Bachelorarbeit, 2009
55 Seiten, Note: 1,8
1 Einleitung
1.1 Ausgangssituation
1.2 Aufbau und Zielsetzung der Arbeit
1.3 Verortung im Fach
1.4 Forschungsstand
1.5 Methodik
1.6 Probleme bei der volkskundlichen Internetforschung
2 Begriffsbestimmungen und Definitionen
2.1 Identität
2.2 Selbstdarstellung
2.3 Authentizität
2.4 Impression Management
2.5 Netzwerk
2.6 Anwendungen des Web 2.0 und Social Web
2.6.1 Web 2.0
2.6.2 Social Web
2.6.3 Soziale Online-Netzwerke
3 Die Internetplattformen
3.1 StudiVZ
3.1.1 Allgemeine Informationen zum StudiVZ
3.1.2 Der Aufbau von StudiVZ
3.2 Facebook
3.2.1 Allgemeines zu Facebook
3.2.2 Der Aufbau von Facebook
3.3 StudiVZ und Facebook im Vergleich
4 Formen und Funktionen zur Selbstdarstellung und Netzwerkbildung
4.1 Aufbauphase
4.1.1 Freundschaftseinladung und Netzwerkbildung
4.1.2 Exkurs: Tebis 100
4.1.3 Der Name
4.2 Bestandsphase
4.2.1 Definition
4.2.2 Netzwerkpflege
4.2.3 Nachrichten
4.2.4 Statusmeldungen
4.2.5 Gruppen
4.2.6 Fotos
4.3 Krisen- und Auflösungsphase
5 Fiktive Identitäten
6 Fazit
7 Ausblick
Diese Bachelor-Arbeit untersucht die Internetplattformen StudiVZ und Facebook hinsichtlich ihrer Möglichkeiten zur Selbstdarstellung und Netzwerkbildung aus volkskundlicher Perspektive. Ziel ist es, Formen und Funktionen der Plattformen zu analysieren, die es Nutzern ermöglichen, ein Profil zu gestalten und soziale Verbindungen aufzubauen oder zu pflegen, wobei Identität, Authentizität und Impression Management zentrale theoretische Aspekte darstellen.
4.1.2 Exkurs: Tebis 100
Die Hemmschwelle für eine Kontaktaufnahme im Vergleich zur Realwelt ist im Internet wesentlich niedriger. Der Nutzer muss nur noch einen „Kontakt hinzufügen“ Button drücken und man gibt seine Daten frei und hat einen weiteren „Freund“ in der Liste. Diese niedrige Schwelle verleitet manche Nutzer dazu, Kontakte zu sammeln, obwohl sie z. T. keinerlei Bezug zu den Personen haben. Ebersbach, Glaser und Heigl nennen dieses Phänomen „Contacts not friends“-Phänomen.
Tebis Nador, Medienmanagementstudent an der BiTS Isarlohn, hat in einem Selbstversuch das Projekt „Tebis 100“ ins Leben gerufen, bei dem es sich um die Beantwortung der interessanten Frage handelt: Wie reagieren Studentinnen, wenn ihnen im StudiVZ eine fremde Person die Freundschaft anbietet?
Die Motivation für dieses Projekt lag in dem reinen Interesse am Verhalten junger Frauen in einer „social software“. Nador erklärt seine Vorgehensweise folgendermaßen:
„StudiVZ bietet jedem die Möglichkeit sich selbst in Form eines Profils und einem Foto darzustellen. In einem zweiten Schritt werden diese Profile, im Normalfall anhand von echten Freund- und Bekanntschaften, vernetzt. Der umher irrende Surfer kann also sehen, mit wem welche Person befreundet oder bekannt ist. Dem entsprechend legte ich auch ein Profil an und begann damit mein Profil mit anderen zu verknüpfen. Dies bedarf jedoch der Zustimmung des jeweils anderen Teilnehmers.“
1 Einleitung: Die Einleitung führt in die Bedeutung des Internets und sozialer Netzwerke als kulturelles Phänomen ein, umreißt die Forschungsfrage und erläutert die empirische Methodik der Arbeit.
2 Begriffsbestimmungen und Definitionen: In diesem Kapitel werden die theoretischen Grundlagen wie Identität, Selbstdarstellung, Authentizität, Impression Management und Netzwerk definiert sowie in den Kontext von Web 2.0 und Social Web gestellt.
3 Die Internetplattformen: Dieses Kapitel liefert eine detaillierte Übersicht und den funktionalen Aufbau der untersuchten Netzwerke StudiVZ und Facebook, ergänzt um einen direkten Vergleich.
4 Formen und Funktionen zur Selbstdarstellung und Netzwerkbildung: Das Kernstück der Arbeit untersucht die Phasen der sozialen Interaktion auf den Plattformen, von der Aufbau- über die Bestands- bis zur Auflösungsphase, unter Anwendung der zuvor definierten Werkzeuge.
5 Fiktive Identitäten: Hier werden Profile untersucht, die nicht der realen Person entsprechen, um die Grenzen zwischen Authentizität und Inszenierung zu beleuchten.
6 Fazit: Das Fazit führt die Ergebnisse zusammen und reflektiert die Rolle des Internets als Ausdrucksraum für Identität sowie die Bedeutung von sozialen Netzwerken im Alltag.
7 Ausblick: Der Ausblick thematisiert die weitere Entwicklung von Online-Netzwerken, insbesondere die Integration von Handy-Nutzung und neuen Diensten wie Twitter.
Internet, Soziale Netzwerke, StudiVZ, Facebook, Selbstdarstellung, Identität, Netzwerkbildung, Web 2.0, Impression Management, Volkskunde, Alltagskultur, Online-Identität, Virtuelle Gemeinschaften, Kommunikation, Authentizität.
Die Arbeit untersucht, wie sich Personen auf den Internetplattformen StudiVZ und Facebook darstellen und wie dort soziale Netzwerke gebildet und gepflegt werden.
Die zentralen Themen sind die Selbstdarstellung, die Konstruktion von Identität im digitalen Raum, die Funktionsweise sozialer Netzwerke sowie die Dynamiken zwischen Realität und Virtualität.
Die Arbeit verfolgt das Ziel herauszuarbeiten, welche spezifischen Formen und Funktionen StudiVZ und Facebook zur Selbstdarstellung und Netzwerkbildung bereitstellen.
Es wird ein empirischer Ansatz gewählt, der auf teilnehmender und stiller Beobachtung basiert, indem die Autorin als registriertes Mitglied die generellen Anwendungen und Funktionen der Plattformen analysiert.
Im Hauptteil werden die theoretischen Begriffe geklärt, die Plattformen vorgestellt und die Phasen der sozialen Beziehung (Aufbau, Bestand, Auflösung) anhand von Funktionen wie Profilen, Fotos, Nachrichten, Statusmeldungen und Gruppen analysiert.
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Online-Netzwerke, Identität, Selbstdarstellung, Web 2.0, Alltagskultur und soziale Interaktion charakterisieren.
Die Gruschel-Funktion dient der unverbindlichen Kontaktaufnahme oder dem Gruß ohne inhaltliche Nachricht und fungiert als Instrument der Netzwerkpflege.
Während authentische Profile darauf abzielen, die Person hinter dem Profil abzubilden, dienen fiktive Identitäten der Inszenierung oder der Identifikation mit Idolen, wobei Goffmans Theorie des "als ob" eine wichtige Rolle spielt.
Die Bestandsphase ist zentral für die Analyse, da sie aufzeigt, wie bestehende soziale Beziehungen durch fortlaufende Interaktionen (Nachrichten, Kommentare, Statusmeldungen) online gefestigt und identitätsbildend wirken.
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