Magisterarbeit, 2008
94 Seiten, Note: 1,7
1. Einleitung
2. Grundzüge der vorklassischen bürgerlichen Ökonomie sowie ihre historischen und wirtschaftspolitischen Grundlagen
2.1 Schwerpunkte in der Herausbildung des ökonomischen Denkens bis zur Entstehung der klassischen Nationalökonomie
2.2 Gesellschaftspolitische Ereignisse im Entwicklungsprozess Großbritanniens
2.3 Der Strukturwandel in Großbritannien als Folge demographischer, volkswirtschaftlicher und technisch-technologischer Umwälzungen
3. Die Vollendung der bürgerlichen Ökonomie durch Adam Smith
3.1 Zu Person und Leben Smiths
3.2 Die schottische Aufklärung als bestimmender gesellschaftspolitischer Hintergrund
3.3 Zum Werk und Wirken des Moralphilosophen und Nationalökonomen Adam Smith
3.3.1 Über die Theorie der ethischen Gefühle
3.3.2 Über den Wohlstand der Nationen
3.4 Zur Bedeutung des Wohlstands der Nationen im Kontext vorangegangener und nachfolgender soziokultureller, ökonomischer und politischer Entwicklungen
4. Keynesianismus als Reaktion auf die ökonomischen und gesellschaftspolitischen Veränderungen in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts
4.1 Zur Geschichte Großbritanniens im 19. Jahrhundert
4.2 Zu Person und Leben Keynes’
4.3 Die Auswirkungen des Ersten Weltkrieges und der Weltwirtschaftskrise als bestimmender gesellschaftspolitischer und wirtschaftlicher Hintergrund
4.4 Zum Werk und Wirken John Maynard Keynes’
4.4.1 Über The Economic Consequences of the Peace
4.4.2 Über The General Theory of Employment, Interest and Money
4.5 Zur Bedeutung des Keynesianismus als volkswirtschaftlicher Paradigmenwechsel infolge des Ersten Weltkrieges und der Weltwirtschaftskrise
5. Die Ära Thatcher und die Aufkündigung des post-war consensus
5.1 Zu Person und Leben Thatchers
5.2 Gesellschaftspolitischer Hintergrund nach dem Zweiten Weltkrieg bis zum Amtsantritt Thatchers
5.3 Zu den wirtschafts- und sozialpolitischen Aspekten der Regierungstätigkeit Thatchers
5.4 Zur Bedeutung des Thatcherismus für Großbritannien
6. Tony Blair und der Third Way als Antwort auf das Erbe der Konservativen
6.1 Zu Person und Leben Blairs
6.2 Gesellschaftspolitischer Hintergrund und wirtschaftspolitisches Erbe der Konservativen
6.3 Zu den wirtschafts- und sozialpolitischen Aspekten der Regierungstätigkeit Blairs
6.4 Zur Bedeutung der Ära Blair für Großbritannien
7. Schlussbetrachtungen
Diese Magisterarbeit untersucht die wechselseitigen Beziehungen zwischen ökonomischen Theorien und der britischen Gesellschafts- und Politikgeschichte. Ziel ist es, aufzuzeigen, wie ökonomisches Denken nicht isoliert entsteht, sondern tief in soziokulturelle und politische Kontexte eingebettet ist, um reale wirtschaftliche Transformationen zu verstehen.
3.3.2 Über den Wohlstand der Nationen
Das für die Herausbildung des ökonomischen Denkens weitaus aufschlussreichere Werk ist der Wohlstand der Nationen. Der Originaltitel lautet An Inquiry into the Nature and Causes of the Wealth of Nations (1776). Bereits der Titel offenbart das Thema seiner zentralen Untersuchungen. Smiths Hauptinteresse galt nicht etwa der Erforschung ökonomischer Gesetzmäßigkeiten, wie es beispielsweise der Physiokrat Quesnay in seinem Tableau Économique tat. Auch war es nicht das Anliegen Smiths, sich nur mit den Staatsfinanzen Großbritanniens und dessen Vermehrung zu befassen. Vielmehr war für ihn der Wohlstand der gesamten Nation das wesensbestimmende Kriterium.
Smith untersuchte die Entstehung, Vermehrung und Verteilung des Wohlstandes in zwei Schritten. Zunächst analysierte er die Erkenntnisse seiner Vorgänger und brachte diese mit historischen Aspekten in Zusammenhang. Danach entwickelte er seine individuellen Theorien nach den Prämissen seiner Weltanschauung (vgl. Aßländer:201).
1. Einleitung: Die Arbeit stellt Zusammenhänge zwischen ökonomischen Theorien und deren gesellschaftspolitischer Widerspiegelung in der britischen Geschichte her.
2. Grundzüge der vorklassischen bürgerlichen Ökonomie sowie ihre historischen und wirtschaftspolitischen Grundlagen: Dieses Kapitel erläutert den historischen Kontext, in dem sich das ökonomische Denken vor Adam Smith entwickelte.
3. Die Vollendung der bürgerlichen Ökonomie durch Adam Smith: Smith wird als Begründer der klassischen Nationalökonomie gewürdigt, wobei sein Werk in den Kontext der schottischen Aufklärung gestellt wird.
4. Keynesianismus als Reaktion auf die ökonomischen und gesellschaftspolitischen Veränderungen in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts: Es wird analysiert, wie Keynes mit neuen wirtschaftspolitischen Ansätzen auf Krisen und Massenarbeitslosigkeit reagierte.
5. Die Ära Thatcher und die Aufkündigung des post-war consensus: Die Reformen Margaret Thatchers werden als Bruch mit der Konsenspolitik der Nachkriegszeit und Rückkehr zu liberalen Werten dargestellt.
6. Tony Blair und der Third Way als Antwort auf das Erbe der Konservativen: Tony Blairs New Labour wird als moderne sozialdemokratische Kurskorrektur beschrieben, die Teile des konservativen Erbes integrierte.
7. Schlussbetrachtungen: Die Arbeit fasst zusammen, dass ökonomische Theorien und Gesellschaftspolitik eine untrennbare Verbindung eingehen, die den Wandel Großbritanniens maßgeblich prägte.
Adam Smith, John Maynard Keynes, Margaret Thatcher, Tony Blair, Klassische Nationalökonomie, Keynesianismus, Thatcherismus, New Labour, British disease, post-war consensus, Freihandel, Wirtschaftspolitik, Wirtschaftsgeschichte, Gesellschaftsstruktur, Wohlfahrtsstaat
Die Arbeit analysiert die wechselseitige Beeinflussung von ökonomischen Theorien und der gesellschaftspolitischen Entwicklung in Großbritannien über vier historische Epochen hinweg.
Die Schwerpunkte liegen auf der Entwicklung der klassischen Ökonomie, dem Aufstieg und der Bedeutung des Keynesianismus, dem Thatcherismus und dem Third Way von New Labour.
Ziel ist der Nachweis, dass ökonomisches Denken nicht unabhängig vom soziokulturellen und politischen Kontext existiert, sondern stets eine Antwort auf zeitgenössische Herausforderungen darstellt.
Es wird eine historisch-analytische Methode angewandt, die den Zusammenhang zwischen theoretischen ökonomischen Modellen und deren Anwendung in der wirtschaftspolitischen Praxis beleuchtet.
Der Hauptteil gliedert sich in vier inhaltliche Blöcke, die jeweils einen ökonomischen Denker und dessen Einfluss auf die britische Geschichte und Politik detailliert untersuchen.
Die zentralen Begriffe umfassen Klassische Nationalökonomie, Keynesianismus, Thatcherismus, New Labour, Wirtschaftsgeschichte Großbritanniens und den post-war consensus.
Smith markiert durch die erste umfassende und systematische Abhandlung der Ökonomie als wissenschaftliches System den Übergang von vorklassischen Ansätzen zur klassischen Nationalökonomie.
Der Thatcherismus brach mit dem Konsens der Nachkriegszeit, förderte die Eigeninitiative (self-help) und prägte die neue enterprise culture, was die britische Gesellschaft nachhaltig dynamisierte.
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