Diplomarbeit, 2007
82 Seiten, Note: 3
Einleitung
1. Grundlegende Begriffsbestimmung
1.1 Allgemeine Definition von stoffgebundener Abhängigkeit
1.2 Das Suchtmittel Alkohol
1.2.1 Alkoholmissbrauch und Alkoholabhängigkeit
1.2.2 Zum Krankheitsbild des Alkoholismus
1.2.3 Alkoholismus als Familienkrankheit
1.2.4 Co-Abhängigkeit
2. Kinder aus alkoholbelasteten Familien
2.1 Die Familie aus systemischer Sicht
2.2 Der familiäre Kontext in alkoholbelasteten Familien
2.2.1 Unausgesprochene Familienregeln in Suchtfamilien
2.3 Verhaltensmuster, Rollenmodelle und Geschwister-Konstellation
2.3.1 Der Held
2.3.2 Der Sündenbock
2.3.3 Das verlorene Kind
2.3.4 Der Clown
2.4 Auswirkungen der elterlichen Abhängigkeit auf die Kinder
2.4.1 Schutz- und Risikofaktoren in der kindlichen Entwicklung
2.4.2 Direkte und Indirekte Folgen elterlichen Alkoholmissbrauchs
2.4.2.1 Schulleistungen und –verhalten
2.4.2.2 Intelligenz und sprachliche Fähigkeit
2.4.2.3 Aufmerksamkeitsdefizitsyndrom mit Hyperaktivität (ADHS)
2.4.2.4 Störungen des Sozialverhaltens
2.4.2.5 Angststörungen und Depression
2.4.2.6 Gewalt
2.5 Resümee
3. Erwachsene Kinder alkoholkranker Eltern
3.1 Soziale Kompetenz/ psychosoziale Anpassung
3.2 Die Veränderung des Rollenverhaltens bei erwachsenen Kindern
3.2.1 Der Held
3.2.2 Das verlorene Kind
3.2.3 Der Sündenbock
3.2.4 Der Clown
3.2.5 Resümee
4. Transmission von Alkoholismus
4.1 Familienstudien
4.1.1 Halbgeschwister-Studien
4.1.2 Zwillingsstudien
4.1.3 Adoptionsstudien
4.1.4 Zusammenfassung
4.2. Die Rolle der familiären Umwelt
4.2.1 Eltern als Modelle
4.2.2 Trinkstatus des abhängigen Elternteils
4.3. Risiko- und Schutzfunktionen bei der Transmission der Alkoholabhängigkeit
4.3.1 Kindbezogene Risikofaktoren
4.3.2 Umgebungsbezogene Risikofaktoren
4.3.3 Kindbezogene Schutzfaktoren
4.3.4 Umgebungsbezogene Schutzfaktoren
5. Therapie und Hilfemaßnahmen für Kinder mit alkoholabhängigen Eltern
5.1. Kindertherapeutische Hilfen
5.1.1 Spieltherapie
5.1.2 Rollenspiele
5.1.3 Bewegungstherapie
5.1.4 Musiktherapie
5.1.5 Eltern-Kind-Arbeit
5.1.6 Offene Kindergruppe
5.1.7 Weitere Hilfemaßnahmen
5.2. Ziele der Kindertherapie
6. Zusammenfassung
7. Ausblick
Diese Arbeit zielt darauf ab, den Einfluss und die Auswirkungen des krankhaften elterlichen Alkoholkonsums auf Kinder zu untersuchen. Im Zentrum steht die Forschungsfrage, wie sich diese Belastungen auf die kindliche Entwicklung auswirken, welche Rollenmuster dabei entstehen und wie betroffene Kinder sowie erwachsene Kinder alkoholkranker Eltern (EKA) unterstützt werden können.
2.2.1 Unausgesprochene Familienregeln in Suchtfamilien
Wegscheider listete 1988 folgende unausgesprochene Familienregeln auf (zit. in Zobel, 2000, S. 25):
1. Das Wichtigste im Familienleben ist der Alkohol.
2. Alkohol ist nicht die Ursache der Probleme.
3. Der Abhängige ist nicht verantwortlich, Schuld sind die anderen oder die Umstände.
4. Der Status quo muss erhalten bleiben.
5. Jeder in der Familie ist ein Zuhelfer.
6. Niemand darf über das reden, was in der Familie wirklich los ist.
7. Niemand darf sagen, was er wirklich fühlt.
Der Alkohol steht im Mittelpunkt der Suchtfamilie. Stimmung, Atmosphäre und Zusammenleben werden davon bestimmt, ob der Abhängige getrunken hat oder nüchtern ist. Familienmitglieder von Alkoholikern reden weder miteinander noch mit Außenstehenden über die Alkoholprobleme. Vor allem der Alkoholiker fühlt sich bedroht und versucht zu vermeiden, dass außerhalb der Familie jemand etwas von seiner Krankheit mitbekommt. Der Alkoholkonsum darf nicht als Ursache der Probleme angesehen werden, er wird meist nicht mal als Krankheit definiert. Er wird entschuldigt durch andere Einflussfaktoren wie Stress am Arbeitsplatz, das schlechte Verhalten der Kinder, Streit in der Partnerschaft, etc.
1. Grundlegende Begriffsbestimmung: Definition der Begriffe Sucht, Alkoholabhängigkeit und Co-Abhängigkeit sowie Darstellung des Krankheitsbildes aus medizinischer und systemischer Sicht.
2. Kinder aus alkoholbelasteten Familien: Untersuchung des Familiensystems, der entstehenden Rollenmodelle bei Kindern und der vielfältigen direkten und indirekten Folgen des elterlichen Suchtverhaltens.
3. Erwachsene Kinder alkoholkranker Eltern: Analyse der langfristigen Auswirkungen für EKA, insbesondere im Hinblick auf soziale Kompetenz und festgefahrene Rollenmuster im Erwachsenenleben.
4. Transmission von Alkoholismus: Diskussion der genetischen Aspekte im Vergleich zu Umwelteinflüssen und Erörterung von Risiko- sowie Schutzfaktoren für die Weitergabe von Suchterkrankungen.
5. Therapie und Hilfemaßnahmen für Kinder mit alkoholabhängigen Eltern: Übersicht über therapeutische Ansätze und Hilfsmöglichkeiten, die gezielt auf die Bedürfnisse betroffener Kinder und deren Familien zugeschnitten sind.
6. Zusammenfassung: Synthese der Kernergebnisse bezüglich der Risiken für Kinder und der Bedeutung frühzeitiger Unterstützung.
7. Ausblick: Fazit zur aktuellen Situation betroffener Kinder und Appell an Prävention und gesellschaftspolitische Aufklärung.
Alkoholabhängigkeit, Co-Abhängigkeit, Familiensystem, Kindeswohl, Rollenmodelle, Suchtfamilie, Transmission, Resilienz, Schutzfaktoren, Risikofaktoren, Kindertherapie, Erziehung, Psychische Belastung, Entwicklungsstörung, Prävention.
Die Diplomarbeit untersucht die Auswirkungen von Alkoholabhängigkeit in der Familie auf die darin aufwachsenden Kinder und deren weitere psychosoziale Entwicklung.
Im Fokus stehen das Verständnis des Suchtgeschehens, die systemische Dynamik innerhalb einer Suchtfamilie, die spezifischen Rollen, die Kinder einnehmen, und die therapeutischen Hilfen.
Das Ziel ist aufzuzeigen, wie krankhafter elterlicher Alkoholkonsum Kinder beeinflusst und welche Bedingungen notwendig sind, damit diese Kinder trotz hoher Belastung gesund aufwachsen können.
Die Arbeit stützt sich auf klinische Studien, systemische Theorien, psychiatrische Klassifikationsschemata (DSM-IV, ICD-10) und pädagogische Fachliteratur zur Suchttherapie.
Der Hauptteil erörtert die Definitionen von Sucht, die Familienregeln in Suchthaushalten, die Auswirkungen der Sucht auf die kindliche Entwicklung und Möglichkeiten der therapeutischen Intervention.
Zu den zentralen Begriffen zählen Co-Abhängigkeit, Rollenmodelle (wie der Held oder Sündenbock), Resilienz und die Transmission von Sucht.
Kinder entwickeln oft Anpassungsstrategien, wie z.B. die Übernahme von Verantwortung oder das Verheimlichen der Probleme, um den fragilen Familienfrieden aufrechtzuerhalten.
Da Kinder auf Fürsorge angewiesen sind, passen sie sich dem Suchtverhalten der Eltern an, um Zuwendung zu sichern, was sie selbst in eine co-abhängige Rolle drängen kann.
Unter Transmission wird die Weitergabe der Alkoholabhängigkeit von einer Generation auf die nächste verstanden, wobei sowohl genetische Dispositionen als auch erlernte Verhaltensmuster in der familiären Umwelt untersucht werden.
Ja, durch Resilienzen und Schutzfaktoren in der Umwelt, wie unterstützende soziale Netzwerke oder eine stabile Bezugsperson, können Kinder trotz der belastenden familiären Situation gesund erwachsen werden.
Der GRIN Verlag hat sich seit 1998 auf die Veröffentlichung akademischer eBooks und Bücher spezialisiert. Der GRIN Verlag steht damit als erstes Unternehmen für User Generated Quality Content. Die Verlagsseiten GRIN.com, Hausarbeiten.de und Diplomarbeiten24 bieten für Hochschullehrer, Absolventen und Studenten die ideale Plattform, wissenschaftliche Texte wie Hausarbeiten, Referate, Bachelorarbeiten, Masterarbeiten, Diplomarbeiten, Dissertationen und wissenschaftliche Aufsätze einem breiten Publikum zu präsentieren.
Kostenfreie Veröffentlichung: Hausarbeit, Bachelorarbeit, Diplomarbeit, Dissertation, Masterarbeit, Interpretation oder Referat jetzt veröffentlichen!

