten, Dissertationen und wissenschaftliche Aufsätze einem breiten Publikum zu präsentieren.
Kostenfreie Veröffentlichung: Hausarbeit, Bachelorarbeit, Diplomarbeit, Dissertation, Masterarbeit, Interpretation oder Referat jetzt veröffentlichen!

