Diplomarbeit, 2009
99 Seiten, Note: 2,3
1 Einleitung
2 Internationale Risikoteilung und die Verbriefung von Hypothekenschulden
2.1 Die Grundidee der Verbriefung
2.1.1 Verbriefungsformen
2.1.1.1 Asset Backed Securities
2.1.1.2 Mortgage Backed Securities
2.1.2 Der Ablauf des Verbriefungsprozesses
2.2 Empirische Befunde für die Existenz der internationalen Risikoteilung
2.2.1 Empirische Messungen der Verbriefung von Hypothekenkrediten
2.2.2 Empirische Messungen der internationalen Risikoteilung und Konsumglättung
2.2.3 Empirische Befunde für Verbriefung, Vermögenspreiszyklen und der internatinalen Risikoteilung
2.2.4 Zusammenfassender Überblick der Ergebnisse
3 Die Verbriefung und die Herabsetzung der Qualitätsstandards
3.1 Unstimmigkeiten in dem Verbriefungsprozess
3.1.1 Das Originate-to-Distribute-Modell
3.1.2 Die Principal-Agent Probleme
3.2 Der Effekt der Verbriefung auf das Screening im Rahmen von Subprime Krediten
3.2.1 Der FICO Score zur Ermittlung der Ausfallwahrscheinlichkeit
3.2.2 Der Effekt der harten und weichen Informationen auf die Vergabestandards
3.3 Der Effekt der Verbriefung auf die Vergabestandards
3.3.1 Das Datenmaterial für die empirische Analyse von KEYS et al.
3.3.2 Das Modell nach KEYS et al.
3.3.2.1 Empirische Befunde für die Veränderung in der Verbriefung
3.3.2.2 Empirische Befunde für Vertragsbedingungen und Kreditnehmereigenschaften
3.3.2.3 Empirische Befunde für die Messung der Leistung der Kredite
3.3.2.4 Die vollständig dokumentierten Kredite und die harten Informationen
3.3.3 Der Einfluss von unterschiedlichen Kreditgebern auf die Ergebnisse
3.3.4 Die Regulierung der Kreditgeber und deren Einfluss auf die Verbriefung
3.3.5 Zusammenfassender Überblick
4 Fazit
Die Diplomarbeit untersucht den Zusammenhang zwischen der Verbriefung von Hypothekenschulden und der Entstehung sowie Ausbreitung der internationalen Finanzkrise, die ihren Ursprung im US-Subprime-Markt hatte. Ziel ist es zu analysieren, wie Verbriefungsprozesse die Kreditvergabestandards beeinflusst und zu einer mangelhaften Risikobewertung beigetragen haben.
3.1 Unstimmigkeiten in dem Verbriefungsprozess
In der aktuellen Krise kann von einer Spekulationskrise gesprochen werden. Die Besonderheit der Spekulationskrise liegt darin, dass der Spekulationsgewinn im Nutzungs- und Zirkulationsprozess die Oberhand gewinnt. Das heißt, dass am Markt nicht mehr überwiegend gekauft und verkauft wird, um wieder zu konsumieren oder zu investieren, sondern wieder verkauft bzw. gekauft wird, weil einem das Wissen, dass dadurch beachtliche Gewinne erzielt werden können, Hoffnung gibt. Die gegenwärtige Spekulationskrise ist durch die im US-Subprime-Markt gewährten faulen Hypothekenkredite entstanden. Die Banken, die mit den verbrieften Pools gehandelt haben, hatten darauf gehofft, dass sie durch die Vergabe der Kredite, vor allem der Subprime-Kredite, mehr Gewinne erzielen können. Die Vergabe der Subprime Kredite stellte für sie ein Segment dar, in dem sie ohne viel Kontrolle der Kreditnehmer Kredite vergeben konnten, wobei sie durch die Verbriefung diese risikoreichen Kredite wieder loswerden konnten. Die Verbriefung ermöglichte erst diese Fülle des Spekulationsbooms und führte beim Absturz der Preise dazu, dass die Kreditgeber hohen Wertverlusten ausgesetzt waren.
In diesem Punkt kommt der Beitrag der Verbriefung, den sie zur internationalen Finanzkrise geleistet hat, ins Spiel. Sie hat die MBS-Produkte und vor allem die risikoreichen Subprime-Kredite global verteilt und hat so zu Verwerfungen auf dem US-Hypothekenmarkt geführt. Durch die Verbriefung hatten die Banken auf einmal die Gelegenheit, mehr Kredite herauszugeben, ohne ihr eigentliches Eigenkapital zu erhöhen. Diese steigende Vergabe von Krediten, und dies vor allem im Subprime-Bereich, konnte erst durch die Verbriefung, die zu lockeren Kreditvergabestandards geführt hat, ermöglicht werden. Bei den Subprime-Krediten brauchte man keine Einkommensnachweise vorzulegen und so kam es, dass Haushalte mit schlechter oder eben gar keiner Bonität Hypotheken erhalten haben. Die Verbriefungen geschahen so massenhaft, dass aus den einfachen Schulden komplexe Mischformen entstanden, so dass am Ende nicht festgestellt werden konnte, welchen Wert die Produkte hatten.
1 Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Ursprünge der Finanzkrise in zweitklassigen Hypothekenkrediten und stellt das Instrument der Verbriefung als zentralen Faktor für die Ausbreitung der Krise vor.
2 Internationale Risikoteilung und die Verbriefung von Hypothekenschulden: Dieses Kapitel erläutert das Grundkonzept der Verbriefung und analysiert empirisch, wie dieser Prozess die internationale Risikoteilung beeinflusst hat.
3 Die Verbriefung und die Herabsetzung der Qualitätsstandards: Das Kapitel untersucht die negativen Auswirkungen der Verbriefung auf Kreditvergabestandards, insbesondere durch Principal-Agent-Probleme und die Nutzung des Originate-to-Distribute-Modells.
4 Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass Verbriefung zwar zur internationalen Risikoteilung beitrug, aber durch Anreizverzerrungen und lockere Screening-Standards die Grundlage für die globale Subprime-Finanzkrise legte.
Verbriefung, Subprime-Kredite, Finanzkrise, Risikoteilung, Hypothekenschulden, FICO-Score, Originate-to-Distribute-Modell, Principal-Agent-Problem, Asset Backed Securities, Konsumglättung, Kreditvergabestandards, Risikomanagement, Immobilienmarkt, Liquidität, Finanzmarktintegration
Die Arbeit analysiert die Rolle der Verbriefung von Hypothekenschulden in der globalen Finanzkrise und untersucht deren Auswirkungen auf die Kreditqualität und Risikoteilung.
Die zentralen Themen sind Verbriefungstechniken, Kreditvergabestandards, internationale Risikoteilung und die Auswirkungen von Anreizproblemen auf Finanzmärkten.
Ziel ist es zu klären, inwieweit die Verbriefung als Instrument zur Risikodiversifizierung zur Entstehung der globalen Finanzkrise beigetragen hat.
Es wird eine Literatur- und Datenanalyse durchgeführt, die auf empirischen Studien (z.B. von Keys et al. sowie Hoffmann und Nitschka) basiert.
Im Hauptteil werden das Konzept der Verbriefung, empirische Befunde zur internationalen Risikoteilung und die Verschlechterung der Screening-Qualität bei Subprime-Krediten diskutiert.
Die wichtigsten Begriffe sind Verbriefung, Subprime-Kredite, Finanzkrise, Principal-Agent-Probleme, FICO-Score und Risikoteilung.
Der FICO-Score dient als zentraler Indikator für die Kreditwürdigkeit und als Schwellenwert, an dem sich die Verbriefungsfreundlichkeit von Krediten orientierte.
Die Distanz schwächt die Kontrollanreize der Kreditgeber (Originatoren), was zu einer vernachlässigten Sorgfalt bei der Kreditprüfung und somit schlechterer Kreditqualität führt.
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