Masterarbeit, 2009
90 Seiten, Note: 1,0
1. Einleitung
2. Die Sendung „Domian“
2.1. Die Entstehung
2.2. Der Aufbau
2.3. Der Moderator
2.4. Die Rezipienten und Anrufer
3. Forschungsüberblick: Ratschlag und Beratung
3.1. Ratschlag: Definition
3.2. Verschiedene beraterische Konzepte
3.3. Die Kurzberatung
3.4. Beratung am Telefon
4. Domian in der Forschung: Ansätze von Cerovina, Willmann und Krause
5. Mediale Einflussfaktoren auf das Gespräch in der Sendung
6. Asymmetrische Strukturen
6.1. Begriffsdefinitionen: Asymmetrie, Macht, Hierarchie und Dominanz
6.2. Die asymmetrische Struktur der Beratungssituation
6.3. Die Problempräsentation und Aushandlung
7. Imagearbeit im situativen Kontext
8. Daten
9. Analyse
9.1. Asymmetrische Strukturen
9.1.1. Die Gesprächseröffnung
9.1.2. Die Gesprächsbeendigung
9.1.3. Die Problempräsentation
9.2. Imagearbeit der Interaktanten
9.2.1. Imagearbeit in der Beendigungsphase
9.2.2. Imagepflege des Moderators als Untersuchungsgegenstand
9.2.3. Sprachliche Ausdruckmittel der Imagearbeit
10. Fazit
Die vorliegende Arbeit untersucht auf gesprächslinguistischer Grundlage die mediale Kommunikation in der Hörerkontaktsendung „Domian“. Das primäre Ziel ist es, die asymmetrische Verteilung von Macht zwischen dem Moderator und den Anrufern sowie die eingesetzte „Imagearbeit“ im situativen Kontext der Sendung zu analysieren.
9.1.1 Die Gesprächseröffnung
Auch wenn sich der Moderator und Mensch Jürgen Domian selbst ausdrücklich nicht als Psychologe definiert und betont, dass er keinerlei therapeutische Ausbildung durchlaufen habe, lässt die Konzeption der Sendung den Schluss zu, dass er eine beraterische Funktion ausführt. Die Menschen, die den Kontakt zu ihm (und der Hörerschaft?) suchen, rufen mit konkreten Problemen oder Fragen an und das Verlaufsschema der Gespräche ist in vielerlei Hinsicht immer wieder identisch. Der Moderator fragt nach dem Grund und Anliegen des Anrufes, vernimmt die Schilderung des Anrufers und bekleidet dann die Funktion des Ratgebers, Lebenshelfers oder der Moralinstanz. Die Gesprächseröffnung und -beendigung sind interaktive Prozesse, die das Gespräch selbst zu einem „zeitlich begrenzten und räumlich situierten Ereignis“ machen [Gülich/ Mondada 2008: 73].
Die Gesprächseröffnung vollzieht sich dadurch, dass die Teilnehmer ihre Aufmerksamkeit reziprok aufeinander richten. Sie ist der Augenblick, „in dem die Beteiligten miteinander in Kontakt treten, sich wechselseitig identifizieren, ihre Aktivitäten koordinieren und sich über die Art der bevorstehenden Interaktion verständigen“ [ebd.]. Einleitungs- und Schlussphasen haben die elementare Routineaufgabe, die Beziehung der Interaktanten zu etablieren bzw. in beiderseitigem Einvernehmen aufzulösen und sie enthalten besonders viele konventionelle Elemente. Diese sollen eine geordnete Beziehung zwischen den Gesprächspartnern herstellen [Holly: 111]. Während Willmann die Eröffnungssequenz des Gespräches als nicht beratungstypisch einordnet gibt er außerdem an, dass bei privaten Telefongesprächen der Anrufende zuerst den anderen Gesprächsteilnehmer begrüße, während der Angerufene diesen Gruß erwidere. Dies lässt sich für die Situation des Phone-Ins nicht übertragen, hier ist es der Moderator, der in der Regel zuerst das Wort ergreift [vgl. Willmann: 40].
1. Einleitung: Die Einleitung umreißt das Ziel der Arbeit, die medial bedingte Kommunikation in der Sendung „Domian“ linguistisch zu untersuchen.
2. Die Sendung „Domian“: Dieses Kapitel liefert den situativen Kontext durch die Darstellung der Entstehung, des Aufbaus, des Moderators und der Anruferstruktur.
3. Forschungsüberblick: Ratschlag und Beratung: Es erfolgt eine definitorische und theoretische Einordnung von Beratungs- und Ratschlagskonzepten, insbesondere im Kontext der Telefonberatung.
4. Domian in der Forschung: Ansätze von Cerovina, Willmann und Krause: Ein Überblick über bereits existierende wissenschaftliche Arbeiten, die sich mit der Sendung auseinandersetzen.
5. Mediale Einflussfaktoren auf das Gespräch in der Sendung: Analyse der Rahmenbedingungen, die die Kommunikation in einem öffentlich ausgestrahlten Format beeinflussen.
6. Asymmetrische Strukturen: Theoretische Fundierung der Begriffe Asymmetrie, Macht und Dominanz sowie deren Bedeutung für das Beratungsgespräch.
7. Imagearbeit im situativen Kontext: Einführung der theoretischen Grundlagen der Imagearbeit nach Goffman und Holly.
8. Daten: Beschreibung des Datenkorpus und der Vorgehensweise bei der Transkription und Analyse.
9. Analyse: Der Hauptteil, der die asymmetrischen Strukturen und die Imagearbeit anhand von Transkriptauszügen detailliert untersucht.
10. Fazit: Zusammenfassende Betrachtung der Ergebnisse und Reflexion über die Rolle des Moderators als Manager zwischen den Interessen von Sender und Anrufern.
Gesprächsanalyse, Domian, Telefonberatung, asymmetrische Strukturen, Macht, Imagearbeit, Imagepflege, Mediensprache, Kommunikation, Interaktion, Kurzberatung, Problempräsentation, Gesprächsführung, Radiosendung, institutionelle Kommunikation
Die Arbeit analysiert die spezifische Art der Kommunikation in der Live-Radiosendung „Domian“ unter gesprächslinguistischen Gesichtspunkten.
Im Zentrum stehen die asymmetrische Machtverteilung zwischen Moderator und Anrufer sowie die Prozesse der Imagearbeit und -pflege in den Gesprächssituationen.
Die Autorin untersucht, wie sich asymmetrische Machtverteilungen in der Gesprächsführung niederschlagen und auf welche Weise und zu welchem Zweck die Interaktanten während der Sendung Imagearbeit leisten.
Es handelt sich um eine induktive gesprächsanalytische Untersuchung, die auf einem Korpus von Sendungstranskripten basiert.
Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse asymmetrischer Strukturen (Eröffnung, Beendigung, Problempräsentation) und die Analyse der Imagearbeit (Beendigungsphase, Imagepflege, sprachliche Ausdrucksmittel).
Die wichtigsten Schlagworte sind Gesprächsanalyse, Asymmetrie, Imagearbeit, Macht, Interaktion und mediale Kommunikation.
Die Arbeit betont, dass Domian keine therapeutische Ausbildung hat und sich primär auf Lebenserfahrung stützt, wobei er eine beraterische Funktion innerhalb eines Unterhaltungsformates einnimmt.
Die Zeitknappheit gilt als wesentlicher Faktor, der den Moderator dazu zwingt, das Gespräch aktiv zu steuern und zum Teil abrupt zu beenden, was wiederum Imagearbeit erforderlich macht.
Da der Moderator nicht nur mit dem Anrufer spricht, sondern auch die Zuhörer im Blick behalten muss, ist sein Sprechen durch eine Mehrfachadressierung geprägt, die seine Moderationsrolle maßgeblich beeinflusst.
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