Examensarbeit, 2022
89 Seiten, Note: 1,3
I. EINLEITUNG
1. HINTERGRUND UND FORSCHUNGSFRAGE
2. ABLAUF
II. DAS MÄNGELWESENTHEOREM IM HISTORISCHEN WANDEL
1. DER PROTAGORAS-DIALOG UND DIE „STIEFMÜTTERLICHE NATUR“
2. DIE PRIVATIO BONI – DIE MÄNGELBETRACHTUNG DES MENSCHEN AUS DER PERSPEKTIVE DES MITTELALTERLICHEN CHRISTENTUMS
3. DIE SONDERSTELLUNG DES MENSCHEN IN DER NATUR – ANTHROPOLOGISCHE POSITIONEN DER NEUZEIT
4. VERGLEICH DER MÄNGELWESENTHEOREME – AB WANN GILT DER MENSCH ALS FEHLERHAFT?
III. HISTORISCHE UND BEGRIFFLICHE EINORDNUNG DER HUMANGENETIK UND GENTECHNIK BIS ENDE DER FRÜHEN 2000ER JAHRE
1. AUFGABE DER HUMANGENETIK – DAS VERHÄLTNIS ZWISCHEN PHÄNOTYP UND GENOTYP
2. PRÄDIKTIVE GENETIK: GENOMDIAGNOSE/GENOMANALYSE DURCH PND UND PID
3. GENTHERAPIE: SOMATISCHE GENTHERAPIE, KEIMBAHNTHERAPIE UND STAMMZELLFORSCHUNG
3.1. SOMATISCHE GENTHERAPIE
3.2. KEIMBAHNTHERAPIE & STAMMZELLFORSCHUNG
4. ENHANCEMENT
IV. DIE GENTECHNIKDEBATTEN DER 1990ER UND 2000ER JAHRE UND IHR BILD VOM MENSCHEN
1. „GENETISIERUNG“ – DETERMINIERTHEIT DURCH UNSERE GENE?
1.1. GENOME ALS „VISITENKARTE“?
1.2. PRÄNATALE SELEKTION – GENETISCHE VERANLAGUNGEN ALS AUSSCHLUSSKRITERIUM?
1.3. MENSCHENBILDER IN DER „GENETISIERUNGS“-DEBATTE
2. GENTHERAPIE – „GEWACHSENES“ VS. „GEMACHTES“, SOWIE FREIHEIT UND RECHT AUF NATURWÜCHSIGKEIT
2.1. SOMATISCHE GENTHERAPIE
2.2. KEIMBAHNTHERAPIE UND „THERAPEUTISCHES KLONEN“
2.3. MENSCHENBILDER IN DER GENTHERAPIEDEBATTE
3. GENOMISCHES ENHANCEMENT – VERSTÄRKUNG GESELLSCHAFTLICHER NORMEN UND „ENTARTUNG DER MENSCHLICHEN GATTUNG VS. EVOLUTIONÄRE WEITERENTWICKLUNG“
3.1. ANGLEICHUNG AN KÖRPERLICHE BZW. SOZIALE NORMEN
3.2. VERBESSERUNG MENSCHLICHER EIGENSCHAFTEN
3.3. MENSCHENBILDER IN DER ENHANCEMENT-DEBATTE
V. FAZIT
Die Arbeit untersucht, wie sich Menschenbilder im Kontext der Gentechnikdebatten der 1990er und 2000er Jahre im Sinne des Mängelwesentheorems gewandelt haben. Die Forschungsfrage fokussiert darauf, inwieweit die Betrachtung des Menschen als Mängelwesen als Legitimationsbasis für gentechnische Eingriffe genutzt wurde.
3.1. Angleichung an körperliche bzw. soziale Normen
Die erste hier zu behandelnde „Optimierungsform“ richtet sich an vorhandene Ideale der Gesellschaft und ist somit sehr stark vom Phänotyp geprägt. Aus Befürworterperspektive richtete man sich hierbei neben möglichen gesundheitlichen Problemen mehr nach der sozialen Benachteiligung, die deshalb stark in Kritik gerieten.
Eric Juengst bezeichnete dies beispielsweise als eine „Pervertierung der Medizin“, da man hier seiner Ansicht das medizinische Ziel der Gesundheit verfehlt, indem man ein soziales Problem durch Angleichung des Patienten an körperliche Normen behandelt. Als Beispiele hierfür dienten ihm u.a. Behandlungen von Körpergrößen, sowie die Verabreichung von Ritalin, welche indirekt eine „Schuldzuweisung an das Opfer“ sei, während das eigentliche Problem in den Idealbildern der Gesellschaft liege.
In der Humangenetik hat man hierbei vor allem in den 1990er Jahren angebliche „Gene“ für bestimmte Eigenschaften gefunden. So wurde 1994 beispielsweise ein „Obesitas-Gen“ für die Neigung zur „Fettsucht verantwortlich gemacht“. Neben diesem gab es auch Entdeckungen, die Agressionstendenzen in den Genen gefunden haben wollen und ebenso ein Gen, das als Ursprung für Homosexualität gesehen wurde, hatte in den frühen 1990er Jahren zu verstärkten Diskussionen geführt.
I. EINLEITUNG: Die Einleitung beleuchtet die historische Entwicklung der Genetik und führt in die ethischen Kontroversen der 1990er und 2000er Jahre ein.
II. DAS MÄNGELWESENTHEOREM IM HISTORISCHEN WANDEL: Dieses Kapitel vergleicht verschiedene philosophische Ansätze zum Menschen als Mängelwesen und arbeitet eine Konstante des Mängelbegriffs heraus.
III. HISTORISCHE UND BEGRIFFLICHE EINORDNUNG DER HUMANGENETIK UND GENTECHNIK BIS ENDE DER FRÜHEN 2000ER JAHRE: Hier erfolgt eine systematische Definition der relevanten Gentechniken und ihrer Anwendungsbereiche.
IV. DIE GENTECHNIKDEBATTEN DER 1990ER UND 2000ER JAHRE UND IHR BILD VOM MENSCHEN: Der Hauptteil analysiert die ethischen Diskurse und die darin transportierten Menschenbilder anhand spezifischer Kategorien wie Genetisierung und Enhancement.
V. FAZIT: Das Fazit resümiert die Ergebnisse und stellt die Zusammenhänge zwischen den analysierten Diskursen und dem anthropologischen Mängelbegriff dar.
Gentechnik, Humangenetik, Mängelwesentheorem, Menschenbild, Bioethik, Genomanalyse, Pränataldiagnostik, Gentherapie, Enhancement, Genetisierung, Keimbahntherapie, Anthropologie, Stammzellforschung, Determinismus, Autonomie
Die Arbeit analysiert die ethischen Gentechnikdebatten der 1990er und 2000er Jahre unter dem speziellen Fokus, wie darin Menschenbilder und Konzepte des Mängelwesens verwendet wurden.
Zentrale Themen sind die anthropologische Einordnung des Menschen als Mängelwesen, die methodische Abgrenzung von Gentherapie und Enhancement sowie die ethische Bewertung von Selektionskriterien in der pränatalen Diagnostik.
Das Ziel ist es, die Menschenbilder aus der Gentechnikdebatte zwischen den 1990er und 2000er Jahren herauszufiltern und zu prüfen, inwieweit das Mängelwesentheorem als Argumentationsbasis für die Befürworter oder Kritiker dieser Technologien diente.
Die Arbeit nutzt eine historische und philosophische Analyse anthropologischer Positionen sowie der ethischen Fachdebatten und Zeitungsdiskursen dieses Zeitraums.
Der Hauptteil gliedert sich in eine historische Einordnung der Gentechniken und eine kategoriale Untersuchung der Debatten, insbesondere zu den Themen Genetisierung, Selektion und Enhancement.
Sie ist durch Begriffe wie Bioethik, Genetisierung, Mängelwesentheorem, Gentechnik, Anthropologie und Enhancement definiert.
Der Autor zeigt auf, dass der Zwang zur Optimierung und „Verbesserung“ bereits die implizite Annahme enthält, der gegenwärtige Mensch sei in einem mangelhaften Zustand, was das Enhancement als Versuch der Kompensation erscheinen lässt.
Die somatische Gentherapie wird aufgrund des therapeutischen Charakters und der fehlenden Vererbbarkeit ethisch weniger kritisch bewertet als die potenziell irreversiblen Eingriffe in die Keimbahn.
Er dient als Argument gegen gentechnische Eingriffe, da die zufällige biologische Konstitution des Menschen als wesentliche Voraussetzung für Freiheit, Autonomie und Menschenwürde angesehen wird.
Während das reproduktive Klonen darauf abzielt, einen identischen Organismus entstehen zu lassen, dient das therapeutische Klonen als Forschungsansatz zur Gewinnung von pluripotenten Stammzellen für Zellersatz-Therapien.
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