Diplomarbeit, 2008
74 Seiten, Note: 1,3
1. Einleitung
2. Historische Ausgangspunkte
2.1: Preußische Uniformproduktion
2.2: Jüdische Textilhandelstradition
2.3. Anfänge der Serienproduktion von Bekleidung
2.4: Die ersten Berliner Konfektionshäuser im 19. Jahrhundert
2.3-1: Herrmann Gerson
2.3-2 : Nathan Israel
2.3-3: Gebrüder Manheimer
2.3-4: Rudolph Hertzog
3. Die Berliner Modebranche in den Zwanziger Jahren
3.1: Industrie ohne Fabriken: Berliner Konfektionsfirmen in den zwanziger Jahren
3.2: Der Verband der deutschen Modenindustrie
3.3: Berlin - Paris
3.4: Die Berliner Durchreise
3.5: Mode, Bühne und Film
3.6: Berliner Modepresse
3.7: Warenhauskultur
3.7-1: Hermann Tietz (Hertie)
3.7-2: Wertheim
3.7-3: Das Kaufhaus des Westens
4. Die „Neue Frau“
4.1: Weibliche Angestellte: Verkäuferinnen und Sekretärinnen
4.2: Arbeiterinnen
4.3: Frauenberufe in der Berliner Konfektions- und Modebranche
5. Die Berliner Damenmode der 1920er Jahre
5.1: Schönheitsideale
5.2: Wäsche
5.3: Tagesmode
5.4: Sportmode
5.5: Abendmode
5.6 Mäntel
5.7: Accessoires
5.8: Schmuck
6. Abschließende Bemerkungen
Die Arbeit untersucht die historische Entwicklung der Berliner Konfektionsbranche in den 1920er Jahren und analysiert, wie diese die Entstehung der "Neuen Frau" und die Veränderungen im weiblichen Modestil sowie im gesellschaftlichen Frauenbild widerspiegelte.
3.1: Industrie ohne Fabriken: Die Berliner Konfektionsfirmen in den zwanziger Jahren
Schon die ersten Berliner Konfektionsfirmen arbeiteten nach dem so genannten Verlags- oder Zwischenmeistersystem. Der Begriff „Verlag“ leitet sich ab von „Vorlage“, das heißt, der Auftraggeber tritt mit Material oder Bezahlung in „Vorlage“ beziehungsweise Vorleistung. Charakteristisch für diese Produktionsform ist die Trennung von Produktion und Vertrieb. Das Produkt wird aus den vom Verleger – also dem Konfektionär – zur Verfügung gestellten Materialien hergestellt und anschließend an ihn geliefert. Damit entfällt für den Produzenten die Verantwortung für die Weitervermarktung und den Materialeinkauf, für den Verleger entfallen die direkten Personal- und Maschinenkosten.
Im Falle des Berliner Zwischenmeistersystems fungierte der Konfektionär beziehungsweise das Konfektionshaus als Verleger. „Konfektionär“ war ein Lehrberuf, die Lehrzeit betrug drei Jahre und führte durch alle Abteilungen eines Konfektionshauses. Je nach Berufserfahrung und wirtschaftlichem Erfolg konnten die Konfektionäre sehr hohe Gehälter durchsetzen, mitunter warben sich die Firmen ihre Konfektionäre auch gegenseitig ab. Ein Designstudium wie heute gab es in den Anfängen der Bekleidungsindustrie nicht. Erst 1920 wurde die erste Modeklasse an der Unterrichtsanstalt des Kunstgewerbemuseums Berlin eingerichtet, Leiter des Studiengangs war Otto Haas-Heye vom Modehaus Alfred-Marie.
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in das Thema ein, erläutert die persönliche Motivation der Autorin und benennt die zentralen Forschungsfragen zur Berliner Konfektionsmode und zur "Neuen Frau".
2. Historische Ausgangspunkte: Das Kapitel beleuchtet die Wurzeln der Berliner Konfektion, angefangen bei der Uniformproduktion bis hin zur jüdischen Textilhandelstradition und der Etablierung der ersten Konfektionshäuser.
3. Die Berliner Modebranche in den Zwanziger Jahren: Hier werden die Produktionsweise, der Wettbewerb mit Paris, die Rolle der Bühne sowie die einflussreiche Rolle der Berliner Warenhäuser analysiert.
4. Die „Neue Frau“: Dieses Kapitel hinterfragt den Mythos der "Neuen Frau" und vergleicht das idealisierte Klischee mit der tatsächlichen wirtschaftlichen und sozialen Realität arbeitender Frauen.
5. Die Berliner Damenmode der 1920er Jahre: Eine detaillierte Betrachtung der modischen Trends, von Schönheitsidealen über Wäsche und Tagesmode bis hin zu Accessoires und Schmuck.
6. Abschließende Bemerkungen: Zusammenfassende Reflexion über die Bedeutung der Berliner Konfektionsbranche, ihre Zerstörung durch das NS-Regime und ihre historische Relevanz.
Berliner Konfektion, 1920er Jahre, Neue Frau, Zwischenmeistersystem, Warenhaus, Modebranche, Bekleidungsproduktion, Modestil, Konfektionär, Weibliche Angestellte, Emanzipation, Modefotografie, Berlin, Paris, Modegeschichte.
Die Diplomarbeit dokumentiert die Entwicklung und Bedeutung der Berliner Konfektionsbranche in den 1920er Jahren und untersucht deren Einfluss auf die Mode und das Leben der Frauen dieser Zeit.
Die zentralen Felder sind die Geschichte der Berliner Textilindustrie, die Arbeitsbedingungen, die Entwicklung des "Neuen Frau"-Bildes sowie die Analyse verschiedener Modestile wie Tages- und Abendmode.
Das Ziel ist es, die Entwicklung der Damenmode im Kontext der Berliner Situation zu betrachten und zu hinterfragen, wie real das Klischee der modernen, emanzipierten "Neuen Frau" für den Großteil der weiblichen Bevölkerung tatsächlich war.
Die Autorin nutzt eine fundierte historische Analyse, die auf Literaturrecherche, der Untersuchung zeitgenössischer Quellen (wie Zeitungen und Stilratgebern) sowie auf der Auswertung von Firmenarchiven und bildlichen Darstellungen basiert.
Der Hauptteil befasst sich mit der Struktur der Konfektionsbranche (Verlagssystem), dem Einfluss der Warenhäuser, der Arbeitssituation von Frauen in der Modebranche und einer detaillierten Analyse der Kleidung von der Wäsche bis zum Abendkleid.
Wichtige Begriffe sind Berliner Konfektion, 1920er Jahre, Zwischenmeistersystem, "Neue Frau", industrielle Bekleidungsproduktion und die soziokulturelle Bedeutung des Modekonsums.
Jüdische Unternehmer waren maßgeblich am Aufbau der Berliner Konfektionsbranche beteiligt. Sie brachten Handelswissen ein, pflegten internationale Kontakte und leisteten wichtige Pionierarbeit, bevor ihre Firmen in der NS-Zeit arisiert wurden.
Das System ermöglichte hohe gestalterische Flexibilität, kurze Produktionswege und eine schnelle Reaktion auf modische Veränderungen, was Berlin einen Wettbewerbsvorteil gegenüber der massenproduzierenden Fabrikkonfektion anderer Länder verschaffte.
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