Bachelorarbeit, 2023
46 Seiten, Note: 2,0
1 Einleitung
2 Theoretischer und konzeptioneller Hintergrund
2.1 Homonegativität – Begriff und empirische Ausprägung
2.2 Doing Gender, Heteronormativität und strukturelle Gewalt
2.3 Erklärungen für Heteronormativität – die Gender-Schema-Theorie
3 Homonegativität im Fußball
3.1 Stereotype und Klischees im Fußball – Homonegativität als spezifisches Problem des Männerfußballs?
3.2 Trendwende im Fußball? – das Outing von Thomas Hitzlsperger
4 Sportsozialarbeit – Chancen und Grenzen der Sozialen Arbeit
4.1 Fanprojekte und die Soziale Arbeit: Eine Bestandsaufnahme
4.2 Kompetenzen von Sozialarbeiter*innen in der Bearbeitung von Homonegativität im Fußball
4.3 Exemplarische Analyse von Fanprojekten zur Bekämpfung von Homonegativität
5 Zusammenführung und Ausblick
Die vorliegende Arbeit untersucht die Problematik der Homonegativität im deutschen Männerfußball. Ziel ist es, die spezifischen strukturellen und gesellschaftlichen Hintergründe zu beleuchten, die zur Diskriminierung homosexueller Männer in diesem Sport beitragen, und dabei die Rolle sowie die Möglichkeiten der Sozialen Arbeit bei der Förderung diskriminierungsfreier Räume zu analysieren.
1 Einleitung
„Fußball ist ein Männersport“ – so lautet die übliche Einschätzung. Zwar scheint auch der Frauenfußball immer mehr Aufmerksamkeit zu gewinnen, dennoch lässt sich allein an den Gehaltsunterschieden im Männer- und Frauenfußball erkennen, dass die Männer diesen Sport in allen Bereichen dominieren. „Fußball ist männlich. Männer spielen Fußball, Männer gucken Fußball, Männer sprechen über Fußball. Seit jeher scheint Männlichkeit der Inbegriff der weltweit beliebten Ballsportart zu sein“ (Körner 2014: 138). Das wäre insgesamt nicht problematisch, wenn nicht verschiedene Diskriminierungsstrukturen zu erkennen wären. Das betrifft nicht nur die zwischen den Geschlechtern wirkenden Diskriminierungsmechanismen – wie der genannte Gender Pay Gap zwischen dem Männer- und Frauenfußball –, sondern auch diejenigen innerhalb eines Geschlechts. Dies umfasst insbesondere die Diskriminierung von männlichen Fußballern, die sich als homosexuell outen (vgl. Lüders 2014: 25). Das Beispiel Thomas Hitzlsperger zeigt angesichts dessen eindrücklich, dass sich Fußballprofis, wenn überhaupt, erst nach ihrem Karriereende outen, weil sie vorher die negativen sozialen Konsequenzen fürchten (vgl. Lüders 2014: 25 f.).
Vor diesem Hintergrund stellen sich gleich zwei Fragen: (1) Warum tritt dieses Phänomen im Männerfußball so stark auf, wenn sich doch insgesamt eine gesellschaftliche – und auch legislative – Öffnung für alternative Beziehungs- und Geschlechtermodelle abseits der tradierten Ehe zwischen Mann und Frau konstatieren lässt, und (2) was lässt sich dagegen tun, dass Fußballer (und auch Fußballer*innen) aufgrund ihrer Sexualität Diskriminierungserfahrungen machen müssen? Genau an dieser Stelle möchte die vorliegende Abschlussarbeit ansetzen und dabei hinterfragen, welchen Chancen, aber welchen Hindernissen die Soziale Arbeit dabei ausgesetzt ist, den Männerfußball diskriminierungsfreier zu gestalten. Nicht zuletzt gilt es, zu fragen, inwieweit die Soziale Arbeit Homonegativität im Männerfußball entgegenwirken kann.
1 Einleitung: Dieses Kapitel führt in die Problematik der Homonegativität im Männerfußball ein und formuliert die zentralen Forschungsfragen sowie die Zielsetzung der Arbeit.
2 Theoretischer und konzeptioneller Hintergrund: Hier werden theoretische Grundlagen wie Homonegativität, Heteronormativität, "Doing Gender" und die Gender-Schema-Theorie vorgestellt, um das Phänomen begrifflich und soziologisch einzuordnen.
3 Homonegativität im Fußball: Dieses Kapitel analysiert Stereotype und Klischees im Männerfußball und untersucht die Relevanz des Outings von Thomas Hitzlsperger als mögliche Trendwende.
4 Sportsozialarbeit – Chancen und Grenzen der Sozialen Arbeit: Hier erfolgt eine Bestandsaufnahme von Fanprojekten, eine Reflexion der notwendigen Kompetenzen für Sozialarbeiter*innen und eine Analyse von konkreten Projekten gegen Homonegativität.
5 Zusammenführung und Ausblick: Die Erkenntnisse der Arbeit werden zusammengefasst und Perspektiven für eine zukünftige, diskriminierungsfreie Gestaltung im Bereich des Fußballs aufgezeigt.
Männerfußball, Homonegativität, Heteronormativität, Doing Gender, Homophobie, Fanprojekte, Soziale Arbeit, Diskriminierung, Geschlechterrollen, Thomas Hitzlsperger, Sportsozialarbeit, Gender-Schema-Theorie, Inklusion.
Die Arbeit untersucht das Phänomen der Homonegativität im deutschen Männerfußball und die Rolle der Sozialen Arbeit bei der Bekämpfung entsprechender Diskriminierungsstrukturen.
Die Schwerpunkte liegen auf theoretischen Erklärungen für Homonegativität, dem Einfluss geschlechtsspezifischer Rollenbilder im Sport sowie der Praxis und den Möglichkeiten von Fanprojekten.
Ziel ist es zu verstehen, warum Männlichkeitskonstruktionen im Männerfußball oft mit Abwertung gegenüber Homosexualität einhergehen und wie Sozialarbeiter*innen intervenieren können.
Es handelt sich um eine literaturbasierte Arbeit, die auf der kritischen Auseinandersetzung mit soziologischen Theorien und bestehenden Studien zur Fanarbeit und Diskriminierung basiert.
Der Hauptteil behandelt die theoretischen Konzepte wie "Doing Gender" und Heteronormativität, die Situation rund um das Outing von Profis sowie konkrete Ansätze der Fanarbeit.
Männerfußball, Homonegativität, Heteronormativität, Fanprojekte, Sportsozialarbeit und Diskriminierung sind die zentralen Begriffe.
Die Arbeit zeigt auf, dass der Männerfußball oft als "Bollwerk" traditioneller Männlichkeitswerte fungiert, in dem alles, was als "unmännlich" gilt, aktiv abgewertet wird.
Fanprojekte sind essenzielle Akteure, um in einem oft schwierigen institutionellen Umfeld durch pädagogische Arbeit und Prävention gegen Diskriminierung vorzugehen, stoßen jedoch häufig auf begrenzte Ressourcen.
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