Examensarbeit, 2006
93 Seiten, Note: 1,5
Einleitung
1. Der historische Roman
1.1. Der historische Roman - Eine Zwittergattung?
1.2. Was ist ein historischer Roman?
1.2.1. Über Grenzziehung zu anderen Gattungen zu einer Minimaldefinition
1.2.2. Unmöglichkeit einer Universaldefinition
1.2.3. ‚Üblicher’ vs. ‚anderer’ historischer Roman
1.3. Narration und Geschichte als Untersuchungskriterien für historische Romane
1.4. Historische Romane als Ausdruck der jeweiligen Geschichtsauffassung – Kurzer geschichtlicher Abriss historischer Romane von Sir Walter Scott bis in die zweite Hälfte des 20. Jahrhunderts
2. Bertolt Brecht – Die Geschäfte des Herrn Julius Caesar
2.1. Entstehungsgeschichte und Brechts Auseinandersetzung mit der Gattung Historischer Roman
2.2. Strukturanalyse - Zerstörung des personenzentrierten Geschichtsbildes
3. Stefan Heym – Der König David Bericht
3.1. Entstehungsgeschichte, Rezensions- und Forschungsabriss
3.2. Aufbau und Struktur
3.3. Geschichtsfälschung vs. materialistische Geschichtsbetrachtung
3.4. Die historische Welt – Die Dekonstruktion des biblischen David-Bildes
3.5. Die politische Welt – Kennzeichen eines despotischen Regimes
3.6. Die private Welt – Ausdruck eines menschenwürdigen Zusammenlebens
3.7. Rolle des Schriftgelehrten
Die vorliegende Arbeit untersucht die Werke Die Geschäfte des Herrn Julius Caesar von Bertolt Brecht und Der König David Bericht von Stefan Heym im Hinblick auf ihre Gattungszugehörigkeit zum historischen Roman und ihre kritische Auseinandersetzung mit historischer Narration. Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie beide Autoren die Form des historischen Romans nutzen, um das personenzentrierte, bürgerliche Geschichtsbild zu dekonstruieren und eine materialistische Geschichtsbetrachtung als Alternative zu etablieren.
3.2. Aufbau und Struktur
Komplex ist der König David Bericht wegen seiner unterschiedlichen Zeitebenen, seiner vielfältigen Schreibweisen und des weit reichenden Figurenrepertoires. Aus diesem Grund empfiehlt sich eingangs eine strukturelle Analyse.
Innerhalb des Romans sind drei Zeitebenen miteinander verwoben.
1. der grundlegende historische Stoff, also die Zeit Davids,
2. die Arbeit am und Abfassung des König David Berichts (=Bibeltext), also die Zeit Salomos und
3. die Reflexion des Protagonisten über seine Arbeit und damit der Roman selbst, also die Zeit Stefan Heyms.
Die Versetzung des Geschehens in eine über dreitausend Jahre zurückliegende Zeit deutet auf einen historischen Roman hin.
Einleitung: Einführung in die Vergleichsbasis der beiden Romane, die jeweils im Kontext einer Diktatur entstanden und sich mit der Art der Geschichtsschreibung befassen.
1. Der historische Roman: Theoretische Auseinandersetzung mit der Gattung des historischen Romans, der Abgrenzung zu anderen Gattungen und den Schwierigkeiten einer universalen Definition.
2. Bertolt Brecht – Die Geschäfte des Herrn Julius Caesar: Untersuchung der Entstehungsgeschichte des Fragments und der spezifischen Struktur, die auf eine Zerstörung des personenzentrierten Geschichtsbildes abzielt.
3. Stefan Heym – Der König David Bericht: Analyse von Heyms Werk als komplexes Montage-System, das biblische Legenden dekonstruiert und als satirische Auseinandersetzung mit totalitärer Machtpolitik fungiert.
Historischer Roman, Bertolt Brecht, Stefan Heym, Geschichtsschreibung, materialistische Geschichtsbetrachtung, Montage, Dekonstruktion, Literatur und Politik, Exilliteratur, Narration, Machtpolitik, biblische Mythologie, Historiker, Realismus, Zeitdifferenz.
Die Arbeit analysiert die Romane von Bertolt Brecht und Stefan Heym als „andere“ historische Romane, die konventionelle Erzählweisen durchbrechen.
Im Zentrum stehen die Gattungstheorie des historischen Romans, das Verhältnis von Macht und Geschichtsschreibung sowie die Entstehung historischer Narrative.
Die Arbeit fragt danach, wie beide Autoren das personenzentrierte Geschichtsbild hinterfragen und durch eine materialistische Betrachtungsweise ersetzen.
Es erfolgt eine textnahe Strukturanalyse, die ergänzt wird durch den Einbezug gattungstheoretischer Typologien und zeitgeschichtlicher Kontexte.
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Gattungsbestimmung und die detaillierte Analyse der beiden Romane hinsichtlich Struktur, Intention und politischem Hintergrund.
Wesentliche Begriffe sind „anderer historischer Roman“, Montage, materialistische Geschichtsauffassung und Dekonstruktion.
Caesar dient Brecht als Vorbild aller Diktatoren, um durch den historischen Vergleich den Verfall der römischen Republik mit den aktuellen Machtverhältnissen seiner Zeit zu parallelisieren.
Ethan fungiert als Erkenntnissubjekt, das den Auftrag hat, ein offizielles, legitimierendes Bild Davids zu schaffen, dabei aber an der Wahrheit der ökonomischen Prozesse scheitert.
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