Diplomarbeit, 2005
90 Seiten, Note: 2,3
1 PROBLEMSTELLUNG UND AUFBAU DER ARBEIT
2 STATUS QUO DER GESETZLICHEN KRANKENVERSICHERUNG
2.1 BEITRAGSPFLICHTIGE EINNAHMEN
2.2 UMVERTEILUNGSEFFEKTE
2.3 FINANZIERUNGSPROBLEME DER GKV
2.3.1 Demographische Einflussfaktoren
2.3.2 Über-, Unter- und Fehlversorgung in der GKV
3 GESUNDHEITSPRÄMIE ALS ALTERNATIVE IN DER GKV
3.1 GRUNDIDEE DER GESUNDHEITSPRÄMIE
3.2 KOPFPRÄMIENMODELL NACH RÜRUP ET AL.
3.2.1 Abkopplung des GKV-Beitrags vom Arbeitsentgelt
3.2.2 Höhe der Kopfprämie
3.2.3 Steuer-Transfer-System im Kopfprämienmodell
3.2.4 Berechnung des Prämienzuschusses
3.2.5 PKV im Kopfprämiensystem
3.2.6 Veränderung des Risikostrukturausgleichs
3.2.7 Aufkommensneutralität
3.3 WEITERE MODELLE FÜR EINE GESUNDHEITSPRÄMIE
3.3.1 Modell von Knappe et al.
3.3.2 Modell von Zweifel et al.
3.3.3 Modell von Henke et al.
4 AUSWIRKUNGEN UND ENTWICKLUNG DER KOPFPRÄMIE
4.1 BEWERTUNG DER KOPFPRÄMIENMODELLE
4.1.1 Wirkung auf den Arbeitsmarkt
4.1.2 Grenzbelastung des Faktors Arbeit
4.1.3 Steuer-Transfer-System und der Prämiensubventionsbedarf
4.1.4 Zielgenauigkeit des Umverteilungsmechanismus
4.1.5 Der Versichertenkreis
4.1.6 Risikostrukturausgleich
4.1.7 Horizontale Gerechtigkeit
4.1.8 Kapitaldeckung
4.2 BE- UND ENTLASTUNGSWIRKUNG AUF FAMILIENHAUSHALTSEBENE
4.3 BE- UND ENTLASTUNGSWIRKUNGEN EINZELNER FAMILIENTYPEN
4.3.1 Modellannahmen
4.3.2 Be- und Entlastungswirkung eines Singlehaushaltes
4.3.3 Be- und Entlastungswirkung eines Einverdiener-Ehepaares
4.3.4 Be- und Entlastungswirkung eines Zweiverdiener-Ehepaares
4.3.5 Schlussfolgerungen für die einzelnen Familientypen
4.4 PROZENTUALE BE- UND ENTLASTUNG DER BEVÖLKERUNG
4.5 ENTWICKLUNG DER KOPFPRÄMIE
4.5.1 Entwicklung der Kopfprämie in der Schweiz
4.5.2 Parallele Entwicklungen in Deutschland
5 ABSCHLIEßENDE STELLUNGNAHME
Die vorliegende Arbeit untersucht die Einführung einer Gesundheitsprämie als Reformoption für die gesetzliche Krankenversicherung (GKV) in Deutschland. Dabei wird analysiert, inwieweit eine Umwandlung von einkommensabhängigen Beiträgen in einkommensunabhängige Kopfpauschalen eine tragfähige Alternative zum derzeitigen System darstellt und welche finanziellen Be- und Entlastungseffekte für verschiedene Haushaltstypen dabei entstehen.
3.2.1 Abkopplung des GKV-Beitrags vom Arbeitsentgelt
Als wesentlichen Eckpunkt sieht das Modell von Rürup et al. vor, die Beiträge zur GKV von der Höhe der Arbeitsentgelte abzukoppeln. Jeder gesetzlich Versicherte zahlt eine einkommensunabhängige Pauschalprämie. Konjunkturelle Schwankungen wirken sich somit nicht mehr direkt auf die Höhe der Einnahmen der GKV aus, da die Höhe des Beitrags keiner Abhängigkeit mehr von den Arbeitseinkommen unterliegt. Jeder Versicherte zahlt die gleiche Pauschale an die GKV. Dadurch wird die Einnahmenbasis erweitert und der steigende Rentnerquotient führt so nicht mehr unmittelbar zu verringerten Einnahmen, wie dies derzeitig in der GKV der Fall ist. Da mit steigendem Alter nur die geringen Renten zur Beitragsbemessung herangezogen werden, im Alter jedoch mit einer zunehmenden Multimorbidität zu rechnen ist, übersteigt das Kostenrisiko eines Rentners statistisch gesehen dessen Beitragseinnahmen. Ebenso wirkt sich eine erhöhte Arbeitslosigkeit, durch einkommensunabhängige Pauschalen nicht mehr direkt auf die Beitragseinnahmen aus. Ein Vorteil der Pauschalprämie ist, dass durch diesen festgesetzten Betrag die Einnahmenbasis für die GKV erweitert wird. Die pauschale Höhe der Prämie kann Versicherte aber ebenso finanziell überfordern.
1 PROBLEMSTELLUNG UND AUFBAU DER ARBEIT: Einführung in die Reformdiskussion der GKV mit Fokus auf die Konzepte der Bürgerversicherung und der Gesundheitsprämie.
2 STATUS QUO DER GESETZLICHEN KRANKENVERSICHERUNG: Analyse der aktuellen Finanzierungsmechanismen, der demografischen Herausforderungen und der Probleme durch Über- und Fehlversorgung.
3 GESUNDHEITSPRÄMIE ALS ALTERNATIVE IN DER GKV: Vorstellung der Grundidee der Kopfpauschale sowie detaillierte Beschreibung verschiedener Modellvorschläge von Expertenkommissionen.
4 AUSWIRKUNGEN UND ENTWICKLUNG DER KOPFPRÄMIE: Umfassende Bewertung der Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt, soziale Gerechtigkeit und detaillierte Simulation der finanziellen Be- und Entlastung für verschiedene Haushaltstypen.
5 ABSCHLIEßENDE STELLUNGNAHME: Synthese der Ergebnisse mit der Einschätzung, dass eine Kopfprämie zwar konjunkturresistenter ist, jedoch soziale Härten durch einen ausgeklügelten Transfermechanismus abfedern muss.
Gesetzliche Krankenversicherung, GKV, Gesundheitsprämie, Kopfpauschale, Steuer-Transfer-System, Beitragsbemessungsgrenze, demografischer Wandel, Risikostrukturausgleich, Arbeitgeberanteil, soziale Gerechtigkeit, Finanzierungslücke, Gesundheitsökonomie, Kapitaldeckung, Umverteilungseffekte, Prämiensubvention.
Die Arbeit analysiert die Gesundheitsprämie als Reformoption für die deutsche gesetzliche Krankenversicherung (GKV) und vergleicht diese mit dem bestehenden einkommensabhängigen Beitragssystem.
Im Zentrum stehen die Finanzierung der GKV, die Auswirkungen der Reformvorschläge auf den Arbeitsmarkt sowie die Verteilungswirkungen auf verschiedene Familientypen.
Das primäre Ziel ist es, zu bewerten, ob eine Umstellung auf einkommensunabhängige Kopfprämien eine tragfähige Alternative zum aktuellen System darstellt und welche sozialen Härten dabei entstehen.
Die Arbeit nutzt eine modelltheoretische Analyse sowie quantitative Berechnungen und Vergleiche der Be- und Entlastungseffekte für unterschiedliche Haushaltsgrößen und Einkommensklassen.
Der Hauptteil befasst sich detailliert mit den Reformmodellen (z.B. nach Rürup et al. oder Henke et al.), deren Auswirkung auf Arbeitsmarkt und Kapitaldeckung sowie der Simulation der finanziellen Belastung für Singles und Ehepaare.
Schlüsselbegriffe sind Gesundheitsprämie, Kopfpauschale, Steuer-Transfer-System, GKV-Finanzierung, demografischer Wandel und soziale Ausgleichsmechanismen.
Die Modelle sehen ein Steuer-Transfer-System vor, das einkommensschwache Versicherte bei einer überproportionalen Belastung durch einen staatlichen Zuschuss (Prämiensubvention) unterstützt.
Insbesondere im Modell von Henke et al. wird die Kapitaldeckung gefordert, um durch Altersrückstellungen die Beiträge auch im Alter konstant zu halten und die Generationenproblematik zu entschärfen.
Die Schweiz dient als Praxisbeispiel, da sie bereits 1996 ein System mit einkommensunabhängigen Kopfprämien und einem dazugehörigen staatlichen Prämiensubventionssystem eingeführt hat.
Die Autorin stellt fest, dass Kopfprämien zwar konjunkturresistent sind, jedoch ohne einen sehr zielgenauen sozialen Ausgleich zu einer erheblichen Mehrbelastung für weite Teile der Bevölkerung führen würden.
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