Masterarbeit, 2015
298 Seiten, Note: 1,0
1 Einführung in die Thematik
2 Methodische Vorgehensweise
2.1 Theoretische und methodische Vorüberlegungen
2.2 Allgemeine Vorgehensweise
3 Medien als technische Erweiterungen des Menschen
3.1 Das Medienverständnis von Herbert Marshall McLuhan
3.2 Übertragung von McLuhans Medienverständnis auf aktuelle technische Entwicklungen
3.2.1 Das Internet
3.2.2 Das Smartphone
3.2.3 Die Datenbrille Google Glass
4 Der Transhumanismus
4.1 Annäherung an den Transhumanismus
4.2 Einblick in die Denk- und Argumentationsweise von Ray Kurzweil
5 Das Science-Fiction-Genre und seine Vorläufer
5.1 Das Science-Fiction-Genre
5.2 Die antike Mythologie
5.3 Die jüdische Kabbala
5.4 Die Literatur des 19. und 20. Jahrhunderts
5.4.1 Ernst Theodor Amadeus Hoffmanns Der Sandmann
5.4.2 Mary Wollstonecraft Shelleys Frankenstein, or The Modern Prometheus
5.4.3 William Gibsons Neuromancer
6 Zukunftsvisionen zwischen Science-Fiction und Realität
6.1 Das Human Enhancement
6.2 Die künstliche Optimierung des Menschen durch Wissenschaft, Technologie und Medizin
6.2.1 Der gentechnologisch optimierte Mensch in der fiktiven Welt von Andrew Niccols Gattaca
6.2.2 Der Mensch in der Realität von Eugenik, Genomanalyse, Biotechnologie, Reproduktionsmedizin, genetischer Integrität und Organproduktion
6.2.2.1 Die Eugenik
6.2.2.2 Die Genomanalyse
6.2.2.3 Die Biotechnologie und die molekulargenetischen Verfahren der Reproduktionsmedizin
6.2.2.4 Die genetische Integrität von Lebewesen im Zeitalter der Biotechnologie
6.2.2.5 Die künstliche Herstellung von menschlichen Organen
6.2.3 Der Cyborg in Paul Verhoevens Robocop
6.2.4 Der Cyborg in der Realität
6.2.4.1 Die Prothetik
6.2.4.2 Stephen William Hawking
6.2.4.3 Hugh Herr und Oscar Pistorius
6.2.4.4 Neil Harbisson
6.2.4.5 Steve Mann und Thad Starner
6.3 Der artifizielle Eingriff in das Gehirn
6.3.1 Die Erweiterung der Speicherkapazität des menschlichen Gehirns in Robert Longos Vernetzt. Johnny Mnemonic. Der meistgesuchte Mann der Zukunft
6.3.2 Unterhaltung und Fremdsteuerung in Mark Neveldines und Brian Taylors Gamer
6.3.3 Reale Szenarien des Eingriffes in das Gehirn
6.3.3.1 Tier- und Menschenversuche zur technikbasierten Verhaltenssteuerung
6.3.3.2 Die Tiefenhirnstimulation bei Morbus Parkinson und anderen neurologischen Erkrankungen
6.3.3.3 Die Gedankensteuerung
6.3.3.4 Der neuronale Informationsaustausch zwischen heterogenen Gehirnen
7 Fazit
Die vorliegende Arbeit untersucht die zunehmende technologische Durchdringung des menschlichen Lebens und die damit verbundene anthropologische Transformation des Menschen im digitalen Zeitalter. Im Zentrum steht die Forschungsfrage, inwiefern technologische und medizinische Fortschritte – wie etwa im Bereich der Computertechnik, Nanotechnologie und Biotechnologie – eine Verschmelzung von Mensch und Maschine forcieren und den Menschen in Richtung eines transhumanistischen „Menschen 2.0“ führen, wobei insbesondere die kritischen Auswirkungen auf Identität, Autonomie und Gesellschaft hinterfragt werden.
Die künstliche Optimierung des Menschen durch Wissenschaft, Technologie und Medizin
Friedrich Nietzsche postuliert in seinem berühmten Werk Also sprach Zarathustra. Ein Buch für Alle und Keinen die archaische Wunschvorstellung eines besseren Menschen, der die Defizite einer von Johann Gottfried Herder (1772) als Mängelwesen erkannten Existenzform, welche für ihre Lebensumgebung nur unzureichend ausgestattet sei (S. 31 – 38), überwindet. In diesem Kontext identifiziert der Soziologe Peter Gross (2000, 23. September) den Menschen als „[...] das einzige Lebewesen, das nicht sein will, wie es ist“ (S. 31). Diese Unzufriedenheit mit der eigenen Existenzform illustriert, dass sich der Mensch einer grundlegenden Optimierung seiner Selbst verschrieben hat, um seine eigene, künstlich verbesserte Version 2.0 durch eine transhumanistischer Ideologie adäquate, selbstgesteuerte Evolution zu erschaffen.
Die technologischen Möglichkeiten der Gegenwart scheinen den Menschen der Moderne somit erstmals im Sinne von Fereidoun M. Esfandiary in die Lage zu versetzen, die Mängel der Spezies Homo sapiens zu überwinden und sich selbst effektiv zu optimieren (Esfandiary, zitiert nach Krüger, 2007, S. 5). So sei der menschliche Körper der Gegenwart Klaus Wiegerling (2014) zufolge durch die Konvergenz von Informations- und Biotechnologien technisch gestaltbar und erweiterbar geworden (S. 40). Thomas Schlich (1998) führt diese Entwicklung auf die Vielfalt neuer Forschungs- und Anwendungsbereiche zurück, welche die Einführung des Begriffes Information als elementare Wissenschaftskategorie hervorgebracht habe: „Das Konzept der Information durchsetzt unsere Kultur derart, daß sie als Charakteristikum unserer Zeit gilt: unsere Gesellschaft ist [...] eine ‚Informationsgesellschaft‘, wir leben in einem ‚Zeitalter der Information‘“ (S. 550).
Einführung in die Thematik: Die Einleitung beleuchtet den menschlichen Urtrieb, biologische Grenzen durch Technologie zu überwinden, und führt das Konzept des „Menschen 2.0“ sowie die Relevanz transhumanistischer Visionen in der heutigen Gesellschaft ein.
Methodische Vorgehensweise: Das Kapitel definiert den semiotischen Medienbegriff und etabliert einen Literatur- und Filmanalytischen Rahmen, um fiktive Werke und reale technologische Entwicklungen interdisziplinär zu untersuchen.
Medien als technische Erweiterungen des Menschen: Hier wird zentral auf Herbert Marshall McLuhans Medientheorie eingegangen, um moderne Werkzeuge wie Internet und Smartphones als prothetische Ausweitungen des Zentralnervensystems zu deuten.
Der Transhumanismus: Dieses Kapitel liefert eine fundierte Einführung in die philosophischen Wurzeln und Strömungen des Transhumanismus sowie in die zukunftsorientierten Denkmodelle prominenter Vertreter wie Ray Kurzweil.
Das Science-Fiction-Genre und seine Vorläufer: Die Arbeit arbeitet die literarische Traditionslinie künstlicher Existenzen heraus, beginnend bei antiken Mythen über jüdische Legenden bis hin zu wegweisenden Werken der Literaturgeschichte.
Zukunftsvisionen zwischen Science-Fiction und Realität: Den Hauptteil bilden Analysen von Science-Fiction-Werken im Spiegel realer wissenschaftlicher und medizinischer Entwicklungen (z.B. Genetik, Biotechnologie, Neurotechnologien), wobei auch kritisch auf Filme wie „Gattaca“, „Robocop“, „Johnny Mnemonic“ und „Gamer“ eingegangen wird.
Fazit: Das Fazit resümiert die ethischen und gesellschaftlichen Herausforderungen der technologischen Aufrüstung des Menschen und plädiert für einen vernünftigen Umgang mit zukunftsorientierten Innovationen.
Transhumanismus, Science-Fiction, Mensch-Maschine-Interaktion, Biotechnologie, Gentechnologie, Gehirnimplantate, Neuronale Schnittstellen, Neurotechnologie, Künstliche Intelligenz, Human Enhancement, Cyborg, Medientheorie, Informationstechnologie, Bioethik, Bioart.
Die Arbeit analysiert die zunehmende technologische Optimierung des Menschen und leitet die daraus resultierenden ethischen und soziokulturellen Implikationen her, wobei sie fiktive Zukunftszenarien mit realwissenschaftlichen Entwicklungen vergleicht.
Die Schwerpunkte liegen auf Biotechnologie, Gentechnologie, der Verschmelzung von Mensch und Maschine (Cyborg-Konzept) sowie neurowissenschaftlichen Eingriffen direkt in das menschliche Gehirn.
Ziel ist es zu hinterfragen, wie Wissenschaft und Technik den Menschen verändern und welche Risiken die „Erschaffung“ künstlicher Existenzen oder die totale technologische Kontrolle für Autonomie und Identität bergen.
Es wird eine interdisziplinäre Vorgehensweise gewählt, die literaturwissenschaftliche Textanalysen mit Ansätzen der Medienwissenschaft und Technikfolgenabschätzung kombiniert.
Der Hauptteil analysiert konkrete Zukunftsvisionen aus Science-Fiction-Werken und vergleicht diese mit realen Innovationen wie dem „Human Enhancement“, dem Einsatz neuronaler Schnittstellen (Brain-Computer-Interfaces) und deren mögliche gesellschaftliche Auswirkungen.
Wichtige Begriffe sind Transhumanismus, Cyborg, Human Enhancement, Neurotechnologie, Gentechnologie und die ethische Problematik der künstlichen Optimierung menschlicher Potenziale.
Der Transhumanismus wird als ideologische Vorstufe verstanden, die das Ziel verfolgt, den Homo sapiens durch Technik biologisch und geistig zu übertreffen und so eine post-humane Spezies zu erschaffen.
Die Arbeit weist auf Risiken hin, die von der physischen Verletzung durch invasive Eingriffe (Infektionen, Irreversibilität) bis zur manipulativen Fremdsteuerung oder dem Verlust der eigenen Persönlichkeit und Autonomie reichen.
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