Diplomarbeit, 2009
131 Seiten, Note: Sehr Gut
Kapitel 1: Einleitung – Quo vadis societas?
Kapitel 2: Die Bundesrepublik zwischen demographischer Alterung und sozialer Atomisierung
2.1 Die Bundesrepublik Deutschland im demographischen Wandel
2.2 Die Transformierung der Lebensverhältnisse
2.3 Implikationen der Pluralisierung der Lebensverhältnisse für die Gesellschaft
2.4 Vorläufiges Fazit
Kapitel 3: Das globale Zeitalter
3.1 Globalisierung: Wirtschaftliche Prämissen
3.2 Gesamtzunahme des Welthandels
3.3 Ausländische Direktinvestitionen und multinationale Unternehmen
3.4 Vernetzung durch Kommunikationstechnologien
3.5 Kulturelle Globalisierung am Beispiel der Fernsehunterhaltung
3.6 Kulturelle Homogenisierung
3.7 Sozialpsychologische Implikationen der Verwendung von Massenmedien
3.8 Nationalstaatlicher Kontroll- und Funktionalitätsverlust
3.9 Bedeutungsverlust nationalstaatlicher Zugehörigkeit für die Identitätenbildung
3.10 Globaler Neoliberalismus: Zwischen marktwirtschaftlicher Deregulierung und staatlicher Rationalisierung
Kapitel 4: Die Flexibilisierung des Menschen
4.1 Die Pluralisierung der Erwerbsformen
4.2 Folgen der Deregulation für die Arbeitsgesellschaft
4.3 Die Entgrenzung der Arbeitsgesellschaft
4.4 Zur Vereinbarkeit von Individualisierung und den neuen Arbeitsformen
4.5 Die Internationalisierung des Arbeitsmarktes
4.6 Die ‚Kinder der Deregulation’: Zur Vereinbarkeit von Berufsperspektiven junger Menschen mit den neuen Arbeitsmarktbedingungen der Globalität und Deregularität
4.7 Gewerkschaftliche Strukturen im Globalen Zeitalter
4.8 Fazit: Die Ökonomisierung der Gesellschaft
Kapitel 5: Von Gesellschaft und Unsicherheit
5.1 Unsicherheit im Vergleich zwischen Industrialisierung und Globalisierung
5.2 Konkurrenz
5.3 Scheitern
5.4 Psychosomatische Konsequenzen
5.5 Abschlußbetrachtung: Bindung versus Partizipation
Die vorliegende Arbeit untersucht den Zusammenhang zwischen der Atomisierung der Gesellschaft und der zunehmenden Ökonomisierung des menschlichen Denkens. Ziel ist es, die Rahmenfaktoren zu beleuchten, die zur Herausbildung eines modernen, primär nach wirtschaftlicher Effizienz strebenden Menschenbildes beitragen, und die Auswirkungen dieses Prozesses auf soziale Gefüge und individuelle Lebensentwürfe im 21. Jahrhundert zu analysieren.
Kapitel 1: Einleitung – Quo vadis societas?
Zu Anbeginn des 21. Jahrhunderts lebt die Menschheit in einem Zeitalter des Umbruchs. Globalisierung ist im Zuge des internationalen Verflechtungsanstiegs in nahezu jedwedem gesellschaftlichen Bereich zu einer der zentralen Einflußgrößen der Konstituierung zukünftiger Gesellschaftsordnung geworden. Waren, Dienstleistungen, Geld und Personen werden bei immer höherer Transfergeschwindigkeit und gleichzeitig zunehmender Nachfrage nach logistischer Leistungssteigerung auf dem Planeten von Ort zu Ort transferiert, und lassen räumliche Grenzen mehr und mehr an Bedeutung verlieren. Mit dem Aufkommen moderner Technologien in Kommunikation und Logistik verlieren auch zunehmend sprachliche und kulturelle Barrieren an Einfluß und die gesellschaftliche Grenzziehung ist im globalen Zeitalter nicht länger ohne weiteres möglich.
„In the most general sense, globalization is a matter of increasing long-distance interconnectedness, at least across national boundaries, preferably between continents as well. That interconnectedness has a great many aspects. We have ways of meddling with other people’s environments, from the destruction of rain forests and the intercontinental dumping of toxic wastes to global warming; and with their bodies, as in a growing transnational trade in human organs for transplants. The goods we buy may come from far away.”
Kapitel 1: Einleitung – Quo vadis societas?: Einführung in das Thema des gesellschaftlichen Wandels und der ökonomisch getriebenen Transformation.
Kapitel 2: Die Bundesrepublik zwischen demographischer Alterung und sozialer Atomisierung: Analyse demographischer Entwicklungen in Deutschland und deren Einfluss auf traditionelle Lebensformen.
Kapitel 3: Das globale Zeitalter: Untersuchung globaler Wirkfaktoren wie Welthandel und Kommunikationstechnologie auf nationale Gesellschaftsstrukturen.
Kapitel 4: Die Flexibilisierung des Menschen: Betrachtung der Auswirkungen neoliberaler Arbeitsmarktbedingungen und neuer Erwerbsformen auf das Individuum.
Kapitel 5: Von Gesellschaft und Unsicherheit: Abschließende Betrachtung der psychischen und sozialen Folgen zunehmender Lebensunsicherheit und der Krise der Bindung.
Globalisierung, Ökonomisierung, Gesellschaft, Atomisierung, Flexibilisierung, Arbeitsmarkt, Wohlfahrtsstaat, demographischer Wandel, Humankapital, soziale Unsicherheit, Identität, Neoliberalismus, Lebensformen, internationale Vernetzung.
Die Arbeit analysiert die wechselseitigen Beeinflussungen von wirtschaftlicher Globalisierung und der Veränderung sozialer sowie individueller Lebensstrukturen in der Bundesrepublik Deutschland.
Die Schwerpunkte liegen auf der gesellschaftlichen Atomisierung, dem demographischen Wandel, der Flexibilisierung der Arbeitswelt und der zunehmenden psychischen Belastung durch wirtschaftlichen Druck.
Das Ziel ist die Aufdeckung des Zusammenhangs zwischen der Zersetzung sozialer Gefüge und der zunehmenden Ökonomisierung des Menschen als Humankapital.
Es handelt sich um eine soziologische Analyse, die theoretische Konzepte (z.B. Fordismus, Homo Oeconomicus) mit aktuellen demographischen und wirtschaftspolitischen Daten verknüpft.
Der Hauptteil gliedert sich in eine Bestandsaufnahme des demographischen Wandels, eine Analyse der globalen Rahmenfaktoren, eine Untersuchung der Flexibilisierung des Arbeitsmarktes und eine Betrachtung der sozialen Konsequenzen dieser Entwicklungen.
Die zentralen Begriffe sind Globalisierung, Ökonomisierung, soziale Atomisierung, Flexibilisierung und der Bedeutungsverlust nationalstaatlicher Strukturen.
Der Autor argumentiert, dass durch die Notwendigkeit ständiger beruflicher Flexibilität und Mobilität traditionelle, ortsgebundene Bindungen (Familie, Nachbarschaft) destabilisiert oder durch kurzfristige Zweckgemeinschaften ersetzt werden.
Medien fungieren als Sozialisierungsinstanz, die durch die Verbreitung homogener Konsummuster und der Suggestion ökonomischer Verwertbarkeit das Individuum zur Selbstvermarktung und Anpassung an den Markt motivieren.
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