Bachelorarbeit, 2009
38 Seiten, Note: 1,0
0. Einleitung
1. Arme Kinder im reichen Deutschland? – Ein Überblick
1.1 Dimensionen und Struktur von Kinderarmut Heute
1.1.1 Definition von Armut
1.1.2 Armutskonzepte
1.2 Quantitative Situation und Verbreitung
1.3 Meine Familie ist arm - Qualitative Situation der Kinder
2. Bildung und soziale Ungleichheit
2.1 Sozialisationstheoretische Grundlagen – gelingende und misslingende Sozialisation
2.2 Zur Bedeutung von Bildung Heute – Bildungseinrichtungen als ,Dirigierungsstellen‘ sozialer Chancen
2.3 Bildungschancen versus Bildungsbarrieren
2.4 Strukturen des Aufwachsens im Bildungs- und Ausbildungsbereich
2.4.1 Entwicklung des relativen Schulbesuchs
2.4.2 Aktuelle Entwicklung im Bildungsbereich
2.4.3 Aktuelle Entwicklung im Ausbildungs- und Erwerbsbereich
2.5 Zur Bedeutung der Familie Heute – Familie als ,zentrale Dirigierungsstelle‘ sozialer Chancen
2.5.1 Schichtspezifische Sozialisation – leistungsunabhängige soziale Filter
2.5.2 Orientierungen und Verhaltensweisen der Eltern
2.5.3 Der Nachteil der sozialen Selektivität des Bildungssystems
2.6 Konkurrenzkämpfe mit ungleichen Startchancen – Kinderarmut als Bildungsbarriere
2.7 Institutionalisierte Ungleichheiten - Institutionalisiertes Leistungsprinzip als akzeptierter Mechanismus ungleicher Verteilungen
3. Resilienz – eine Chance der Sozialen Arbeit?
3.1 Resilienzkonzept – Definition und Charakteristik
3.1.1 Resilienz, Bildung und Soziale Ungleichheit
3.1.2 Die Chance der Resilienz in der Sozialen Arbeit – Eine Kritische Perspektive
4. Exkurs mit Ausblick: PISA 2006 – Ein internationaler Vergleich weckt Hoffnungen
5. Kritisches Resümee
Die vorliegende Arbeit untersucht, inwiefern Kinderarmut in Deutschland als Bildungsbarriere fungiert und welche Auswirkungen die sozioökonomische Lebenslage auf die Bildungs- und Sozialisationschancen von Kindern hat. Dabei wird analysiert, wie familiale Hintergründe, das Bildungssystem und institutionelle Prozesse die Chancengleichheit beeinflussen und ob resilienzorientierte Ansätze in der Sozialen Arbeit neue Handlungsperspektiven eröffnen können.
1.1 Dimensionen und Struktur von Kinderarmut Heute
Bereits vor dem ersten nationalen Armuts- und Reichtumsbericht ist Armut wieder vermehrt in den Fokus der (Fach-)Öffentlichkeit gerückt. Doch erst durch dessen umfangreiche Bestandsaufnahme wurde jede vorherige Debatte um Armut und soziale Ausgrenzung in Deutschland fundiert und dadurch gleichzeitig intensiviert. Die entscheidende Erkenntnis des Berichts: Armut im reichen Deutschland hat sich wesentlich verändert. Den bisherigen benannten Armutsgruppen wie etwa Randgruppen, alte Menschen, Behinderte, Obdachlose etc. sind neue und zahlenmäßig größere Gruppen von ,neuen‘ Armen hinzugetreten. Zu den ,neuen‘ Armen zählen jetzt Erwerbslose mittleren Alters, Menschen mit unzureichendem Arbeitseinkommen, alleinerziehende Frauen, kinderreiche Familien und MigrantInnen. Entscheidend im Rahmen dieser wissenschaftlichen Arbeit ist vor allem, dass Kinder bzw. Familien mit Kindern als zunehmend arm beschrieben werden. Kinder stellen inzwischen sogar diejenige Altersgruppe dar, die am häufigsten von Armut bedroht ist.
Dieser Trend ist nicht neu. Studien, die altersunterschiedliche Daten bspw. zum Sozialhilfebezug berücksichtigen, liegen R. Merten zufolge seit nunmehr 1980 vor. Diese legen eine als ,prekär‘ zu bezeichnende Entwicklungsdynamik offen (vgl. Chassè 2007, S. 9 ff sowie Merten 2005, S. 149).
0. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Thematik der Kinderarmut in Deutschland ein und verdeutlicht, dass es sich hierbei nicht nur um ein Randgruppenphänomen, sondern um eine gesellschaftliche Herausforderung handelt, die in engem Zusammenhang mit Bildungschancen steht.
1. Arme Kinder im reichen Deutschland? – Ein Überblick: Dieses Kapitel definiert Armutskonzepte und beleuchtet die qualitative sowie quantitative Situation von Kindern in prekären Lebenslagen, wobei die Abhängigkeit von elterlichen Lebensbedingungen im Vordergrund steht.
2. Bildung und soziale Ungleichheit: Hier werden die sozialisationstheoretischen Grundlagen erörtert und die zentrale Rolle von Bildungseinrichtungen und der Familie als Dirigierungsstellen für soziale Chancen analysiert.
3. Resilienz – eine Chance der Sozialen Arbeit?: Das Kapitel diskutiert das Resilienzkonzept als ressourcenorientierte Alternative zu defizitorientierten Ansätzen und bewertet dessen Nutzen für die Arbeit mit Kindern in Armut.
4. Exkurs mit Ausblick: PISA 2006 – Ein internationaler Vergleich weckt Hoffnungen: Der Exkurs nutzt PISA-Ergebnisse, um den Zusammenhang zwischen sozialer Herkunft und Bildungserfolg international einzuordnen und diskutiert Tendenzen zur Chancenverbesserung.
5. Kritisches Resümee: Das abschließende Resümee reflektiert die Ergebnisse der Arbeit und betont die Notwendigkeit einer frühzeitigen, ressourcenorientierten Reaktion auf Kinderarmut im Kontext einer zunehmend prekarisierten Gesellschaft.
Kinderarmut, Bildungschancen, Bildungsbarrieren, soziale Ungleichheit, Resilienz, Sozialisation, Armutsrisiko, meritokratisches Prinzip, Chancengleichheit, Familienressourcen, Bildungsarmut, soziale Herkunft, Bildungsbeteiligung, soziale Selektivität, PISA-Studie.
Die Arbeit untersucht die Problematik von Kinderarmut in Deutschland und deren Einfluss auf den Bildungserfolg sowie die Sozialisationschancen betroffener Kinder.
Zentrale Themen sind die Armutsforschung, die Analyse sozialer Ungleichheiten, Bildungsprozesse sowie das Potenzial des Resilienzkonzepts in der Sozialen Arbeit.
Das Ziel ist es aufzuzeigen, dass Kinderarmut trotz politischer Bestrebungen weiterhin als gravierende Bildungsbarriere existiert, und zu prüfen, wie pädagogische Fachkräfte dem begegnen können.
Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturanalyse soziologischer und pädagogischer Studien sowie der Auswertung aktueller Bildungsberichte und Armutsdaten.
Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung von Strukturen des Aufwachsens, den Einfluss familialer Milieus, die Rolle des Bildungssystems bei der sozialen Selektion und die Möglichkeiten der Resilienzförderung.
Wichtige Begriffe sind insbesondere Kinderarmut, Bildungsbarriere, Chancengleichheit, soziale Herkunft, Resilienz und soziale Ungleichheit.
Das Bildungssystem fungiert oft als „Dirigierungsstelle“ für soziale Chancen, wobei die Leistungsbewertung und Schullaufbahnempfehlungen stark durch schichtspezifische Erwartungen und habituelle Faktoren verzerrt werden.
Resilienz erlaubt einen Perspektivwechsel weg von der Defizitorientierung hin zur Stärkung vorhandener Ressourcen und Bewältigungskompetenzen des Kindes, was Fachkräfte für eine präventive Arbeit motivieren kann.
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