Bachelorarbeit, 2023
59 Seiten, Note: 1,0
1 Einleitung
2 Theoretischer Rahmen und Forschungsstand
2.1 Soziale Erwunschtheit
2.1.1 Konzept
2.1.2 Theorie
2.1.3 Einflussfaktoren
2.1.4 Systematischer Fehler
2.1.5 Methoden zur Verringerung sozialer Erwunschtheit
2.2 Einstellungen gegenuber Immigration
2.3 Hypothesen
3 Daten, Variablen und analytisches Vorgehen
3.1 Daten
3.2 Stichprobe
3.3 Operationalisierung
3.3.1 Einstellungen gegenuber Immigration
3.3.2 Befragungsmodus
3.3.3 Bedurfnis nach sozialer Anerkennung
3.3.4 Wahrnehmung der sozialen Erwunschtheit
3.3.5 Charakteristika der befragten Person
3.3.6 Charakteristika der interviewenden Person
3.4 Methodik
4 Ergebnisse
4.1 Deskriptive Statistik
4.2 Regression
4.2.1 Einfache lineare Regression
4.2.2 Lineare Regression mit Personencharakteristika
4.2.3 Lineare Regression mit Interviewendencharakteristika
4.2.4 Lineare Regression mit Dimensionen sozialer Erwunschtheit
4.2.5 Robustheitscheck
4.2.6 Regressionsdiagnostik
5 Fazit und Ausblick
5.1 Interpretation
5.2 Limitationen und Ausblick
Die Arbeit untersucht den Einfluss der sozialen Erwünschtheit auf die Angaben zu Einstellungen gegenüber Immigration, indem sie CAPI- und CASI-Befragungsmodi des ALLBUS 2006 vergleicht, um die Validität der Studienergebnisse zu prüfen.
2.1.1 Konzept
Die soziale Erwunschtheit² ist ein gesellschaftliches Phänomen, das oft in Interviewsituationen auftritt (Diekmann, 2008). Es handelt sich dabei um eine Antworttendenz³, bei der Befragte einen möglichst positiven Eindruck der eigenen Person vermitteln wollen (Bogner und Landrock, 2015). Dieser Vorgang kann sowohl bewusst als auch unbewusst auftreten (Wolter, 2022). Dabei werden entweder negative Qualitäten untertrieben oder positive Qualitäten übertrieben dargestellt (Kemper et al., 2012, Reinecke, 2013). Dadurch sollen mögliche negative soziale Sanktionen wie Missbilligung, Stigmatisierung und Diskriminierung durch die interviewende Person vermieden werden. Umgekehrt können Befragte besonders befürwortende Ansichten verstecken, wenn sie gemäßigte Antworten als sozial erwünscht ansehen (Wolter, 2022).
Befragte versuchen in Interviewumgebungen situative Einflüsse wie die Anwesenheit einer interviewenden Person oder die Sensibilität des erfragten Themas zu bewältigen (Tourangeau und Yan, 2007). Aus diesem Grund kann das Phänomen als eine temporäre soziale Bewältigungsstrategie verstanden werden.
Entscheidend für das Verhalten der befragten Person ist, was diese als soziale Norm ansieht (Naher und Krumpal, 2012). Soziale Erwunschtheit kann durch die Person selbst, durch die Wahrnehmung einer anwesenden Person oder durch die Gesellschaft entstehen (DeMaio, 1984). Der Grad der Antwortverzerrung hängt von der wahrgenommenen Sensibilität des Items, der Neigung zur sozialen Erwunschtheit, dem Grad der Anonymität in der Messsituation, der wahrgenommenen Erwunschtheit und dem Bevölkerungsanteil, der sich sozial erwünscht verhält, ab (Krumpal, 2013).
Aus Sicht der Forschung lässt sich soziale Erwunschtheit in zwei psychologische Vorgänge aufteilen: Zum einen streben Personen nach sozialer Anerkennung, weshalb sie eine Antwort wählen, die positive Reaktionen hervorrufen und negative Reaktionen vermeiden soll.
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Relevanz von Verzerrungen durch soziale Erwünschtheit in Wahlumfragen ein und definiert die Forschungsfrage bezüglich des Befragungsmodus.
2 Theoretischer Rahmen und Forschungsstand: Hier werden zentrale Begriffe wie soziale Erwunschtheit theoretisch hergeleitet und Konzepte zur Vermeidung solcher Verzerrungen diskutiert.
3 Daten, Variablen und analytisches Vorgehen: Dieses Kapitel beschreibt den ALLBUS-Datensatz, die Stichprobenauswahl und die Operationalisierung der Variablen für die geplante Regressionsanalyse.
4 Ergebnisse: Die Ergebnisse der deskriptiven Statistik und der anschließenden Regressionsmodelle zur Prüfung der Haupthypothese und der Unterhypothesen werden hier präsentiert.
5 Fazit und Ausblick: Das abschließende Kapitel interpretiert die Ergebnisse, diskutiert methodische Limitationen und gibt einen Ausblick auf künftige Forschungsnotwendigkeiten.
Soziale Erwünschtheit, Immigration, CAPI, CASI, Antworttendenz, ALLBUS, Befragungsmodus, soziale Norm, Interviewereffekt, lineare Regression, Validität, Bias, Umfrageforschung, Einstellungskonstrukt, Methodenvergleich.
Die Arbeit untersucht, inwieweit der Modus einer Befragung (persönlich durch Interviewer oder durch den Befragten selbst am Computer) die Antworten von Personen zu sensiblen Themen wie Immigration beeinflusst.
Die Schwerpunkte liegen auf dem Phänomen der „sozialen Erwünschtheit“ in der Umfrageforschung, dem Vergleich der Befragungstechniken CAPI und CASI sowie der Analyse von Einstellungen gegenüber Immigration.
Das Ziel ist herauszufinden, ob ein spezifischer Befragungsmodus besser geeignet ist, um valide Einstellungen gegenüber Immigration zu messen, und ob Variablen wie soziale Erwünschtheit diesen Messvorgang verzerren.
Die Autorin nutzt eine quantitative Analyse basierend auf den Daten des ALLBUS 2006. Dazu werden deskriptive Statistiken sowie multiple lineare Regressionsmodelle angewendet.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische fundierte Auseinandersetzung mit der sozialen Erwünschtheit, die exakte Operationalisierung von Variablen aus dem Befragungssatz sowie die statistische Auswertung dieser Daten.
Wichtige Begriffe sind Soziale Erwünschtheit, CAPI, CASI, Antworttendenzen, ImmigrationsEinstellungen und statistische Validität in der Survey-Methodologie.
Es konnte kein signifikanter Effekt des Befragungsmodus auf die geäußerten Einstellungen gegenüber Immigration nachgewiesen werden. Unterschiede zwischen den Gruppen waren statistisch nicht signifikant oder auf Selbstselektion zurückzuführen.
Es stellte sich heraus, dass Befragte, die den CASI-Modus erfolgreich ohne Hilfe nutzen, im Durchschnitt eine andere demografische Struktur aufweisen (jünger, höher gebildet), was die Vergleichbarkeit der Gruppen beeinträchtigt.
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